Dienstag, 24. September 2013

Logroño: Eine andere Sicht




von Colin Ernst


Über Gewinner und Verlierer
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Als ich mir die toros der gestrigen corrida in Logroño ansah, musste ich zugeben, daß sie vielversprechend aussahen. Astifinos, mit schicker Jacke, vom Gebäude her korrekt, ja das sah ganz gut aus. Besonders der burracco gefiel mir, andere nennen es auch ensabanado, diese weiß- gepunktete Fell. Ein Blick auf das cartel und ich zählte schon die Trophäen. Padilla, mindestens zwei, Fandiño ebenfalls und Talavante dürfte eigentlich auch so in diesem Mittel liegen. Es sind Juan PedrosDomecq in Reinkultur, die Favoritenzuchtliene fast aller toreros.

Der erste toro für Padilla war das was ich erwartet hatte, schick präsentiert, anfangs motiviert aber im ganzen etwas emotionslos. Der Präsident verweigerte die vom Publikum geforderte Trophäe, meines Erachtens zu Unrecht.

Der Gewinner des Tages: Ivan Fandiño
Auf Fandiño habe ich diese Saison immer „blind“ gesetzt, er steigert sich von corrida zu corrida  In Logroño haben ihn die Juan-Pedros nicht sehr belästigt, für Triumphe fehlte es an toros.

Der zweite, bunte Stier von Padilla, hat mich nicht enttäuscht, der maestro konnte sein ganzes Können zeigen und Emotion in die tendidos übertragen, dazu braucht es einen Stier und Padilla.

Der Verlierer des Tages: Talavante
Was war los mit Alejandro Talavante?  Kurz gesagt, die toros mochten ihn nicht und er sie auch nicht. Die Chemie stimmte überhaupt nicht. Die toros konnten mit seinem Konzept gar nichts anfangen. Man kann es drehen und wenden, die toros haben versagt, angesichts des toreros, und der torero hat versagt, angesichts der toros. Ein Totalausfall, der vom Publikum entsprechend honoriert wurde. Silencio und bronca, das gab es zuletzt in Las Ventas mit den toros von Victorino Martín. Zufall? Die beiden führenden ganaderías – und Talavante



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Siehe auch:
Logroño: Nur wenige Zuschauer, drei orejas und eine vuelta

Montag, 23. September 2013

Logroño: Nur wenig Zuschauer, drei orejas und eine vuelta




von Philip de Málaga


Iván Fandiño überzeugt mit beiden Stieren
Juan José Padilla gibt eine saubere Leistung ab
Talavante möchte diesen Nachmittag lieber vergessen
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Gerade mal etwas mehr als die Hälfte waren die tendidos besetzt. Etwas mehr als 5.000 Besucher. Da hatte man wohl mehr erwartet. So sehen gab es die Stiere der Zucht Juan Pedro Domecq.

Der matador de toros Juan José Padilla hatte einen toro, Vahído, was für Schwindel steht. Er war recht serio, noble aber auch ein wenig blando und brachte 517 Kilo auf die Waage. Der maestro empfing ihn auf den rodillas, und später mit der muleta gelangen ihm wunderbare Manöver mit temple. Vor allem die naturales hatten es dem Publikum angetan. Doch den toro verliessen zu zügig die Kräfte. Mit einer estocada, nicht ganz so kraftvoll angesetzt verweigerte ihm der presidente ein oreja, obwohl die Mehrheit in den tendidos verlangte. Vuelta al ruedo.

Trágico, der zweite toro brachte 531 Kilo mit ins ruedo. Aber wie der Name versprach sollte es für den matador de toros Iván Fandiño nicht werden. Der Stier zeigte sich höchst angriffslustig. Schon zu Beginn als Fandiño mit wundervollen verónicas begrüsste. Besonders hervorzuheben die ersten quites, also jener Part er den toro vom picador wegführte, wo er herrliche chicuelinas zum Besten gab. Er widmete den Stier dem Publikum und begann eine faena mit viel temple und wo es ihm gelang viel Dominanz über das Tier zu zeigen. Mit tiefgeführter Hand vollführte er einige muletazos largos. Obwohl ihm beim Todesstoss nur eine media estocada gelang, sie war tödlich und der Belohnung gerechtfertigt: Oreja.
Talavante, das war heute nicht sein Tag.
Alles andere als faszinierend war der 505 Kilo schwere Fascinador. Ein toro ziemlich corto und überhaupt mit wenig raza. Alles andere als ein toro noble. Keine Ehre für den ganadero. Und so konnte der matador de toros Alejandro Talavante mit ihm auch nichts anfangen, was man in die tendidos hätte übertragen können. Silencio für beide, für toro und torero.

Bramido mit 512 Kilo (Foto: mundotoro)
Auf den vierten toro de Tages wartet man voller Spannung. War er doch schon wegen seinem Fell in einigen Medien heute vormittag abgelichtet. Bramido, sein Name, das Gebrüll, der Brunftschrei brachten 512 Kilo mit zur corrida. Auch diesen empfing Padilla auf den rodillas mit zwei sehr langen largas cambiadas. Es folgten beeindruckende lances und die emoción erreichte die tendidos. Schliesslich wurden vom matador selbst die banderillas gesetzt, spektakulär wie immer. Auch er widmete den toro dem público und begann auch das letzte tercio begann der torero auf den rodillas, auf den Knien. Padilla wirkte sehr entspannt und vollführte eine ruhige Arbeit mit viel temple, geprägt von muletazos largos. Gegen Ende der faena versuchte der torero durch künstlerische Bewegungen noch ein wenig Eleganz in das Schauspiel zu bringen und tötete dann mit einer media estocadaOreja.

Ein derechazo von Padilla
Mit 534 Kilo betrat Castigado die Szenerie. Kein einfacher toro, sehr beweglich und dachte auch nicht immer daran die capa oder die muleta eben so zu passieren wie man es erwartete. Doch Iván Fandiño zeigte sich höchst professionell, war sich seiner Sache sicher und es gelang ihm ebenfalls diesen toro zu dominieren. So begann er mit viel Geduld den Beginn seiner faena um den toro einfühlsam dem roten Tuch näherzubringen. Mit viel temple gelang es ihm den Stier zu beherrschen, und es gelangen ihm wunderbare Manöver der Langsamkeit, die die tendidos wieder erreichte. Mit einer gelungen estocada erlangte der torero seine zweite trofeoOreja.


Fandiño dominiert den toro
Der mit 552 Kilo schwerste toro, Paparucho, besiegelte den erfolglosen Nachmittag eines Talavante. Es sollte nicht sein Tag sein. Obwohl er versuchte das público anzusprechen, das Tier gab ihm nicht viel Möglichkeiten. Lediglich ein paar quites konnten überzeugen aber als er dann mit der estocada auch noch versagte, kannte man in den tendidos nur eine Reaktion: Bronca.
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Plaza de toros "La Ribera" in Logroño
Toros aus der ganadería Juan Pedro Domecq
Für die matadores de toros
Juan José Padilla - vuelta al ruedooreja
Iván Fandiñoorejaoreja
Alejandro Talavante - silencio, bronca



Paco Ojeda, Litri und El Tato




von Philip de Málaga


Die Altmeister betreten in Frankreich noch einmal das ruedo
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Wie jedes Jahr wird zu Füssen der Burg Beaucaire in der südfranzösischen Region Languedoc-Roussillon eine plaza portátil installiert um am 19. Oktober eine novillada zu veranstalten. Eigentlich nichts ungewöhnliches, würden sich dort nicht auch diestros vergangener Tage ein Stelldichein geben. Unter anderem der 59-jährige Paco Ojeda (Puebla del Río, Sevilla), der wenn überhaupt nur noch als rejoneador aktiv war, der 53-jährige El Mangui (Sanlúcar de Barrameda), der 46-jährige Miguel Báez Litri (Madrid), und der 43-jährige El Tato (Zaragoza). Ergänzt wird das cartel Javier Conde (Málaga) und der Franzose Román Pérez (Arles).

Vor diesem idyllischen Hintergrund in Beaucaire wird eine besondere novillada veranstaltet.
Die 6 novillos 6 kommen von der ganadería José Luis Marca.

Das Besondere an dieser Veranstaltung ist die musikalische Begleitung: Die bekannte Flamenco-Sängerin Estrella Morente wird den Paso Doble bei den faenas ersetzen. Auch der banderillero Paco Peña will mit seiner Stimme dazu beitragen.

(Foto: mundotoro)
Schon gestern Nachmittag trafen sich die maestros auf der ganadería Jandilla wo sie von dem propietario Borja Domecq begrüsst worden sind, um sich wieder in ein wenig Form zu bringen.

Steinbeck: Über mögliche Emotionen bei den Stierenkämpfen




von John Steinbeck

Der amerikanische Autor und Nobelpreisträger wendete sich auch der mundo de los toros zu. Die folgenden Zitate kommen aus einem Bericht, die Steinbeck 1968, also ein Jahr vor seinem Tod veröffentlichte:

John Steinbeck
"Es gibt eine Bestätigung, 
die nur Angelsachsen 
als Sport bezeichnen, 
hassen und aber 
auch herdenweise besuchen. 
Das ist der Stierkampf.

Vom ersten Entsetzen kam ich 
zur sterblichen Schönheit, 
zur Form und Außergewöhnlichere 
einer verónica bis hin zu der faena.

Und ich habe ein paar grossartige 
und wunderbare Dinge 
Der matador de toros Manolete, den
Steinbeck mehr gesehen hat, als sein
amerikanischer Kollege Hemingway.
in den plaza de toros gesehen. 
Aber es gibt davon nur wenige, 
und man muss manchmal 
sehr viele corridas besuchen, 
bis man in den Genuss 
eines wirklich guten Kampfes kommt.

Aber ich nehme an, 
dass die meisten grossartigen Dinge 
in dieser Welt selten sind. 
Wie viele richtig Musikstücke gibt es? 
Wie viel erwähnenswerte Theaterstücke 
und wie viel Topweine?

Ich glaube, ich habe die meisten 
der möglichen Emotionen 
über die tauromaquia erleben können 
und bin so zu der Überzeugung gekommen, 
dass die unvergleichliche Kühnheit 
eines matadores sich auf eine besondere Weise 
auf das Publikum überträgt."
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Ich sah sogar Manolete..., John Steinbeck, 1968

Sonntag, 22. September 2013

Nimes: Eine erfreuliche Überraschung




von Ursula Herzog


Auch ohne José Tomas grosser Besucherandrang in Nimes
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Die feria des Vendanges 2013 war die erste feria ohne den matador de toros José Tomás seit dem Jahr 2010. Trotzdem war der Besuch der Arena ausgezeichnet. Es ist klar, dass die Vendanges 2012 mit dem „en solitario“ von José Tomás alle Rekorde gesprengt hatte. Dennoch war die Zahl der Eintritte 2013 größer als die Zahl der Eintritte 2009 und 2010. 2013 lag sogar nur um 800 Besucher hinter dem Jahr 2011, wo José Tomás auf dem Programm stand.

Plaza de toros in Nimes (Foto: mundotoro)
Diese feria zählt zu den „Top 6“ unter den 34 ferias des Vendanges, die bisher stattgefunden haben.

Wenn die Stiere im Mittelpunkt stehen



von Colin Ernst
(Fotos: mundotoro)


Logroño, der zweite Tag, ein Wettbewerb der Stierzuchten
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Spannung pur in der halb vollen plaza von Logroño, dem coso La Ribera, so zumindest, hatte ich mir die Überschrift gewünscht. Wann hat man schon mal die Gelegenheit, sechs verschiedene ganaderías, die alle auf der gleichen Zuchtbasis züchten, zu sehen. Und mit sechs verschiedenen toreros, von denen einige als Spezialisten bekannt sind. 

Wenn die toros im Mittelpunkt stehen
Misterio, 515 Kilo
Den ersten toro, Misterioso, 515 Kilo schwer, negro (entrepelado, bragado, meano, was heißt er ist schwarz mit weißen Stichelhaaren und weißen Flecken unter dem Bauch) aus der ganadería José Escolar, wurde dem matador de toros Luis Bolivar zugelost. Der Stier erfüllte alle Anforderungen im tercio de varas. Anfangs noch etwas suelto, mit erhobenem Kopf unruhig umherstreifend im Part der banderillas, bot er sich doch im letzten tercio dem matador an. Mit gutem Schwung und schönem Rhythmus ergab er sich seiner Aufgabe. Bolivar konnte besonders über die linke Seite eine schöne, in die Tiefe führende faena herausarbeiten. Ein guter Stier, trotz seiner züchterisch bedingten Eigenarten. Leider hatte der diestro Probleme mit dem Abschluss, was eine Trophäe ausschloss. Ovación für den toro der ganadería José Escolar, silencio für Luis Bolivar. Dieser Misterioso war mein Favorit und hätte die estocada gesessen, wäre ein oreja für Bolivar sicher gewesen. Ich erlaube mir sogar zu sagen, das dieser Stier für zwei Trophäen gut war. Toro bravo!

Pajarito, 468 Kilo
Pajarito, aus der ganadería La Quinta, cárdeno (grau) war mit 468 Kilo der der leichteste in der corrida und der matador de toros Paco Ureña hatte es nicht immer einfach, typisch für diese encaste. Am Pferd machte sich der toro ausnehmend gut, während er bei der faena mit der muleta nicht immer mitspielte. Die teilweise wütenden Attacken ließ der erfahrene Ureña über sich ergehen, sicher führte er den Stier und tötete recibiendo. Auch wenn der Stier etwas soso war,  kommt Unverständnis auf wenn man die Bewertung dieses Paares sieht. Silencio für toro und torero. Ein geiziges Publikum. Paco Ureña hätte sein oreja mehr als verdient, denn der Stier senkte nicht allzu demütig das Haupt, sondern agierte in der Mehrzahl der faena mit halbhohem Kopf. Um dann trotzdem so eine gediegene Vorstellung abzuliefern erfordert es Intelligenz, Wissen und Können. Obendrein das Risiko, recibiendo zu töten, bei solch einem Exemplar … oreja de ley, meines achtens, für diesen bemerkenswerten torero.

Mercedario, 563 Kilo
Mercedario aus der ganadería Flor de Jara, mit 563 Kilos der schwerste toro aus der ganadería Flor de Jara machte es dem Mexikaner Joselito Adame nicht einfach. Wie beinahe alle toros, die auf dieser Basis gezüchtet werden (Santa Coloma-Albaserrada), bestand er die Prüfung des picadores ohne Probleme, allerdings ließ sein Eifer bald nach. Auf der rechten Seite gelangen Adame einige schöne aber kurze muletazos, aber die Chemie schien nicht zu stimmen, was keine Höhepunkte bescherte. Gute estocada.  Silencio für toro und torero  Das Ganze wirkte etwas abgehackt und langweilig. Es wäre ein halbherziges oreja gewesen.

Madrono, 513 Kilo
Madronocárdeno aus der Zucht Adolfo Martín, war der 513 Kilo schwere Gegner von Rubén Pinar. Ein komplizierter Vertreter seiner Zucht. Dieser Stier hinterfragte alles. Dies erfordert große Erfahrung. Auch ließ er sich leicht ablenken, was bei diesen wachen Gesellen typisch ist. Auch Madrono zeigte seine ganze Stärke im tercio de varas  aber es war ersichtlich das Pinar mit diesem Exemplar wenig anzufangen wusste. Jede Wette, ein El Cid hätte ihm ein oreja abgetrotzt. So gab es silencio für beide Protagonisten.

Huesino, 548 Kilo
Huesino, der toro für Antonio Nazaré aus Sevilla, gezüchtet von Ana Romero, bot ein beeindruckendes Schauspiel am Pferd, aber dann war der 548 Kilo Stier auch schon geschafft. Nazaré bot wirklich sein ganzes Können auf, aber es war einfach kein Weg zu finden, den toro zu animieren. Auch dieses Paar wurde durch Schweigen gestraft.

Ein derechazo von Esaú Fernández
Barrabasillo, 527 Kilo
Barrabasillo, 527 Kilo, negro aus der ganadería Juan Luis Fraile war der letzte toro des Nachmittags. Esaú Fernández, der für Martin Escudero einsprang, hatte sich wohl vorgenommen diese Chance zu nutzen. Gestärkt durch die gute Erfahrung mit dem Victorino den er vor kurzem indultiert hat, verstand er es, Tier und Publikum zu berühren. Empfing vertrauensvoll den Fraile Stier mit der porta gayola, auf den Knien vor dem Tor des torils. Esaú Fernández verstand den toro vorzüglich. Nach zwei picotazos des picadores, war Barrabasillos Mütchen etwas gekühlt und der junge torero belohnte ihn mit weichen, nach vorne führenden muletazos, die dem Stier wieder Vertrauen einflößten und so die faena zu einem flüssigen toreo machte. Auch dieser toro trug den Kopf meist hoch erhoben, was die Trophäe, welche das strenge Publikum am Ende gewährte, noch wertvoller macht. Eine Demonstration des „suerte“, denn Esaú Fernández vertrat Escribano, der bestimmt auch gut ausgesehen hätte mit diesem guten Exemplar de Frailschen Zucht. Ein torero der, wie sich zeigt viel Verständnis für diese schwierige encaste hat, sensibel mit dem Stier umzugehen weiß. Und auch kein Risiko scheut, wie er bewiesen hat. En hora buena – Glückwunsch!

Oreja für Esaú Fernández
Fazit: Für aficionados wie mich, die sich sehr für Stiere und deren Zucht interessieren, ein interessanter Event. Für toreistas nicht unbedingt ein künstlerischer Hochgenuss, eher gediegene Arbeit. Aber grade diese Arbeit fordert vom torero ein hohes Maß an Sensibilität, Einfühlungsvermögen Intelligenz, Flexibilität und Konzentration. Nicht jeder torero verfügt über diese Qualitäten, manche machen es sich mit den sogenannten Designerstieren zu einfach. Wenn sie dann mal einem toro bravo gegenüber stehen, geben sie mitunter ein trauriges Bild ab. Die ganaderos, die Züchter dieser speziellen Zuchtlinien, die sich heute präsentierten, dürfen auch ohne großen Applaus zufrieden sein. Was nämlich fehlt, sind toreros  die mit diesen toros umzugehen wissen. Diese Stiere wurden seit Jahrhunderten selektiert, ähnlich wie die Rennpferdezucht. Es ist etwas Besonderes, Erhaltenswertes. Vor allem haben sie trotz aller Selektion durch den Menschen nicht ihre Ursprünglichkeit verloren, ihre Angriffslust und Härte, wie sich besonders im tercio de varas zeigt. Und sie sind intelligenter geworden – sie gehen nicht grundlos auf alles los, sie wägen ab, bevor sie ihren Gegner attackieren. Sie geben nicht demütig auf, nein, die meisten tragen den Kopf hoch, das Maul geschlossen, bis zum Ende. Für mich war der toro der ganadería Escolar der Beste und der Name Esaú Fernández wird in meinem Gedächtnis bleiben.

Samstag, 21. September 2013

Aber die Wahrheit ist . . .




von Morante de la Puebla



Der maestro äusserte sich beim spanischen Fernsehsender Canal + über seinen Auftritt in Logroño.

"Der Stier hatte nobleza und ich wollte mich mit ihm auseinanderzusetzen um eine lange faena hinzubekommen, bei der ich dominieren konnte. Ich versuchte ihm den Weg zu zeigen, auch um ihn besser kennenzulernen. Am Ende bin ich in die Tiefe gedrungen um das Maximale ausdrücken zu können.

Ich fühlte mich dabei sehr gut, sehr glücklich und ich konnte es wunderbar mit dem espada beenden. Es war eine komplette Befriedigung, wobei es mir einfach nur gut ging. 

Das kann man sich noch nicht einmal anlernen, sich beibringen. Da setzt man mehr oder weniger einen Traum um. Aber die Wahrheit ist, man darf nie denken, dass man den Stier beherrschen kann, bis zu dem Moment, wo man ihn vor sich hat.

Es ist eigentlich ein Klischee und es gefällt mir gar nicht es zu sagen. Mut und Courage benötigt man für das ganze Leben. Aber um mit den Stieren zu kämpfen bedarf es mehr."

Über SfA --------------------------- VIELEN DANK an ALLE




von Philip de Málaga

Zahlen, Daten, Fakten
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Das Internetportal STIERKAMPF für ALLE, kurz SfA hat nun die Zahl von 75.000 Besuchern erreicht. Derzeit versteht es sich als das führende deutschsprachige Portal in Sachen der tauromaquia. Vor allem seit Februar diesen Jahres, wo SfA begonnen hat, fast täglich aus der mundo de los toros zu berichten ist die Zahl der Besucher um 300 Prozent gestiegen

Auch das Deutschsprachige Lexikon des Stierkampfs, der Cossío en alemán kann Rekordwerte verbuchen: Erst gerade mal 14 Monate online und schon wurden weit über 22.000 Begriffe nachgeschlagen. Hinzu kommt die Tatsache, dass mit weit über 1.750 Begriffen der Cossío en alemán wohl derzeit das grösste nichtspanische Nachschlagewerk in Sachen der toros sein dürfte. Ein gewisses Interesse muss es wohl im deutschsprachigen Raum für die toros geben. Anders lässt sich dieser Besucherstrom wohl kaum erklären. 

Obwohl SfA ein deutschsprachiges Portal ist, kommt nur jeder zweite Leser aus Deutschland. Ohne Frage ein Beweis für die Internationalität  der afición.




Selbst unterwegs wird SfA gerne gelesen. Immerhin 18 Prozent rufen SfA von einem Smartphone oder Pad ab. Bei iPhone und iPad liegt die Rate bei 7 Prozent.

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"Ich bedanke mich bei allen, 
die geholfen haben diese Portale zu fördern und aufzubauen.
Besonderer Dank auch an die Leser, 
die mit ihren privaten Mails 
ihre Zustimmung zu unserer Arbeit vermittelt haben.
Danke auch an das Team von SfA,
ohne deren Hilfe diese Plattform kaum bestehen könnte.
Nicht unerwähnt soll die intensive Arbeit von Colin Ernst  bleiben,
die mit ihrem unermüdlichen Einsatz 
für zahlreiche aktuelle Information aus der Welt der Stiere sorgt.
Dank auch an Klaus Colschen,
der mit seinem Team von Dreamlex
den Cossío en alemán ermöglicht hat.

Vielen Dank an alle."

Philip de Málaga
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Freitag, 20. September 2013

Logroño: Und wieder einmmal Morante



von Philip de Málaga
(Fotos: mundotoro)


Morante de Puebla gewinnt erneut die Herzen der Zuschauer
Auch Ángel Perera konnte überzeugen
Enrique Ponce ohne Glück
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Erneut gelingt es dem maestro Morante de la Puebla die Reihen in den tendidos vibrieren zu lassen. In Logroño, einer Stadt in der Provinz La Rioja, einer Zone der besten Weine der Welt, gab der derzeit beliebteste torero Spaniens eine fantastische Vorführung. Guter Wein und bester toreo, dass passt irgendwie zusammen. Veronicas zum Träumen, chicuelinas voller Eleganz übertrugen den duende in die tendidos
Und dann im dritten tercio, nur die ersten muletazos, das Publikum hielt den Atem an. Geradezu genial führte er die muleta mit der linken Hand. Derechazo, nennt man das im Fachjargon. Und dann auch noch wie Zeitlupe. 


So ein temple, eine solche Ruhe, solch dermassen langsam durchgezogene Manöver hatte man schon lange nicht mehr gesehen. Der Gipfel, die beste Darstellung und die geradezu Erleuchtung einer faena beschreiben es die spanischen Medien. Ein Höhepunkt der tauromaquia. Auch bei den letzten Manövern mit der muleta wurde das Publikum in Ekstase versetzt. Bewegungen, Harmonie, ein simpler Rausch der die Sitzplätze geradezu überflutete. Wenn der toro und der torero verschmelzen, wenn sie die Zusammengehörigkeit repräsentieren, dann erkennen, dann verstehen die taurinos, warum sie zu aficionados geworden sind. Dos orejas  eine wahrlich gute und durchaus gerechtfertigte Belohnung für diese Verschmelzung des Lebens mit dem Tod.

Animiert durch Morante trat Ángel Perera mit dem letzten toro des Tages an. Absolut kein einfacher Stier, aber der maestro verstand es mit einer grossartigen faena zu überzeugen. Der toro galoppierte gut an, und Perera führte seine muleta auffallend tief, was dem Manöver eine gewisse Langsamkeit vermittelte. 
Besonders lobenswert, der torero bewegte sich fast nicht vom Platz und führte viele seiner Manöver von derselben Stelle aus. Dominanz, das gefiel dem Publikum und dos orejas mehr als gerechtfertigt.

Der rangälteste matador in dieser Runde, der maestro Enrique Ponce hatte nicht nur Pech mit seinem lote, sondern konnte auch nicht mit der estocada überzeugen.

Puerta grande für Morante de la Puebla und Ángel Perera


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Logroño: Toros von der ganadería La Ribera für die matadores de toros 
Enrique Ponce (silencio nach einem aviso, ovación)
Morante de la Puebla (silencio und dos orejas)
Ángel Perera (silencio und dos orejas)
Circa 8.000 Zuschauer





Die Stiere in Spanien: Tradition, Kunst und Wirtschaft




von Enrique Ponce

Bei einer Podiumsdiskussion "Die Stiere in Spanien, Tradition, Kunst und Wirtschaft" in Alicante bezieht der matador de toros Enrique Ponce aus Chiva (bei Valencia) Stellung. 

Debatte in Alicante: Enrique Ponce, dritter von links. (Foto: mundotoro)
"Die Politik hat die Freiheit, die Herzen, die Gefühle 
und die wirtschaftliche Bedeutung mehr als beeinflusst. 
Der Stier ist ein Markenzeichen unseres Landes 
und hat einen unzweifelhaften kulturellen Wert. 
Wenn es etwas gibt, dass uns Spanier so kennzeichnet, 
dann sind es die Stiere. 
Viele Bereiche leben von ihnen, 
wie der Tourismus, das Hotelgewerbe, die Gastronomie 
und zahlreiche Menschen verdienen direkt 
mit dem Stier ihren Unterhalt."

Donnerstag, 19. September 2013

Die Liberalen in Spanien setzen sich für die Stiere ein




von Philip de Málaga


Die UPyD fordert die Anerkennung der toros als immaterielles Kulturgut
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Die liberale UPyD, die Unión Progeso y Democracia (Union für Fortschritt und Demokratie) stellte einen Antrag, der sich eindeutig für die tauromaquia aussprach. Bekannt ist die Partei dafür, nicht nur dass sie sich zwischen PP und PSOE ansiedelt, sondern vielmehr dafür, dass sie regionale Nationalismen vollkommen ablehnt. Ein regionales Verbot der toros geht in Augen der UPyD gar nicht.

So haben sie in ihrem jüngsten Manifest klar Stellung bezogen:

Rosa Díez
Die fiesta de los toros, die verschiedenen Veranstaltungen dazu, die festejos populares, und die tauromaquia im Allgemeinen, erfassen alle sozialen Ausdrucksformen und alle kulturellen Bezüge zur lidia de los toros, und reflektieren damit Elemente, die es wert sind als immaterielles Kulturerbe deklariert zu werden.

Die Partei unter der Führung von Rosa Díez González vertritt den Standpunkt, dass Regionen nicht berechtigt sein sollten nationale Kulturgüter einfach abzuschaffen um provinzialischem Gedankengut Priorität zu verleihen. Hinzuzufügen sei, dass Rosa Díez sehr wohl mit europäischem Gedankengut vertraut ist. Immerhin war sie von 1999 bis 2007 Mitglied für die PSOE im Europäischen Parlament. 

Mit diesem Zugeständnis, denn die linken Parteien haben sich gegen die toros ausgesprochen, wird das Thema im Kongress am 26. September erneut verhandelt.