Sonntag, 22. Dezember 2013

Dominik Sachsenheimer: 10 Fragen 10





mit Dominik Sachsenheimer


Der in Freiburg geborene Deutsche wohnt derzeit in Hartford (Connecticut, USA). Seine erste Begegnung mit den toros hatte er 1989. Zwei später wurde er zum aficionado de toros. Als Finanzmanager bei einem grossen Unternehmen tätig beschränkt er seine Tätig als aficionado nicht nur auf das Zuschauen von den tendidos tätig sondern ist auch ein leidenschaftlicher aficionado práctico. Seit September gehört er als Amerikakorrespondent zum Team von SfA. Seinen Einstand hatte er mit einer Poesie über den matador de toros José Tomás: Ein zeitloses Geschenk aus jener Stunde in MéxicoDominik Sachsenheimer stellt sich nun den 10 Fragen 10:

1.Wie würdest Du am besten die derzeitige Krise geradebiegen?

Die Vielzahl der mano a manos ist inhaltlich oft kompletter Quatsch, scheint aber zu funktionieren. Im Moment sollte die erste Devise sein, die plazas voll zu bekommen. Langfristig sind die von Juli vor Jahren initiierten und von Fandiño, Perera, Talavante aufgenommenen öffentlichen Trainings mit aficionados zwischen 5 und 65 sowie das Verschenken von Karten an Schulkinder ein toller Weg sowohl die Zahl als auch die Qualität des Publikums zu sichern.

2. Dein Lieblingsrezept?

In Baden: Leberle sauer.
In Spanien: Pulpo al ajillo.


3. Dein Traum-cartel?

Da gibt es viele, hier nur einige Ideen:
MIURA: El Tato, El Fundi, El Juli
VICTORINO MARTIN: Espla, Cid, Morante
SAMUEL FLORES: C. Rincón, E. Ponce, mano a mano
ADOLFO MARTIN: Ruiz Miguel, P. Liria, I. Fandiño 
NUNEZ DE CUVILLO: Curro Romero, Rafael de Paula, Morante
JANDILLA: Manzanares padre, Joselito, Jose Tomas
ALCURRUCEN: Espartaco, C. Jiménez, M.A. Perera

Morante ist als einziger mehrfach genannt, natürlich würden Ponce, Juli, Rincón jedes der cartels aufwerten.

4. Bist Du ein Freak von etwas?

Wusste mal sämtliche Gewinner der Tour de France seit 1903 auswendig. Seit der Dopingkontrolle wird die Siegerliste aber zu unübersichtlich :-).

5. Was stört Dich am meisten?

Antitaurinos, die Menschenhass über vermeintliche Tierliebe stellen.


6. Welche Zeichentrickfilme gefallen Dir am besten?

Cinderella (1950), Les triplettes de Belleville (2003), Persepolis (2007).

7. Ein Bekenntnis?

Bin letzte Woche durch Zufall im TV auf "Dirty  Dancing" gestoßen und habe es bis zum Ende angeschaut.

8. Was scheint Dir lächerlich?

Siehe Frage 5.

9. Wie rufen sie Dich?

Sachse.


10. Was hat Dir selbst in dieser temporada gefehlt?

Die verletzungsbedingt abgesagte miurada von  El Juli in Sevilla.  
Und natürlich José Tomas.

Samstag, 21. Dezember 2013

Jetzt muss gehandelt werden




von Philip de Málaga


Stimmen zum neuen Regierungsprogramm für die tauromaquia

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Der matador de toros Enrique Ponce ist sich einig. "Noch nie in der Geschichte habe sich eine spanische Regierung dermassen für die tauromaquia eigesetzt! Das sei sehr lobenswert"

Und in der Tat, noch nie hat eine Regierung einen solch detaillierten Plan zum Schutz und der Förderung der tauromaquia erarbeitet und mehrheitlich abgesegnet. "Aber das muss hart erarbeitet werden," so der Minister für Kultur Don Ignacio Wert. Und er fügte hinzu, "denn dieser Plan benötige nun eine private Struktur, die es im toreo derzeit noch nicht gäbe." Um dieses umzusetzen müssen vorerst alle sektorbezogenen Differenzen beseitigt werden. 

Fernando Benzo
Auch der Staatssekretär des Kulturministerium Don Fernando Benzo bestätigte den Minister. "Wenn wir wirklich wollen, dass dieser Plan der Anfang von der Zukunft der tauromaquia ist, müssen zunächst einmal die widersprüchlichen Interessen überwunden werden, die sich im Sektor taurino finden. Wird dies erst nicht versucht, wird es ein Ende geben." 

"Man dürfe nicht davon ausgehen, dass die Administration alles Schlechte lösen kann. Wir sind keine Zauberer und wir haben auch nicht für alles Lösungen. Aber wir haben einen Plan erarbeitet, der eine gute Grundlage darstellt, die tauromaquia zu stärken wenn alle zusammenarbeiten."

"Es ist nicht das Ende, sondern der Anfang eines langen Weges, aber es bestehe das Interesse, dass sich alle mit in das Projekt der tauromaquia einbringen."

"Wir haben etwas zustande gebracht wo dachten, dass wir das nie schaffen werden. Als wir mit unserer Arbeit angefangen hatten und ankündigte, Ende 2013 einen strategischen Plan zum Schutz und zur Förderung der tauromaquia vorzustellen gab es welche die uns auslachten und andere die uns nicht glaubten. Und nun hier ist der Plan, präsentiert und auf den Weg  gebracht. Und bei der Erstellung wurden alle Sektoren mit einbezogen bis man ein gemeinsames Abkommen erreicht hat."

Und noch ein Wort zu Katalonien:

"Wenn das Gesetz den Respekt und Zugang zur Kultur der Bevölkerung ermöglicht, und das toreo ist nun mal ziemlich formell zur Kultur deklariert worden, ist es doch unwahrscheinlich, dass sich das Verfassungsgericht in dessen Händen die Entscheidung gerade liegt, sich gegen eine Rückkehr entscheiden sollte."

Freitag, 20. Dezember 2013

Stiere in Venezuela



von Philip de Málaga
(Fotos: mundotoro)


Was viele nicht wissen, in Venezuela ist die tauromaquia nach wie vor präsent
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Viele Menschen sind erstaunt, wenn sie erfahren, dass es in Venezuela immer noch oder überhaupt festejos taurinos gibt. Wie die empresa Ramguertauro verkündete, werden zur Feria del Sol in Mérida (Venezuela) eine novillada und sechs corrida de toros veranstaltet. Die plaza de toros "Román Eduardo Sandia" aus dem Jahr 1967 hat ein beeindruckendes aforo für 17.500 Zuschauer. Berühmte matadores wie El Cordobés, Paquirri, Victor Mendes oder José Ortega Cano haben sich hier schon gezeigt.


Und auch dieses Mal können sich die Zuschauer freuen, auf das was sie im Februar nächsten Jahres zu sehen bekommen. Grosse Stars der Toreroszene aus Spanien, Mexiko, Frankreich und Venezuela haben sich angekündigt. 

Paco Cano - 101 Jahre

Keine Frage, unter den Fotografen der tauromaquia gehört er zu den ganz Grossen
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von Philip de Málaga
(Fotos: tauromaquia.de, mundotoro)


Würde es unter den Fotografen der mundo de los toros ebenfalls ein escalafón geben, er würde mit Sicherheit ganz oben stehen. Paco Cano Lorenza, auch "Canito" genannt, ist am 18. Dezember 1912 in Alicante geboren. Mit 17 Jahren wollte er Boxer im Fliegengewicht werden. Er versuchte alles, um der Armut zu entkommen. So sprang er in Alicante als espontáneo ins ruedo und wurde erst einmal verhaftet. Schliesslich bekam er die Chance bei einer novillada in Orihuela (in der Provinz Alicante) als sobresaliente anzutreten, wo er sich erst einmal eine cornada zuzog. Während des spanischen Bürgerkrieges versteckte er sich im Haus seines Freundes Gonzalo Guerra Banderas, wo er das erste Mal mit der Photographie konfrontiert worden ist. Dann arbeitete er als Aushilfskraft in einem Labor einer Kosmetikfabrik, suchte aber weiterhin nach der Möglichkeit als torero seinen Lebensunterhalt zu verdienen.


Da für ihn der Weg ins ruedo immer unwahrscheinlicher erschien wendete er sich konzentriert der Photographie zu. Und dabei widmete er seine Objektive vor allem dem Thema zu, was ihm am meisten am Herz lag, der tauromaquia. Mit Erfolg, denn ziemlich bald war er für verschiedene Medien tätig, wie zum Beispiel die Tageszeitung ABC und besonders in der taurinischen Presse waren seine Fotos begehrt.

Seinen richtigen Durchbruch erreichte er mit einem eher traurigen Ereignis. Am 29. August 1947 war er der einzige Photograph der in Linares (Andalusien) die Zufügung der todbringenden cornada durch den Miura-toro Islero des matadores de toros Manolete ablichten konnte. Photos welche um die ganze Welt gingen.

Eine besondere Beziehung pflegte er mit dem Hause der Torerodynastie Dominguín. Vor allem mit Luis Miguel. Aber auch die matadores de toros Domingo Ortega und Pepe Luis Vazquez gehörten zu seinem Freundeskreis. Und heute nach 60 Jahren fühlt sich ein jeder geehrt mit ihm gesehen oder gar abgelichtet zu werden.

Paco Cano, rechts mit dem maestro Luis Miguel Dominguín
Aber auch von anderen bekannten Persönlichkeiten gelang es ihm einige wichtige Photographien zu erlangen, wie zum Beispiel Ava Gardener, Orson Wells, Sophia Loren, Garry Cooper und und dem Schriftsteller Ernest Hemingway. Selbstredend meistens bei einem Besuch einer corrida.

Mit einer Baseballmütze und einer Leica oder Canon ausgerüstet gehört der mittlerweile 101 Jahre alte Paco Cano seit 60 in den callejón der grossen corridas. Eine regelrechte Institution ist er geworden. Kaum einem Photographen gelang es so wie ihm die wichtigen Momente einer corrida einzufangen. So lässt es sich auch erklären, dass er viel dazu beigetragen hat, dass die mundo de los toros Teil der Schönen Künste geworden ist.

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Kulturminister Wert stellt den Plan für die Zukunft der Tauromachie vor




von Philip de Málaga


Die Regierung mach Ernst und hat heute einen Plan vorgestellt
um die tauromaquia zu fördern und zu schützen
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Es sind keine leeren Versprechungen, sondern die spanische Regierung will wirklich umsetzen, was sie versprochen hat. Heute legte der Kulturminister Don José Ignacio Wert ein Konzept vor, wie sich sein Ministerium die Förderung und den Schutz der tauromaquia vorstellt. Dabei wurden vor allem fünf Punkte hervorgehoben:
  1. Die Qualität des Produktes zu verbessern:
    1. Ausbildung von professionellen toreros.
    2. Verbesserungsmassnahmen in der Zucht des toros de lidia.
    3. Verteidigung der Authentizität der lidia.
    4. Massnahmen um die plaza de toros zu erhalten.
  2. Wettbewerbsfähigkeit:
    1. Ein neues reglamento taurino soll erstellt werden.
    2. Der öffentliche Verwaltungsbereich soll abgebaut werden, vor allem um Kosten zu sparen.
    3. Staatliche Absicherungen vor allem in Sozialleistungen sollen gewährleistet werden.
    4. Finanzierungen sollen spezifiziert werden.
  3. Informationsfähigkeit:
    1. Bekanntgabe von öffentlichen Bilanzen.
    2. Übersichtliche Darstellung der Kosten.
    3. Statistiken.
    4. Digitale Plattform.
  4. Kommunikation:
    1. Strategischer Plan für Kommunikation.
    2. Institutionelle Stärkung der tauromaquia.
    3. Programme um besondere Leistungen auszuzeichnen.
    4. Internalisierung.
  5. Zusammenarbeit:
    1. Die Schaffung eines Ausschusses, welcher die taurinischen Angelegenheit vertritt und berät.
    2. Programm um verschiedene Kooperationsaktivitäten in die Wege zu leiten.
    3. Kooperation mit anderen Ländern, wo es toros gibt.
    4. Programm um neue Geschäftsfelder in der mundo taurino zu schaffen.
Wie es scheint, strebt die derzeitige Regierung auch an, die toros zum Immateriellen Weltkulturerbe zu erklären zu lassen. Die entsprechenden Schritte sollen diesbezüglich in die Wege geleitet werden.

Man erkennt an dem Projekt, der Stierkampf soll nicht nur geschützt sondern mit allen Mitteln auch gefördert werden. Nach der spanischen Verfassung hat ein jeder das Recht an Stierkämpfen teilzunehmen sei es als torero oder nur als Zuschauer. Das ist einfach nur die Realität!
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LINK: PENTAURO

Welche Stierzucht hat die gefährlichsten Stiere?

Welche toros haben die meisten toreros auf dem Gewissen?
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von Colin Ernst 


Welches sind die ganaderías, die in diesem Jahr die meisten toreros in die enfermería befördert hat? Sind es die sogenannten corridas duras, mit toros wie den gefürchteten Miuras oder Victorinos? Oder sind es die sogenannten Designerstiere, die den toreros nach dem Leben trachten? Das Ergebnis ist überraschend.

(Foto: mundotoro)
Fünf Verletzte gehen auf das Konto der ganadería Alcurrucen-Lozano. Ein torero, zwei novilleros und zwei banderilleros fielen ihnen zum Opfer. Die den escalafón anführende ganadería Fuente Ymbro steht mit vier Opfern auf Rang zwei, traurige Tatsache, alle vier waren novilleros. Die ganadería Montealto ist mit 4 Verletzten gleich auf, ein torero, ein novillero und zwei banderilleros mussten in die Krankenstation. Die „gefürchteten“ Victorinos, konnten nur einen torero und einen banderillero in die Schranken weisen. 

Ein toro aus der ganadería Fuente Ymbro
Wie soll man das Ergebnis verstehen? Die ganadería Alcurrucen, encaste Carlos Nuñez hat zwar nicht so viele corridas bestritten wie Fuente Ymbro, aber die Zahl der Opfer ist fast gleich. Könnte bedeuten, das sich in Zukunft noch weniger toreros mit den toros der Alcurrucen messen wollen, sie sind gefährlich. Fuente Ymbro hat nur unerfahrene novilleros erwischt, anscheinend keine Gefahr, für den, der sein Handwerk versteht. So wird sich Fuente Ymbro weiter hin Beliebtheit erfreuen. Die Victorinos, hatten beinahe so viele corridas wie Fuente Ymbro, aber nur halb so viele Verletzte. Wenn ich mich recht erinnere, war es der erfahrene El Fandi, bei seinem encierro in Granada und der banderillero von Morante im französischen Dax. Könnte bedeuten, das sich vielleicht mehr toreros trauen, sich den vermeintlich gefährlichen und unbequemen encastes zu stellen.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Es geht voran!





von Philip de Málaga


Morgen präsentiert der Minister für Kultur 
den nationalen Plan für die Tauromachie
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Morgen um 9:30 Uhr wird der Minister für Kultur José Ignacio Wert in der Nationalen Bibliothek von Spanien den neuen strategischen Plan PENTAURO für die Förderung und Erhaltung der tauromaquia präsentieren. Begleitet wird er dabei von dem matador de toros Enrique Ponce und dem Präsidenten der Unión der Criadores de Toros de Lidia, Carlos Nuñez. Man darf gespannt darauf sein, welche neuen Ideen und Konzepte sie zu verkünden haben.

Das Tercio de Banderillas und sein Zweck (5. Teil)

von Domingo Delgado de la Cámara eingeleitet und übersetzt von Tristan Wood entnommen aus La DivisaClub Taurino of LondonNumber 168 - January/February 2006, S. 29-33: The Tercio de Banderillas and Its Purpose

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Übersetzung von Dr. Andreas Krumbein


Die letzte Generation von subalternos, die gut mit dem capote kämpfen konnte, war die von Chaves Flores und Tito de San Bernardo, und es ist über 25 Jahre her, dass sie aufhörten aufzutreten. Seit dieser Zeit ist eine absurde brega zur Norm geworden, eine die den Stier dem matador nicht zur Schau stellt und die voller Mängel ist. Diese brega, die sich durchgesetzt hat und die damit verbunden ist, dass man ständig rückwärts geht, so dass der Stier niemals passiert wird, ein toreo, der immer bei mittlerer Höhe und ohne die Hände zu senken ausgeführt wird, und ständige Bewegung ohne mit dem Stier zu einem Halt zu kommen sind sowohl schlecht als auch kontraproduktiv. Mit dieser Art der brega wird das Ziel, dem matador und den Zuschauern die Qualitäten des Stiers zur Schau zu stellen, nicht erreicht; so geschieht es, dass alle Stiere gleich erscheinen. Da der Stier sich dauernd in Bewegung befindet, aber nie am Tuch vorbeiläuft, kann man die Länge seines Angriffs nicht bemessen. Da die Hände nie gesenkt werden, ist es unmöglich die Fähigkeit des Stiers zum Senken seines Kopfes zu sehen. Natürlich wirkt sich all dies gegen den toreo aus, denn der Stier gewöhnt sich daran seinen Angriff abzukürzen und seinen Kopf hochzuhalten. Wie ich zuvor sagte, kann ich nicht verstehen, warum die Stiere von heute nicht lernen, wo ihnen doch sogar Aramäisch beigebracht wird.
Diese brega, bei der man rückwärts geht, die Hände hoch haltend, könnte mit schwachen Stieren gerechtfertigt werden, mit Tieren um die man sich kümmern muss, doch es ist völlig unangemessen mit kraftvollen Stieren oder Tieren, die Schwierigkeiten machen. Dennoch wird heutzutage allen Typen von Stieren dieselbe Medizin verschrieben.
Aber es gibt eine andere brega, eine die auf genau den gegenteiligen Voraussetzungen zu derjenigen, die heute praktiziert wird, beruht. Man geht nicht rückwärts, man sollte vielmehr vorwärts gehen, wobei man den Stier lehrt sich zu bewegen, anstatt ihn zu verschleißen. Wenn der toro denjenigen Punkt erreicht, an dem er in den Bereich des bregador gelangt, sollte der Mann stillstehen, die Hand so weit wie möglich senken und dem capotazo so viel Länge geben wie es ihm möglich ist. Auf diese Weise zeigt er dem Matador die Länge des Angriffs des Stiers und dessen Fähigkeit den Kopf zu senken. Mit einem Paar gut ausgeführter Capa-Pases an jedem Horn ist der toro erschlossen. Es ist sehr wichtig die Hand zu senken, so dass man den Stier daran gewöhnt seinen Kopf herunterzunehmen und dem Tuch bis zum Ende zu folgen. Und der Stier sollte nicht fallen, denn wenn der peón ein Gefühl für temple hat und die capa nicht mit plötzlichem Rucken bewegt, wird sogar ein toro mit geringer Kraft auf seinen Füßen bleiben.
Sicherlich ist es wichtig die capotazo zu beschränken und die geringst mögliche Anzahl auszuführen; ein guter peón wird nur einen oder zwei Pases mit der capa benötigen, um den Stier dorthin zu bekommen, wo er ihn haben will. Aber wenn ein peón sich entscheidet einen capa-pase auszuführen, sollte er niedrig sein und er sollte ihn ganz durchziehen, so dass der matador die Qualitäten des Stiers sehen kann und der Stier sich daran gewöhnt gut anzugreifen. Ein einziger gut gegebener capotazo ist viel besser als 40 Halb-capotazo, mit den Händen oben und diesen kleinen Rückwärtsfahrten: Obwohl man das letztere heutzutage häufig sieht, bewirkt es lediglich, dass der toro lernt Abstände zu bemessen - weite Abstände, wenn niemand mit dem Tier das tun will, was man 'torear' nennt. Wenn man den Stier in einem bestimmten Terrain dulden muss, sollte er sich selbst platzieren, dort wo er auf den peón fixiert ist; man sollte sich nicht auf ihn zu bewegen und, wenn er selbst vorwärts kommt, einen vollen capotazo ausführen, anstatt einen hochgezogenen Halb-capotazo, bei dem man rückwärts läuft. Das Ziel sollte immer sein, den Stier dazu zu bringen, seinen Kopf zu senken, und ihn vorwärts zu führen - aber alles, was heutzutage gelehrt wird, ist den Kopf hoch zu tragen und seinen Angriff abzukürzen.
Domingo Ortega
Wäre die heutige Art des Stierkampfes zu Domingo Ortegas Zeit gezeigt worden, hätte er seine gesamte cuadrilla 'rausgeschmissen. Es ist nun einmal so, dass stillzustehen und die Hand zu senken, Gefahr mit sich bringt; den toro jedoch nie zu passieren, lässt den furchtsamen Subalterno ruhig bleiben. Die Apostel der neuen Brega sind nicht berühmt für ihre Tapferkeit.
Wenn mir Leute erzählen, dass ein bestimmter subalterno es gut gemacht habe, sage ich immer dasselbe: "Lasst uns sehen, ob er, wenn im zweiten tercio ein Stier zum Stehen kommt, in der Lage ist, ihm nahe zu kommen und ihm seine capa vor die Schnauze zu halten." Sehr wenige sind dazu fähig - fast alle bleiben einen Meter entfernt und stampfen mit dem Fuß auf, was wirklich nur mit sehr wenig Tapferkeit verbunden ist.
Und dann muss man den Stier im tercio auch noch dazu bringen stillzustehen. Warum? Warum setzen sie die banderillas nicht dort, wo der Stier zum Stehen kommt, und warum sparen sie auf diese Weise nicht die Ausführung von capotazos und beschleunigen den Kampf? Der Grund ist, dass diejenigen, die die Stöcke in den Händen halten, fast nie Vertrauen in ihre Fähigkeiten als banderilleros haben.
Joselito "El Gallo"
Um capotazos zu vermeiden und das zweite tercio zu einer herrlichen, aber kurzen Zeit zu machen, wobei man sicherstellt, dass der Stier so wenig wie möglich lernt, ist es eine logische Folgerung, dass man die banderillas in jedem Bereich zu setzen hat. Überall dort, wo der Stier halt macht, sollte der banderillero darauf vorbereitet sein seiner Aufgabe nachzukommen. Dies würde eine Menge Arbeit mit der capa sparen, denn es ist nicht nötig den Stier zum tercio zu bringen; der Mann, der die brega ausführt, würde seine Beteiligung darauf beschränken, dem banderillero in Gefahrenmomenten zu Hilfe zu sein, wobei er den Stier vom Mann wegführt. Nicht nur die Arbeit mit der capa wird missbraucht, wenn die subalternos die banderillas setzen, sondern auch wenn matadores es tun - es gibt immer einen peón, der den Stier hierhin oder dorthin schiebt. In diesem Fall ist es für den Stier nicht nötig sich immer im tercio zu befinden, denn der matador sollte fähig sein auch in anderen Bereichen die banderillas zu setzen. Ungeachtet dessen verlassen sich dennoch die heutigen Matadores, die die banderillas setzen, zu sehr auf den subalternos, der den toro dorthin bringt, wo er ihn haben will. Dies ergibt kein gutes Bild der Fähigkeiten des matadores als banderillero, denn, wie schon Corrochano sagte, als er Joselito el Gallo rühmte, ist der beste banderillero derjenige, der den peón am wenigsten braucht - jemand, der in der Lage ist, mit dem Stier in allen Bereichen der plaza mit dem Stier zusammenzutreffen. Der letzte matador, der fähig ist ohne Hilfe der capa auch nur eines einzigen peón die banderillas zu setzen, ist Luis Francisco Esplá.
Die Schlussfolgerung, zu der man nach all dem gelangt, ist, dass es im zweiten tercio einen starken Missbrauch der Arbeit mit der capa gibt. Jeder akzeptiert heutzutage, dass der Stier, der die banderillas von den subalternos erhält, im tercio zum Stehen gebracht werden sollte, sogar obwohl dies der lidia in keiner Weise hilft und es nur getan wird, weil der banderillero sich in diesem Bereich am sichersten fühlt. Sei's drum. Aber lasst uns wenigstens versuchen, das zweite tercio mit so wenig capotazos wie möglich hinter uns zu bringen, und wenn sie ausgeführt werden, lasst es gute pases sein.

Wie kann ein Züchter die Zeiten der Krise überleben?

Wie der maestro César Rincón die Zukunft der ganaderías sieht
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von Colin Ernst 



(Foto: mundotoro)
Eine interessante Meinung präsentierte der maestro César Rincón, ehemaliger torero und heute ganadero. Nicht nur, das César Rincón, als ehemaliger Startorero die Szene und die toros kennt, er hat auch ganaderías auf beiden Kontinenten. In Spanien und in Südamerika. Hüben wie drüben, läuft das Geschäft schlecht für die Züchter und die plazas lassen sich nur schwer füllen. Aber der maestro ist ein Mensch, der sich in Krisenzeiten Gedanken um den Fortbestand der reses bravas macht. Besonders, da er sich bewusst ist, das einige, wertvolle Blutlinien dem Untergang geweiht sind. Und er stellt die These auf, das grade diese, in der Zukunft gebraucht werden, um das Blut aufzufrischen. Was kann man also tun? Wie in der Pferdezucht, gibt es künstliche Befruchtung, mit tiefgefrorenem Samen. Muss heute ein Züchter seine camada sehr reduzieren, könnte man das Erbgut über längere Zeit aufbewahren, um es zu späterem Zeitpunkt einzusetzen. Für Blutlinien, die vom Aussterben bedroht sind, eine, wenn auch kostspielige Lösung. Aber besser, als der Verlust des Ganzen. Mit offenen Augen betrachtet, ersetzt das die ganaderías voller Leben? Wie sollen aficionados gewonnen werden, mit Stieren, die nur noch auf Wohlgefallen gezüchtet werden? In den letzten Jahrzehnten ist der toro bravo schon genug herunter gezüchtet worden, drei varas hält heute kaum noch ein Stier durch, zu viele muletazos auch nicht. Dabei sind die züchterischen Erkenntnisse doch schon viel fortgeschrittener, als noch vor dreißig Jahren. Fütterung und Haltung, tierärztliche Versorgung und Auflagen wurden verbessert und der toro selbst. In sofern begrüße ich die Initiative Rincóns, wie ich sie mir wünsche, denn ich möchte den toro bravo in seiner pureza erhalten, keine Klone von Designerstieren.

Dienstag, 17. Dezember 2013

Das Tercio de Banderillas und sein Zweck (4. Teil)







von Domingo Delgado de la Cámara eingeleitet und übersetzt von Tristan Wood entnommen aus La DivisaClub Taurino of LondonNumber 168 - January/February 2006, S. 29-33: The Tercio de Banderillas and Its Purpose
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Übersetzung von Dr. Andreas Krumbein



Die Bedeutung der brega

Wie hat sich die suerte de banderillas in den zeitgenössischen toreo eingefügt? In anderen Worten, wie wurden die banderillas durch die von José und Juan vollendeten Änderungen betroffen, oder welche Auswirkung hatte die gesteigerte Betonung des letzten tercios auf das tercio de banderillas? Lasst uns jetzt diese Fragen beantworten...
Es ist schon klar, dass das tercio de banderillas ohne eine genaue Zielsetzung geboren wurde. Ich habe auch gezeigt, dass die Theorie, die von so vielen Autoren verteidigt wird, dass nämlich die banderillas dem Stier helfen sich zu erholen, so ist, als würde man versuchen seinen Durst durch den Genuss von Stockfisch zu löschen. Nichtsdestotrotz traf das tercio de banderillas, seitdem José und Juan zu experimentieren begannen und anfingen den modernen toreo zu schaffen, auf einen neuen Zweck. Denn durch das Beobachten, wie der Stier gegen die Subalternos anläuft, kann der matador sich ein Bild von der Verfassung des toros machen, mit dem Gedanken an die faena mit der muleta im Hinterkopf. Wenn der Stier gegen die subalternos anläuft, kann er beobachten, ob er schnell und gerade, mit dem einen oder dem anderen Horn angreift. Wenn der für die lidia verantwortliche subalterno den Stier mit seinem capote annimmt, kann der matador die Fähigkeit des Stiers, gerade auf den Köder zu gehen und den Kopf zu senken, beurteilen.
Mit anderen Worten, zu der Zeit, zu der der matador zum Töten hinausgeht, sollte er schon eine genaue Vorstellung vom Verhalten des Stieres haben, denn er hat ihn mehrere Male mit jedem seiner Hörner angreifen sehen. Da er den Stier beobachtet hat und weiß, wie er ist, kann er sich in der Tat mit der muleta vom ersten Pase der faena an auf einen vorzüglichen toreo einlassen.
Trotzdem sehen wir viele faenas, die mit unnötigen pases zum Testen beginnen, mit muletazos de tanteo, die demonstrieren, dass der matador seinen toro immer noch nicht verstanden hat. Wenn wir einen matador sehen, der den Stier ausprobiert, während er der faena, die er gerade ausführt, Gewicht verleihen will, beschleicht uns der Zweifel auf zweierlei Art - entweder ist dem Stier im zweiten tercio die lidia nicht in geeigneter Form zuteil geworden und seine Qualitäten sind dem matador deshalb unbekannt, oder die lidia war korrekt, aber der matador hat nicht gesehen, was er hätte sehen sollen, was uns zu der Schlussfolgerung führt, dass er ein Mann ist, der nicht versteht, wie er arbeiten muss.

Wenn wir zur zweiten Schlussfolgerung gelangen, dass dem toro die lidia in korrekter Form zuteil geworden ist, der matador aber nichts daraus gelernt hat, wird es für den torero zu einem großen Risiko im Ring zu sein, denn seine Unwissenheit könnte sich als fatal erweisen. Das mag überraschend erscheinen, aber es gibt viele Ignoranten, die den Lichteranzug tragen. Nachdem ich mit einigen von Ihnen gesprochen habe, bin ich nicht überrascht, dass sie sich als katastrophale toreros erweisen...
Zu anderen Gelegenheiten weiß der matador, was er mit seinem Material tun sollte, aber er ist umringt von Unfähigen, die das zweite tercio in eine lächerliche capea verwandeln und die unfähig sind, den Stier zu schulen. In den Händen bestimmter cuadrilla-Angehöriger können alle Stiere schlecht aussehen. Das kann bedeuten, dass, wenn der matador Schwert und muleta nimmt, er sich tief auf pases zum Testen beider Hornseiten einlassen muss, um herauszufinden, wie das Tier wirklich ist. Sehr oft jedoch wird er auch gezwungen sein, die faena mit einer Serie mittelmäßiger muletazos zu beginnen, derart dass sie den Stier von Unarten befreien, die er sich im zweiten tercio angeeignet hat.
Wie schlecht nur, lieber Leser, ist die heutige lidia! Ich glaube trotz des Gesagten nicht, dass es derzeit sehr viele schlechte matadores gibt. José Tomás, Enrique Ponce oder El Juli sind so gut wie irgendeiner der Besten früherer Epochen. Aber unter den subalternos besteht totale Dekadenz. Es gibt keine Nachfolger von Leuten wie Blanquet oder Alfredo David. Ich kehre jetzt zurück zu einem der Leitmotive dieses Buches - der toreo mit der muleta hat eine spektakuläre Weiterentwicklung und Verbesserung erfahren, doch unglücklicherweise sind wir im Falle der ersten zwei tercios Zeugen einer deutlichen Rückentwicklung und eines klaren Verfalls. Nicht nur im ersten tercio, sondern ebenso im zweiten. Wenn wir nur das terciode banderillas in Betracht ziehen, ist es verblüffend wie die cuadrillas der berühmten matadores von komplett mittelmäßigen subalternos bevölkert sind. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber das ist es, was sie sind - Ausnahmen.

José Tomás, Enrique Ponce, El Juli ... die grossen maestros
(Fotos: mundotoro & tauromaquia.de)
Deswegen bleibe ich ein Bewunderer der großen Würde, die von den heutigen toros an den Tag gelegt wird, und ihrer geringen Neigung zu lernen. Wären dieselben Tricks, die wir heute sehen, mit einem toro von vor 80 Jahren durchgeführt worden, wäre man nicht in der Lage gewesen, danach noch einen einzigen pase mit ihm auszuführen. Jene Hunderte von capotazos, die hin und her fegen, ein paar falsche, kleine Schritte hier, eine capea dort... und seht, ich spreche nicht über die cuadrillas eines becerista, vielmehr über die cuadrillas der großen matadores, die stoisch einen nutzlosen Pöbel unterstützen, nur um sich nicht mit den Führern der Unión de Picadores y Banderilleros konfrontiert zu sehen, die Stück für Stück durch Streikdrohungen die Bosse der fiesta werden.
Ich weiß nicht, wie ich die beginnen soll, das zweite tercio, so wie es heute ist, zu analysieren. Alles ist so zusammenhanglos; es ist schwierig, irgendeinen Sinn zu erkennen. Und in der Zwischenzeit steht der matador wie festgenagelt und betet zur Heiligen Rita, es möge nur so kurz dauern, dass es den Stier nicht ruiniert, oder er bittet den Präsidenten, das tercio früh zu beenden, damit der Stier die muleta erreichen kann, solange er noch etwas in sich hat.
Alle subalternos wiederholen aufs lästigste: "Die banderillas sind nicht wichtig. Was wesentlich ist, ist gut den capote zu führen." Dadurch dass sie das sagen, versuchen die meisten ihre armselige Arbeit mit den Stöcken zu rechtfertigen... Das Argument wäre vielleicht gerechtfertigt, wenn sie gut mit der capa kämpften, aber mit ihrer Capaarbeit wird es auch immer schlechter.

Montag, 16. Dezember 2013

Colin Ernst: 10 Fragen 10





mit Colin Ernst


Seit Januar diesen Jahres gehört Colin Ernst zum Team von SfA. Mir ihren Fachkenntnissen, vor allem aus der mundo de los toros, mit ihrer Erfahrung über die toros und den ganaderías konnte sie viele Leser überzeugen. Sie kann nicht nur mitreden, sie kennt sich aus, weiss Bescheid wie es den Tieren geht und noch mehr, wie man mit ihnen umzugehen hat. Heute stellt sie sich den 10 Fragen 10:


1.Wie würdest Du am besten die derzeitige Krise geradebiegen?

Sparen, nicht über seine Verhältnisse leben und neue Ideen entwickeln.

2. Dein Lieblingsrezept?

In der deutschen Küche ist Grünkohl und Sauerbraten mein Favorit in Winterzeiten. In der spanischen Küche mag ich cabrito al horno und im Sommer ein bocadillo mit lechuga cebolla y atun

3. Dein Traum-cartel?

Manolete, Morante und Enrique Ponce

4. Bist Du ein Freak von etwas?

Alles was mit toros und toreros zu tun hat, interessiert mich brennend.

5. Was stört Dich am meisten?

Wenn man mir frech ins Gesicht lügt und glaubt ich hätte es nicht gemerkt.


6. Welche Zeichentrickfilme gefallen Dir am besten?

Alte Walt Disneys, wie Aristocats, oder aktueller Ice Age

7. Ein Bekenntnis?

Wenn toreros, die ich persönlich kenne, eine corrida haben, bin ich wahrscheinlich nervöser als sie selbst.

8. Was scheint Dir lächerlich?

Wenn sich jemand größer macht als er ist.

9. Wie rufen sie Dich?

Ich habe keinen Spitznamen.

10. Was hat Dir selbst in dieser temporada gefehlt?

Mehr indultos und mehr Möglichkeiten corridas zu sehen, sei es live oder im TV.