Donnerstag, 6. Juni 2013

Wert macht Ernst!




von Philip de Málaga


Nur einen Tag nach der Ankündigung verkündet es die Regierung offiziell
Der Prozess der Legalisierung der mundo de los toros hat begonnen
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Gestern noch hatte Kulturminister Don José Ignacio Wert es im spanischen Radio verkündet und schon gleich heute ist das offizielle amtliche Gesetzblatt veröffentlicht worden.



Eines der Hauptziele ist die Förderung und Promotion der tauromaquia. Dazu werden sieben Ausschüsse gegründet. Interessant dabei zu lesen aus wem sich die neuen Ausschüsse zusammensetzen sollen. 50 Prozent der 26 Mitglieder kommen direkt aus der mundo de los toros. Neben den bekannten staatlichen Institutionen unter anderem vier Repräsentanten der aficionados, zwei Repräsentanten der taurinischen Gewerkschaften, zwei Repräsentanten der ganaderos, zwei Vertreter der empresas welche festejos taurinos organisieren, zwei veterinarios, ein Chirurg der auf die astas der toros spezialisiert ist und ein Vertreter der escuelas taurinas.

Dieses Amtsblatt hat seine Gültigkeit seit dem 4. Juni 2013.

Ich bin ein Sänger weil ich ein Feigling bin ...




von Joaquín Sabina


Der spanische Liedermacher und Dichter Joaquín Sabina, 1949 in Úbeda (Andalusien) geboren, wurde gestern in Madrid von der Unión de Clubs Taurinos Paul Ricard mit der Prämie Paul Ricard ausgezeichnet, für seinen Einsatz der internationalen Verbreitung von taurinischem Gedankengut. Bei der Unión handelt es sich um eine internationale Gruppierung, zu der die bekanntesten ausländische Clubs angehören, so unter anderem aus New York, London, Brüssel, Paris, Bordeaux, Madrid ... Immerhin zählt diese Vereinigung an die 16.000 Mitglieder.

Joaquín Sabinas (Foto: mundotoro)
"Ich bin ein Sänger weil ich ein Feigling bin, 
ich wollte schon immer ein Torero sein!"

"Es ist die erste Prämie die ich für den Stierkampf entgegen nehme. 
Für mich ist es eine grosse Ehre. 
Wenn sie mir nicht glauben, fragen sie meine Frau: 
Nachts träume ich nie vom Gesang 
sondern immer vom Stierkampf."

"In diesen Zeiten wo die Arenen von Bogota und Quito unter dem Barcelona-Syndrom leiden, gratuliere ich den Franzosen 
für ihre Liebe zu den Stieren und deren Legalisierung."

Joaquín Sabina
Madrid 5. Juni 2013


Mittwoch, 5. Juni 2013

Der Stierkampf zum Kulturerbe wird offiziell in die Wege geleitet




von Philip de Málaga


Der Prozess die toros zum Kulturerbe zu erklären beginnt jetzt!
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Kulturminister José Ignacio Wert 
Der spanische Kulturminister Don José Ignacio Wert hat heute früh im Programm La Mañana des Radiosenders COPE verkündet, dass der Vorgang die toros zum immateriellen nationalen Kulturerbe zu erklären jetzt offiziell eingeleitet wird. Zu der Verspätung sei es gekommen, weil so zahlreiche Änderungen und Erweiterungen in den Grundentwurf eingefügt worden sind. Aber er versicherte das die legislative Umsetzung sehr schnell voran getrieben wird. Mit anderen Worten, die spanische Regierung wird alles daran setzen, dieses für die spanische Kultur so wichtige Thema zu forcieren. Was allerdings nicht bedeuten muss, dass die toros noch in diesem Jahr zum Bien Cultural Inmaterial (Immateriellen Kulturerbe) erklärt werden können. Aber es signalisiert auch, dass diese Entwicklung des taurinischen Kulturerbes kaum noch aufzuhalten ist. Schliesslich möchte man es ja dem französischen Nachbarn zumindest gleichtun.


Link: Das offizielle Amtsblatt zum Thema (in spanischer Sprache)

Dienstag, 4. Juni 2013

Feria taurina in Málaga




von Philip de Málaga


Erste konkrete Angaben zur feria taurina der südspanischen Metropole
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Wie schon von den beiden neuen empresarios José Cutiño und Simon Casas angekündigt darf sich die afición im August diesen Jahres in der Malagueta von Málaga auf grossartige espectáculos taurinos freuen. Jetzt wo die Daten und die Anzahl der festejos taurinos feststehen, füllen sie sich nun auch mit bekannten Namen. Es ist eindeutig zu erkennen, wir die empresarios bemüht sind die grosse arte del toreo hier unterzubringen. Künstlerische Argumente sollen in Málaga dieses Jahr den Ausschlag geben. Es soll einer der besten ferias in diesem Jahr in Spanien werden. Der einzige unbekannte Faktor bleibt weiterhin der Star-torero José Tomás. Sollte aber sein Gesundheitszustand es zulassen wird mindestens einem Auftritt nichts im Wege stehen.

Hier die ersten Details:

14. bis 16. August

18 renommierte escuelas taurinas präsentieren hier ihren talentierten Nachwuchs.
Der Eintritt ist wahrscheinlich frei.
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17. August

Die drei besten novilleros der drei vorhergehenden Veranstaltungen 
treten in diesem Finale noch einmal gegen einander an.
Der Eintritt ist wahrscheinlich frei
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18. August
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19. bis 24. August

Schon einige namenhafte matadores de toros haben ihr kommen zugesagt:

Morante de la Puebla
Enrique Ponce
Julián López, El Juli
Alejandro Talavante
Miguel Ángel Perrera
Jiménez Fortes 
Juan José Padilla (?)
José Tomás (?)

(?) = noch nicht offiziell bestätigt
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25. August

Hier ist es gelungen ein cartel de lujo anzubieten um die feria taurina zu beenden:

Pablo Hermoso de Mendoza
Diego Ventura
Andy Cartagena

Die Veranstaltungen beginnen um 19:00 Uhr.

Montag, 3. Juni 2013

Das Kulturerbe muss warten




von Philip de Málaga


Die Ernennung der toros zum nationalen Kulturerbe wird sich wohl auf das nächste Jahr verschieben
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Die grösste Mediengruppe von Spanien, Vocento, hat heute verkündet, dass Spanien das viertlangsamste Land in Europa ist, wenn es darum geht politische Projekte umzusetzen. Davon sind auch die toros betroffen.

Wie politische Quellen aus dem spanischen Parlament dem Portal Europapress mitgeteilt haben, lässt sich der Zeitplan, die tauromaquia bis spätestens im September zum Kulturgut zu erklären, definitiv nicht einhalten. Man benötige noch mindestens drei weitere Monate um neue Verbesserungsvorschläge zu integrieren. Obwohl man daran arbeite sei der offizielle Amtsweg zur Schaffung eines neuen entsprechenden Gesetzentwurfes noch nicht einmal in die Wege geleitet worden. Auch sei man daran interessiert, mit dem neuen Gesetz die toros in Katalonien wieder möglich zu machen. Für all das benötigt es mehr Bearbeitung um dann schliesslich der Erklärung zum Kulturerbe erfolgsversprechend umsetzen zu können.

Sonntag, 2. Juni 2013

Renaissance

Die plaza de toros beginnen sich wieder zu füllen.
Mittlerweile bekennt sich jeder dritte Spanier zu den toros.
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von Philip de Málaga



Das war für viele Touristen doch sehr überraschend. Da reisen sie nach Madrid, besuchen den Prado sowie andere Sehenswürdigkeiten und beschliessen sich in der grössten plaza de toros von Europa, Las Ventas mal einen Stierkampf anzuschauen. Doch gerade in diesem Jahr standen die ausländischen Besucher nicht selten vor verschlossenen Türen. No hay billetes! Ausverkauft.  Hasta la bandera! 23.798 verkaufte entradas und das gleich an mehreren Tagen. Auch Valencia und Sevilla erfreuten sich schon eines grossen Besucherandranges, in Pamplona im Juli wird es nicht anders aussehen und auch die südspanische Metropole Málaga erwartet mehrere ausverkaufte Tage.

Keine Frage, seit 2007 hat sich die Zahl der festejos taurinos ungemein reduziert doch gerade in den letzten Jahren ist nicht nur das Interesse gestiegen, sondern auch die Zahl der aficionados hat sich erhöht. Im Jahr 2007 hat eine Gallup-Umfrage gezeigt, dass lediglich 27 Prozent der Spanier sich noch für die toros interessieren. Eine Zahl, mit der sich die antitaurinos gerne brüsteten. Sie tun es noch heute. Dass allerdings zwischenzeitlich ein neues Ergebnis vorliegt verschweigen sie wissentlich. Denn nach der jüngsten Gallup-Umfrage bekennen sich 33 Prozent der Spanier zu den toros. Jeder Dritte. Über siebzehn Millionen Spanier! Es gibt gewiss nicht wenige politische Parteien welche sich über solch einen Wert freuen würden. Und auch die Gegner der tauromaquia kommen nicht annähernd auf eine solche Zahl.

Dieser Erfolg ist ohne Frage auch den gegenwärtigen matadores de toros zu verdanken. Allen voran José Tomás, obwohl ihn zu sehen nur wenige aficionados in den Genuss kommen. Dann wäre da der Boheme Morante de la Puebla, El Juli, der Pirat Juan José Padilla und der Jungstar Alejandro Talavante


Mittlerweile hat dieser Trend auch die deutschsprachigen Medien erreicht. War man bis jetzt lediglich geneigt dazu über die wenigen und unbedeutenden Aktionen der antitaurinos zu berichten beginnen jetzt die Medien zu erkennen was wirklich in Spanien geschieht. Nehmen es war, dass die toros aller Voraussicht nach zum Kulturgut erklärt werden und vor allem die Tatsache, dass die Zahl der aficionados wieder am steigen ist, sowie die ausverkauften corridas.

Samstag, 1. Juni 2013

Corrida gitana

Ein Künstler, ein Gott im Stierkampf der Zigeuner
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von Dominik Sachsenheimer 


Ein schmaler Bursche,
Verdreckt und verarmt
Noch gestern ein Dieb
Und Streuner
Ist heute schon reich,
Ein Künstler, ein Gott
im Stierkampf der Zigeuner.

Er braucht die Betrunkenen für nichts auf der Welt
Als fürs Geld, das sie ordentlich zahlen,
Um sich einmal im Leben nur auszumahlen,
Wie ein Mann lebt, der sich selbst gefällt.

Ein dicker Beamter
Frustiert und verklemmt
Versagte noch gestern
Beim Ficken
Heute schon schwebt er
Gelassen durch Gassen
Das Kopfschütteln wurde zum Nicken.

Die Muleta fegte ihm Staub aus der Seele
Und verband den Rost blutenden Leib.
In Behördenkellern grub er nach Weisheit
Nun weiss er endlich Bescheid.

In Behördenkellern grub er nach Weisheit
Nun weiss er endlich Bescheid.

(1995/96)

Freitag, 31. Mai 2013

Stierkämpfe in Málaga




von Philip de Málaga


Dieses Jahr werden in Málaga im August die besten toreros der Welt antreten
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Die spanische Metropole Málaga ist nicht nur die Hauptstadt der Costa del Sol und der gleichnamigen Provinz Málaga, sondern in diesem Sommer ist sie auf dem Weg aller Voraussicht nach auch eine Hauptstadt des toreo werden. Dabei ging dieses Jahr für die Malagueta alles andere als gut los. Denn plötzlich stand sie ohne empresario da. Die temporada taurina in Málaga stand in der Gefahr dieses Jahr ein Reinfall zu werden. Für die Osterwoche ist kurzfristig Pepe Cutiño eingesprochen, aber auch er konnte für die traditionelle corrida de toros am Ostersonntag kein passendes cartel zusammenstellen. Lediglich am Ostersamstag kam es zu einer corrida picassiana mit nur einem matador als unico espada.

(Foto: Dr. Andreas Krumbein)
Danach wurde vom Kreistag das Management für die Malagueta neu ausgeschrieben. Und es gab einige Interessenten. Unter anderem Pepe Cutiño und der Franzose Simon Casas. Beide galten als Favoriten. Vor allem auch deswegen, weil beide, besonders Cutiño eine gute Beziehung zum Star-matador José Tomás pflegen. Und fast allen ist klar, wenn einer der beiden den Vertrag bekommt wird José Tomás im August in Málaga zu sehen sein. Doch dann kam eine überraschende Meldung: Cutiño und Casas bewarben sich gemeinsam um den empresario-Posten der Malagueta. Da brauchte der Kreistag von Málaga erst gar nicht lange überlegen und erteilte den beiden Ende letzten Monats den Zuschlag. 

José Tomás gleich zwei Mal in Málaga?
(Foto: mundotoro)
Nun brodelt es schon seit wenigen Wochen in der Gerüchte-Küche. Welche toreros wird es zur feria taurina in Málaga zu sehen geben? Und heute dringen erste Namen durch, nichts Offizielles, alles noch Gerüchte, aber irgendetwas scheint dran zu sein. Die mögliche Sensation dabei, der matador de toros José Tomás wird eventuell gleich an zwei Tagen in der Malagueta zu sehen sein. Einen tarde mit den matadores Juan José Padilla und mit José María Manzanares und einen zweiten mit El Juli und Morante de la Puebla. Zwei authentische carteles de lujo. Hinzu kommen andere bekannte toreros wie Enrique Ponce, Sebastian Castella, El Fandi, Talavante ... zahlreiche no hay billetes dürften in diesem Sommer in Málaga an der Tagesordnung stehen.

Dieses Jahr werden sich die 13.000 Plätze der Malagueta mit Sicherheit mehrmals füllen.

Donnerstag, 30. Mai 2013

Eigentlich wollen sie den Tod

Was antitaurinos wollen, ist nicht den edlen Stier am Leben zu erhalten,
sondern was sie verlangen ist ein schnelles Todesurteil
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von Philip de Málaga

Eine abolición de los toros hätte zur Folge, zum einen das etwas mehr als 230.000 reses getötet werden müssen, weil die ganaderías die Kosten nicht mehr tragen können und diese Tiere zur Fleischzucht nicht geeignet sind. Vor allem sind es die an die 120.000 toros bravos.

Mit gesenkten Köpfen ergeben sich die Stiere ihrem Schicksal.
Es ist nicht erwünscht dass sie das Leben eines toro bravo führen dürfen.

Zum anderen würde es das Ende des noblen toro bravo bedeuten. Der toro der es liebt seinem Instinkt des Angriffes zu folgen, der toro der mehrere Jahre in wunderbaren dehesas auf einem bis zwei Hektar grossen Land nur für ihn leben darf, von den Menschen unbelästigt, der toro der in der plaza de toros mit seiner bravura sogar ein indulto, eine Begnadigung erwirken kann und letztendlich der toro der relativ viel durch sein Umfeld zur spanischen Ökologie beiträgt.

Solche Bilder soll es laut den antitaurinos in Spanien nicht mehr geben.
(Foto: mundotoro)
Denn ein Punkt sollte mal klar festgehalten werden. Die antitaurinos setzten all ihre Kräfte, all ihre Beleidigungen, all ihre Hetzkampagnen, all ihren Lobbyismus ein, um ein Verbot der toros zu erwirken. Sie haben aber bis jetzt noch nichts, absolut gar nichts unternommen, um auch nur einem toro bravo das Leben zu retten, und noch viel weniger um das Überleben der Rasse des toro bravo durchzusetzen.

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Siehe auch:
PETA tötet Tiere, und nicht zu wenig, SfA-TAURONEWS vom 8. April 2013
Tod der Coquillas, SfA-TAURONEWS vom 13. Mai 2013

Mittwoch, 29. Mai 2013

San Isidro 2013



Fotoserie zu San Isidro








Mehr Fotos auf mundotoro

Seit 500 Jahren gibt es hier die Stiere - in Mexiko




von Philip de Málaga


Nachdem die mexikanische Provinz Sonora die toros verboten hat,
erklärt die Stadt Guanajuato die toros zum Kulturerbe
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(Grafik: mundotoro)
Der General-Gouverneur der zentral-mexikanischen Stadt Guanajuato, Don Miguel Márquez Márquez erklärte in seiner 171.000 zählenden Gemeinde die fiesta de los toros zum Kulturerbe des Territoriums. Die tauromaquia hätte in dieser Region ein Tradition von mehr als fünfhundert Jahren! Immerhin gäbe es in dieser Region ganze zweiunddreissig ganaderías. Allein schon wirtschaftlich gesehen ein wichtiger Faktor für Mexiko.

Mittlerweile sind es in Mexiko sechs Regionen die sich zur mundo de los toros bekannt haben: Aguascalientes, Querétaro, Tlaxcala, Hidalgo, Jalisco und eben Guanajuato. Mit anderen Worten, bis jetzt hat sich die Mehrheit der Mexikaner für die toros ausgesprochen. Einfach nur eine Tatsache.

Dienstag, 28. Mai 2013

Sollte man den Präsidenten in die Haftung nehmen




von Philip de Málaga


Hat man als taurino die Möglichkeit gegen fragwürdige Entscheidungen 
eines Präsidenten einer corrida vorzugehen?
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Warum eigentlich nicht? Da ist damals noch unter der Führung des spanischen Innenministeriums ein reglamento taurino entstanden. Als königliches Dekret von der spanischen Regierung, bzw. von den Landesregierung abgesegnet.

Warum fällt es den Präsidenten so schwer, sich nach dem reglamento taurino zu orientieren, bzw. sich daran zu halten. Dazu sind Gesetze doch da, damit sie umgesetzt werden. Wie kommt es dann, wenn zum Beispiel die Mehrheit in den tendidos für den matador ein oreja fordert, der Präsident dieses trofeo aber verweigert? So wie wir es gerade in Las Ventas mit dem matador de toros Alberto Aguilar bei seinem letzten toro und ihm somit auch die puerta grande versagte.

Oder umgekehrt. Nicht mal ein Drittel des Publikums verlangt ein trofeo, aber vom Präsidenten wird es trotzdem gewehrt.

Auch der Ex-torero Miguel Sánchez, der sieben Jahre lang den jeweiligen Präsidenten in der Provinz Málaga zur Seite stand sieht es recht eindeutig: "Vieles was man als asesor artistico sagt hören die Präsidenten zwar, nehmen es aber nicht wahr. Entscheiden letztendlich wie sie wollen. Sie haben manchmal den selben Einfluss wie schlechte Schiedsrichter beim Fussball und keiner kann dagegen etwas machen. Mir gefällt vor allem nicht, wenn die Mehrheit des Publikums ein oreja fordert und der Präsident dieses einfach ignoriert, obwohl er laut dem reglamento taurino dazu verpflichtet ist, diese Auszeichnung dem matador zu zugestehen."

Die Herren in der Präsidentenloge machen wohl was sie wollen. Wie Halbgötter thronen einige in ihren palcos und lassen es an Respekt dem zahlenden Publikum, den toreros und auch gegenüber dem empresario vollkommen missen. Das Internetportal mundotoro hat heute beim Juristen Joaquín Moeckel nachgefragt:

Joaquín Moeckel (Foto: mundotoro)
Welche Verantwortung trägt der Präsident einer corrida?

"Der Präsident in einer plaza de toros wird von einer öffentlichen Verwaltung bestimmt. In Andalusien ist es zum Beispiel die Landesregierung in Madrid die C.A.M, und so geht das schon  recht sukzessiv zu. Und so kan man es deuten, dass er hier als ein öffentlicher Beamter agiert. Und bei den Meisten handelt es sich ja auch wirklich um Beamte, vor allem von der Nationalpolizei. Aber ist gibt auch andere Beispiele, wie in Andalusien, wo auch schon mal einfach aficionados die Posten besetzen.

Um auf die Frage zurückzukommen. Jede Entscheidung, sei es durch eine Handlung oder durch Versäumnis, die einen groben Verstoss gegen das reglamento taurino innerhalb der plaza de toros darstellt, könnte zivil-, sogar strafrechtlich geahndet werden."

Kann man einen Präsidenten wegen Amtsmissbrauch anzeigen?

"Ich hatte es schon vorweg eindeutig dargestellt. Wenn ein Präsident grob und offensichtlich gegen das Reglement bzw. die unterschiedlichen reglamentos taurinos verstösst, warum nicht?" 

Das ist doch mal eine klare Ansage.

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Quellennachweise:
Moeckel: Por qué no se va a poder denunciar a un presidente por prevaricación? mundotoro, 28.05.2013
Ein Leben für die Stiere (2. Teil), SfA-Interview mit Miguel Sánchez

Montag, 27. Mai 2013

Bei Victorino Martin

SfA bei einer der berühmtesten Stierzuchten von Spanien
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von Colin Ernst 


Auf diesen Augenblick habe ich lange gewartet, einmal Stiere in der freien Natur zu sehen. Um neun Uhr geht es los, mit Jesus, auf die Finca Las Tiesas. Die Landschaft ist wunderschön, kleine Burgen zieren die Bergkuppen, Wildblumen, Raubvögel, Natur pur. Das Gelände der mehrere tausend Hektar großen Zuchtstätte endet an einem großen See, malerisch. Beim Durchfahren der Zufahrtsstrasse, wird mir bewusst, das die linke Seite ganz anders aussieht als die Rechte. Hier ordendliche Weideflächen mit schattenspendenen Bäumen, links verrottetes Unterholz, zugewachsene Büsche, verdorrtes Wildgras. Am Zaun prangt das bekannte Schild: "Coto de caza" Jagtgebiet. Jesus klärt mich auf, das die linke Seite zu einer anderen finca gehört, bei den Victorinos wird nicht gejagt. Alles soll möglichst der Natur überlassen werden. Und so sind die sensiblen Wildtiere, aus dem Jagtrevier zur friedlichen ganadería gewechselt. Muss so sein, ich sehe eine schlafende Eule in einem Baum sitzen - so lässt es sich leben. 

Als erstes besuchen wir das Museum. Das private Museum des maestros Galloso in El Puerto war dem toreroleben gewidmet, hier ist der Stier der Protagonist. Beim Betrachten der zahlreichen, gepflegten Stierköpfe, fallen mir imense Unterschiede auf. Dann wird mir klar, das ich hier gewissermaßen die Entwicklung der Stierzucht präsentiert bekomme. Der Stier vor fünfzig und mehr Jahren, sah ganz anders aus, als die heutigen Victorinos - es scheint als habe der Victorino an Gesicht gewonnen. Das älteste Exemplar dieser Rasse hatte einen kleinen Kopf und Hörner cornicorto, heißt kleinere nach innen zeigende Hörner. Der moderne Victorino hat eher die Form achucarado, heißt, vom seitlichen Kopf weg nach vorne zeigend, und von durchschnittlicher Länge. Das Museum erzählt Geschichten, alte wertvolle Bücher über die Zucht, zahlreiche Ehrenpreise und Fotos mit bekannten figuras, aber immer im Fokus - der toro bravo aus der Zucht Don Victorinos und seiner Familie. Leider ist die Zeit knapp, ein paar Stunden könnte ich hier schon verweilen. Ich bekomme den Festsaal zu sehen, die blitzblanke Küche, wo für die Gäste gekocht wird, alles sauber und gepflegt. 

Endlich gehts ins Herz der ganadería. Ich stehe in der kleinen Arena, schwinge kurz eine Übungscapa und stelle mir vor, wie der Züchter in dem Raum sitzt und durch das Fenster die zu selektierenden Tiere beurteilt, sich Notizen macht über ihre Veranlagung zur Zucht. Vor kurzem hat der matador de toros Talavante hier mit vacas geübt, um sich auf Madrid vorzubereiten. Er soll sehr gut gewesen sein... tja, Madrid is different. 

Nun geht es endlich mit dem Jeep ins Gelände. Rund um die Installationen wie Arena, Scheunen und kleinen Häuschen der Mitarbeiter sind die corrales gelegen. Alle sehr großzügig gestaltet und gepflegt. Nett wie ich nun mal bin, biete ich mich an das erste Gatter zu öffnen und bemerke ein weiteres Detail, der Torverschluss ist sorgfältig geölt, schnelles öffnen und schließen ist gewährleistet. In dem riesigen corral sind nur drei oder vier Stiere, es ist der Platz, wo die toros für Las Ventas gehalten wurden und die Stiere die jetzt hier faul im Gras liegen, sind die Ersatzstiere, die am Ende nicht nach Madrid transportiert wurden. Ein besonders schönes Exemplar fällt mir auf, das muss Venenoso sein, der sich vor der Abfahrt verletzt hatte und so die Reise nicht antrat. Er hat ein wunderschönes Gesicht. Beim öffnen des nächsten Gatters, zögere ich einen Moment. Weniger als zehn Meter vom Tor entfernt, steht ein echter toro, der uns interessiert betrachtet. Soll ich es wirklich wagen? Ich bin mir bewusst, das der Stier schneller bei mir ist, als ich wieder im Wagen. Aber ich weiß auch, das, wenn ich mich dezent und ruhig bewege nichts passiert. Ich muss ihn nur im Auge behalten. Einmal tief durchgeatmet, öffne ich möglichst geräuschlos die Wagentür, bewege mich ruhig und öffne das Tor. Der Jeep passiert langsam und beim Schließen des Tores sind es circa sieben Meter die mich und "meinen ersten toro bravo" trennen. Welch ein Erlebnis! Weiter geht es auf immer größere freie Flächen, wo einige Stiere bei den überdachten, schattenspendenden Futtertrögen stehen. Sie behalten den Jeep im Auge. Als wir uns bis auf zwei bis drei Meter nähern geht ein novillo in Angriffstellung, man sieht ihm an, das er wütent ist. Seine ganze Haltung signalisiert : "Noch einen Centimeter näher und es knallt"! Selbstbewusst und unverkennbar sauer über unser Eindringen in sein Revier. Man muss wissen, das jeder Stier eine Art unsichtbaren Bannkreis, querencia, um sich herum errichtet, und wehe dem, der diese Linie unwissend überschreitet.


Faszinierend zu beobachten, wie unterschiedlich die Tiere auf unsere Anwesenheit reagieren. Ein Exemplar hält Mittagsschäfchen. Wir halten direkt neben ihm und er blinzelt nur ein wenig. Dann bewegt Jesus, mein Führer, Fahrer und Experte, den Jeep ein bisschen vor.- und rückwärts, schon ist er auf den Beinen - blitzschnell! Ich fürchte mich kein bisschen, denn Jesus weiß was er tut, er ist quasi mit den Stieren aufgewachsen und kennt jedes Tier mit Namen. Es geht durchs nächste Gatter, aufs feie Feld, wo eine Herde vacas mit ihrem Nachwuchs grast, ein Deckstier ist bei der 25 köpfigen Herde. In einiger Entfernung sind Mitarbeiter der ganadería dabei Irgendetwas auszubessern, der Zuchtbetrieb wird sorgfälltig in Schuß gehalten. Der semental liegt unter einem Baum, seine Herde steht etwas entfernt, aber er hat Sie im Blick. Als wir uns nähern ist auch er sofort auf den Beinen. Wachsam verfolgt er unsere Bewegungen, jederzeit bereit seine Familie zu verteidigen. Ich kann beobachten, das sich die Gruppe zu einem goßen Kreis formiert hat, wie die Elfantenherden in Afrika. Eine vollkommen natürliche Reaktion, angesichts einer möglichen Bedrohung. Das Vatertier hat wohlgeformte Hörner, die Muttertiere haben eine andere Hornform, das pitón zeigt gen Himmel, pitón corniverde genannt. Durch die korrekte Hornform des Vatertieres, lässt sich dieser Defekt bei den Nachkommen ausgleichen. 

Ich lerne etwas über die Stierzucht im Allgemeinen. Der Zuchtberieb ist eine ganadería cerrada - heißt, das Erbgut wird nicht durch Einführung von fremden Blutlienen gekreuzt. Saltillo pur. Daher hat dieser Stier auch nur eine kleine Herde von fünfundzwanzig Kühen zu beglücken und man muss sehr gewissenhaft mit dem Erbgut umgehen, um es nicht mit der Inzucht zu übertreiben, denn dies kann zu schweren Erbschäden führen. Bei einem Bestand von gut 1.500 Rindern bestimmt keine leichte Aufgabe.


Wieder geht es zum Gatter, diesmal, stehe ich einem ganz anderem Typ toro gegenüber. Die Victorinos haben eine grauschwarze Fellfarbe, cárdeno oscuro oder claro (dunkel oder hell), je nach Farbtiefe. Hier stehen bunte, braun oder schwarzweiße Tiere, deren Körperbau, Hornform und Gesicht ganz anders beschaffen ist. Die Familie Victorino hat diese Zucht vor Jahren gekauft, um den Fortbestand einer ehemals bekannten Blutlinie zu sichern. Es sind rund 500 Tiere, die erheblich weniger corridas bestreiten, als die Victorinos selbst. (Monteviejo, encaste Vega Villar - Santa Coloma und Urcola - Linien der Vistahermosa). 


Mein Blick schweift über die enormen Weideflächen, an derem Fuß der See liegt, eine unglaublich schöne Landschaft, mit gesunder, sauberer Luft. Ein paar Meter weiter, direkt vor unserer Nase, stürzt ein roter Milan zu Boden, blitzschnell hat er einen kleinen Nager gegriffen und macht sich mit seiner Beute davon. So etwas aus nächster Nähe zu erleben, ist wunderbar. Wir machen uns auf den Rückweg zu den Wirtschaftsgebäuden, nun hat der Züchter selbst, Zeit für mich und will mir seine Pferdezucht zeigen, die Lusitanos. In einer großen Scheune sind ein paar Pferdeboxen, hier stehen ein paar junge Lusitanos und Lusiaraber (Lusitano x Araber). Schicke Burschen, mit wachem Temperament. Die Lusitanos werden für die Dressur gezüchtet, die Lusiaraber sind für die Arbeit auf der finca bestimmt. Sie werden nur ein paar Stunden am Tag aufgestallt, ansonsten leben sie frei und fröhlich, auf den Weiden der Farm. Ein hübscher Brauner sticht mir ins Auge, er ist noch etwas scheu. Was nicht verwunderlich ist, denn bis auf die jährlichen Impfungen haben sie eigentlich kaum menschlichen Kontakt, das ist auf der iberischen Halbinsel meisst so üblich. 

Neben den Boxen ist ein geräumiger Pferch, ein "Minitoro" steht dort, die Mutter hat ihn nicht angenommen, so wird er mit der Flasche großgezogen. Das Kälbchen ist ganz zutraulich, schnuppert an meinen Händen und Gesicht, lässt sich den Rücken kraulen. Kleine Hörnchen wachsen seitlich aus dem Köpfchen. Ich muss unbedingt etwas ausprobieren... Wie der torero mit der muleta, führe ich langsam meine Hand zum äußeren Horn und bewege sie dann weiter zur Seite und zurück. Es funktioniert, das Köpfchen folgt genau den Bewegungen meiner "muleta-Hand". Das Ergebnis jahrhundertelanger Selektion ist demonstriert. Wie ein Hütehund oder ein Rennpferd zu einem bestimmten Zweck gezüchtet, zeigt mir dieses Kerlchen, das es schon im zarten Kindesalter das macht, wozu es gezüchtet wurde, der Bewegung auf diese bestimmte Weise, zu folgen. Natürlich wird dieses Kalb nicht die Arena sehen, es hatte Menschenkontakt, ausgeschlossen, das es gegen Menschen antritt. 

Aber zurück zu den Pferden, den Lusitanos, die eigentlich eine portugisische Rasse sind. Einst haben die Portugesen mit dem spanischen PRE veredelt, mitlerweile sind sie um einiges besser als ein PRE. Warum? Nun, ihr Bewegungsablauf ist nicht durch Bügeln oder hohe Knieaktion geprägt, sie können es mit einem Sportpferd jeder Rasse aufnehmen. Sie sind sitzbequem und menschenbezogen. Dazu kommt ihre hohe Veranlagung zu Piaffe und Passage, Seitengänge zeigen sie spielend. Braucht ein Warmblutpferd normalerweise eine längere Lehrzeit und will auch länger warmgeritten werden, zeigt mir der Lusitano schon nach kurzer Zeit Ergebnisse. Durch sein Exerieur ist er wie geschaffen für hohe Schule, Zirkuslektionen oder Doma vaquera. Auch der Charakter dieser Rasse ist bemerkenswert. Sie lernen schnell und vergessen das Gelernte nicht. Sind die jungen drei bis vier jährigen Exemplare noch etwas grün und ungestüm, ist ein älterer Lusitano, ein echter Kamerad und Gentleman. Nervenstark und zuverlässig. Bei den rejoneos sieht man diese Rasse häufig, beliebt wegen ihrer hohen Beweglichkeit, Eleganz, Rittigkeit und Nervenstärke. Nachdem ich mir die Stallschönheiten angesehen habe, alle übrigends aus den besten Blutlinien gezogen, geht es in den Arbeitshof, wo man extra für mich ein paar Stuten mit Fohlen, im großzügigen Freilaufplatz, eingestellt hat. Eine kleine Herde, mit einem Araberhengst, einem schicken Kerl in weißer Jacke, der seine Stuten auf ganz natürliche Art und Weise deckt. Die Mutterstuten sind Lusitanos, die Nachkommen sind die Lusiarabes, sehr beliebt bei Vaqueroreitern. Hier kann ich mir den Nachwuchs ansehen. Überaus schöne Fohlen, noch in dunkler Jacke, die mit zunehmenden Alter von Grau nach Weiss wechseln wird. Stolze Haltung und ein vielversprechender Bewegungsablauf, "mit viel Gummi" wie die Fachleute sagen. Die Rasse hat einen sehr harmonischen Körperbau, nicht zu lang und nicht zu kurz, schön abgerundet, schräger Schulter, tragfestem Rücken und Genickfreiheit, gut angesetzte Halsung und korrekte Stellung, schicke lange Mähnen, machen es einem leicht, sein Herz zu verlieren. Im Stockmaß liegen die Lusitanos im mittleren Bereich bei 1,65 / 1,70 Metern, letzteres eher selten. Aber sie machen sich groß, was ein harmonisches Gesamtbild unter dem Reiter zeigt, wie ich nun sehen kann. Wir sind zu dem Reitstall gefahren, wo zur Zeit die Ausbildungspferde stehen. Einige in geräumigen Außenboxen, direkter Kontakt zum Nachbarn garantiert. César, der Bereiter, muss sich sputen, einen der jungen Hengste für uns zu satteln und vorzustellen, unser Besuch war nicht angekündigt. Der junge Hengst aus allerbester Familie, zeigt einen guten, raumgreifenden Schritt, der Trab ist locker und vielversprechend, die Galopade schwungvoll und taktrein. In der Trabverstärkung beginnt der Reiter zu schwärmen, bei Piaffe und Passageansätzen, kann man nur staunen, mit wieviel Leichtigkeit er diese Lektionen präsentiert. Seitengänge wurden ihm in die Wiege gelegt. Ich bin überrascht, denn keine der Übungen hat einen hohen, körperlichen Einsatz des Reiters gefordert. Kurze leichte Hilfen und das Pferd spielt mit, einfach nur schön. Eine Pferderasse, die begeistert. Meine Zeit neigt sich dem Ende zu.


Auf dem Weg zum Mittagessen, gegen fünfzehn Uhr, sehe ich im Vorbeifahren die Herdenverbände der Lusitanos und der Stiere, weit verstreut im campo bravo. "Schöner gehts nicht", denke ich, Tiere die in absoluter Freiheit aufwachsen, Natur pur. Als ich mit Victorino Martin und dessen Tochter Pilar, wie ihr Vater, Veterinärin  am Tisch sitze, bekomme ich vor lauter Fragerei kaum einen Bissen runter, ein interessantes Gespräch über Stier.- und Pferdezucht, Vererbung und Tradition. Diese Tradition bewirkt auch, das die Angestellten der ganadería nun schon seit drei Generationen bei den Victorinos in Lohn und Brot stehen. Fast alle wohnen auf den Fincas, wie in alten Zeiten, eine große Familie. Tradition heißt auch, das hier die Stiere auf alt hergebrachte Weise umgeweidet und trainiert werden, also mit Pferd, Reiter und Hund. Die Verantwortung, die nun auf den Schultern Victorinos und seiner Tochter Pilar lastet, ist enorm. Nicht nur der Erhalt der toros bravos, Erhalt der Arbeitsplätze, Fortbestand diese Naturparadieses, mit ihren freilebenden Tieren, Erhalt eines natürlichen Ecosysthems, und viele Details mehr, verlangt einen großen Einsatz der Familie Victorino Martin. Aber wir alle, ob reiner Naturliebhaber, Pferdefreund oder aficionado, können etwas dazu beitragen, das all dies erhalten bleibt. Die ganadería wird in Zukunft das Seine dazu tun, die Zuchtstätte wird ihre Pforten dem Publikum öffnen. Bis September wird ein Programm ausgearbeitet sein, das reale Ausflüge in die Welt der taurinos gestattet, Kultur und Gastronomie wird nicht fehlen. Ein Jeder ist eingeladen, die Stiere und Pferde in ihrer ursprünglichen Umgebung kennen zu lernen.. Mein Besuch hier ist nun zu Ende, ich trenne mich nur schweren Herzens, von all dem hier, es hat mir den mundo taurino noch näher gebracht. Aber es wird nicht der letzte Besuch bei den Victorinos sein, ich habe Freunde gewonnen, neue Kontakte geknüpft, was in Zukunft hoffendlich "Stoff" für weitere Berichte und Interviews liefert. Mein persönlicher Dank gilt Pilar Victorino und Ihrem Vater Victorino Martin und Marlen Fernández, ihrem Mann Jose Luis Carabias, ihrem Freund und Fotografen Ivan Lopez Matito, Jesus, César, und all den Anderen die sich die Zeit genommen haben, meine Fragen zu beantworten und mich echte taurinische Luft schnuppern ließen.
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