Bevor der
toro das Geschehen betritt, kommt ein Mitarbeiter der
empresa mit einem grossen Schild ins
ruedo, auf dem das Publikum lesen kann, wie der Stier heisst, aus welcher
ganadería er stammt, wann er geboren ist und vor allem mit welchem Gewicht, also mit welchem
peso er antritt. In einigen
plaza de toros werden diese Informationen nicht im
ruedo gezeigt, sondern ein jeweils aktuelles Schild ist über dem
toril angebracht.

Der Mann vor dem
toril, der
torilero, betritt das
ruedo um herauszufinden, ob alle, also der
matador und die
banderilleros, bereit sind den ersten
toro zu empfangen. Dann begibt er sich zum
toril und öffnet es. In einigen
plaza de toros hört man das Klappern der Tore hinten in den
corrales, wenn der Stier durch ein Gangsystem ins
ruedo geleitet wird.
Hinter einem
burladero im Schattenbereich wo sich die
toreros mit ihren Utensilien aufhalten sieht man den
matador de toros, wie er sich konzentriert, manchmal betet, und gespannt auf das
toril blickt um zu sehen, in welcher Verfassung sich der
toro befindet.
Und dann betritt der
toro das Geschehen. Alle Augen sind auf das
toril gerichtet. Wie wird der
toro das
ruedo betreten.
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| (Foto: Dr. Andreas Krumbein) |
Betritt er zögerlich das
ruedo, galoppiert er gleich auf die
toreros, auf alles was sich bewegt zu? Kurz formuliert, greift er schon von alleine an, oder muss man ihn erst dazu bringen anzugreifen. Wenn
toros schon vor dem ersten
tercio sich dermassen zurückziehen, ist es für den
matador sehr schwierig eine
lidia, also den Stierkampf in seiner Gesamtheit, aufzubauen.

In solchen Fällen kann es passieren, dass der
toro ausgetauscht wird. Erst recht, wenn der
toro behindert wirkt, also ein hinkendes Bein oder ähnliches. Das Publikum beginnt in der Regel zu protestieren, und der
presidente spricht sich mit seinen beiden Beratern ab. Wenn er sich schliesslich dafür entscheidet den
toro auszutauschen schwingt er das grüne Taschentuch. Dies geschieht in der Regel bis zum Beginn des ersten
tercio. Darauf hin werden abgerichtete Ochsen, die
cabestros, ins
ruedo gelassen, welche den
toro wieder durch das
toril in die
corrales begleitet sollen. Danach wird ein Ersatzstier, ein so genannter
sobrero eingelassen.
Normalerweise empfangen die
banderilleros den
toro. Aber sie sollen und dürfen keine Figuren ausführen. Dies ist auschliesslich das Privileg der
matadores. Die Aufgabe der
banderilleros ist es in diesem Fall den
toro zu bewegen. Dazu schleifen sie die
capa hinter sich her um den
toro dazu zu bringen das
ruedo mindestens einmal zu durchrunden.
Der
matador steht am Rand hinter einem
burladero um den
toro zu analysieren. Greift er gerade an, mit welchem Horn attackiert er, wie wendet er sich, kommt er zögernd in die Gänge, bremst gar ab, schmeisst er beim Angriff den Kopf nach oben? Kurz, der
matador hat nur ungefähr eine Minute um sich über das Angriffsverhalten ein Bild zu machen, bevor er selbst dem
toro mit der
capa entgegen tritt.
Manchmal geschieht es, dass die
matadores auf diese Analyse verzichten und den
toro direkt vor dem
toril auf den Knien empfangen. Dabei halten die
matadores die
capa vor sich und in dem Moment wo der
toro das
ruedo betritt und auf den
torero zugaloppiert schwingt der
matador die
capa in einem grossen Bogen um seine rechte oder linke Schulter und der
toro folgt meistens der
capa und galoppiert knapp an dem knieenden
matador vorbei. Das Manöver nennt sich
porta gayola.