Dienstag, 15. September 2015

"Mörder" - antitaurinische Logik





von Philip de Málaga


Kein neuer Trend: Toreros als Mörder zu bezeichnen
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Wir hatten das Thema schon. Und am 28. September muss der antitaurino Peter Janssen sich vor dem Gericht rechtfertigen (SfA: Antitaurino muss vor Gericht), weil er in aller Öffentlichkeit den matador de toros Morante de la Puebla als "Asesino", also "Mörder" lautstark beschimpft hat. Das man laut wird, und sich verbal daneben benimmt, wenn man stehst unterlegen ist, ist ja noch irgendwie nachvollziehbar. Doch bei der Wortwahl sollte es Grenzen geben. Diese Kriminalisierungswelle der antitaurinos lässt sich in keinster Weise rechtfertigen.

In Las Ventas von Madrid (Foto: Vocento)
Gebäude der toros mit solchen Bezeichnungen zu verzieren beeindruckt wohl nur die antitaurinos selbst. Ansonsten nimmt man dieses Gekritzel eher als schmutziges Detail wahr, welches es gilt zu beseitigen.

Überhaupt werden die toreros in verschiedenen Kampagnen der Gegner als Mörder dargestellt. Eine ganze Berufsgesellschaft wird gerne als Verbrecher dargestellt, als ein Gruppe von Menschen, welche in "unserer" Gesellschaft nichts zu suchen hat.

Torero, du bist ein Mörder aus Berufung
Aber folgende Verunstaltung entbehrt einer jeden Logik:
Dr. Fleming ein Mörder?
Es handelt sich hierbei um das Denkmal von Sir Alexander Fleming (1881 bis 1955),  dem Entdecker des Antibiotikums Penicillin, welcher dafür 1945 den Nobelpreis erhielt. Die mundo de los toros dankte es ihm mit diesem Denkmal, denn der Einsatz dieses Medikamentes rettete zahlreichen toreros das Leben, weil sie auf dem Weg ins Hospital ihre meist schwere cornada überleben konnten. Und weil Dr. Fleming mit seinem Penicillin menschliches Leben rettet, unter anderem den von toreros wird sein Denkmal mit der Aufschrift "Mörder" beschmutzt. Mit anderen Worten, man bevorzugt hiermit den Tod von Menschen. Moralisch wie ethisch in keinster Weise vertretbar. Das ist lediglich eine Logik des antitaurinismo.

Montag, 14. September 2015

Peter Janssen auf der Flucht?




von Philip de Málaga


Der Antitaurino, der verschiedene corridas störte ist nicht auffindbar
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Derzeit gehört er zu den bekanntesten antitaurinos. Zum einen weil er erfolgreich einige corridas störte in dem er das ruedo sowie den callejón erstürmte und vor allem den matador de toros Morante de la Puebla laut als Mörder beschimpfte und tätlich wurde. Dafür muss er sich nun vor Gericht verantworten (SfA: Antitaurino muss vor Gericht). Doch als die Nationalpolizei heute die Vorladung beim Niederländer, mit wahrem Namen Petrus Johannes Martinus vorbeibringen wollte, stellte sich heraus, dass die Angaben seiner Adresse, welche er bei seiner knapp einstündigen Festnahme in Palma de Mallorca machte, falsch waren. 

Peter Janssen auf der Flucht?
Seitdem die Anwaltskanzlei Moeckel aus Sevilla gegen den antitaurino Anzeige erhoben hatte und der zuständige Richter recht zügig das Verfahren in die Wege leitete, ist der Vorgeladene von der Bildfläche verschwunden. 

Man kann es bewerten wie man möchte, Tatsache ist, er hat die Policía Nacional bewusst belogen. Also sich als jemand dargestellt, der es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Wieder einmal antitaurinische Logik? 

Jemanden in aller Öffentlichkeit als "Mörder" zu betiteln ist in Spanien keine Beleidigung sondern ein Strafbestand. Diesem sollte er sich stellen. Wie sagte Anwalt Moeckel? "Sich sein Hemd ausziehen, wie ein Indianer bemalen, ins ruedo springen wenn der toro schon tot ist und sich im Sand wälzen, dass habe nichts mit Mut zu tun." - seine jetzige Reaktion noch weniger.

La Muerte - Der Valenciakrimi

Buchrezension über La muerte - Der Valenciakrimi von Jason Webster
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von Torodora Gorges

Ich weiß nicht mehr, in welcher Buchhandlung ich dieses Taschenbuch vor etwa zwei Monaten liegen sah. Schwarz der Umschlag mit weißer Beschriftung und einem unheimlich anmutenden Foto von einem undefinierbaren haarigen Objekt, in einem roten Quadrat das Logo des Verlags. Lange hatte ich keinen Krimi mehr gelesen. - Mit dem Titel "La Muerte" und dem Hinweis auf Valencia, wo ich gerade im März diesen Jahres wieder während der Feria de las Fallas war, assoziierte ich einen Zusammenhang mit der fiesta de los toros. Ich kaufte das Buch quasi unbesehen und legte es erst einmal zur Seite. Ich wollte es in meinen Spanienurlaub im September mitnehmen. 

José Tomás (Foto: mundotoro)
Nach kurzem Blättern wurde ich jedoch neugierig. Der Inhalt dreht sich tatsächlich um toros und toreros.  - Ein torero wird ermordet, der gerade nach jahrelanger Abwesenheit aus den ruedos zum ersten Mal wieder aufgetreten ist, in seiner Lieblingsarena in Valencia. Der beschriebene Protagonist, "Blanco" genannt, erinnert an die Vita des matadores de toros José Tomás. Nur er hat es geschafft, die plaza wieder zu füllen mit einem "lleno". Er wird gefeiert und verehrt. Natürlich bedient sich der Autor verschiedener torero-Biographien, um von seinem  Akteur "Blanco" ein lebendiges Bild zu vermitteln. Ich stellte beim Lesen fest, dass mich die Story an sich gar nicht so sehr interessierte. Obwohl, der Krimi ist spannend aufgebaut, Spuren werden ausgelegt: Der torero sei schwul gewesen - hat ihn ein lover getötet? Mord aus Leidenschaft versus Tötung aus Geldgier oder Machthunger. Ist ein ganadero oder dessen Sohn verwickelt in die Mordaffaire? Oder hat ein Kollegen-Rivale ihn beseitigen wollen?

Ein volle plaza de toros in Valencia
Ich muss bekennen, dass ich bisher noch nicht einmal Zeit hatte, ein Drittel des Buches zu lesen. Aber ich bin dermassen angetan von der Tatsache, dass hier ein Journalist und Schriftsteller, gebürtiger Amerikaner, aufgewachsen in Deutschlang und England, jetzt in Spanien lebend, das Kunststück vollbringt, den mundo taurino als Hintergrund einer Kriminalgeschichte zu präsentieren, ohne Oberflächlichkeit, ohne sich vereinfachender Klischees zu bedienen. - Der Autor hat sich kundig gemacht. Objektiv schildert er die Szene taurina, frei von Vorurteilen und Arroganz der "politisch Korrekten".  Er lässt taurinos und antitaurinos zu Wort kommen, sie spielen ihre Rolle und die Positionen werden deutlich. Respektiert werden beide Seiten. Ich nehme an, vielleicht wünsche ich mir das aber auch einfach nur, dass der Autor selber kein antitaurino ist. Denn er scheint nicht zu den Journalisten zu gehören, die aus "political correctness" auf Distanz zum Gegenstand ihres Schreibens gehen.

Der presidente
Da gibt es einen Polizeikommissar, der zunächst keine Ahnung vom und eher eine ablehnende Haltung zum Stierkampf hat. Zufällig muss er aber am Nachmittag des großen Auftritts von "Blanco" den Vorsitz als presidente bei der corrida einnehmen, und anschliessend auch die Untersuchung des Mordes durchführen. Er kommt notgedrungen in Kontakt mit dem mundo de los toros und toreros. Wie er mit Anhängern des toten toreros, Verehrern, Kollegen  und der  afición generell  umgeht,  daneben sich auch mit den Gegnern intensiv beschäftigen muss, ist  interessant zu lesen. Ich bin gespannt, wie der  Hauptkommissar Max Cámara seine kriminalistischen Ermittlungen weiter fortführt. Whodunit?

Jason Webster
Ebenso neugierig aber bin ich darauf, ob der Autor Jason Webster seine neutrale Haltung zur Welt des  Stierkampfs  bis zur Auflösung des Kriminalfalls beibehält. Wie gesagt - ich habe das Buch noch nicht bis zur Hälfte gelesen, aber ich bin sehr beeindruckt. Endlich einmal jemand, der sich richtig Mühe gibt, sachliche Informationen zu verarbeiten. Für dieses Buch hat sich der Autor in die tradición taurina versenkt, er hat die Las Fallas studiert (und  auch den unerträglichen Lärm dort angemessen humorvoll beschrieben). - Er hat jedes seiner 24 Kapitel mit einem klugen Zitat aus Literatur und Sprichwörtern überschrieben. Die Dreiteilung in tercio de varas, tercio de banderillas und tercio de la muerte spricht für eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Stierkampf.

Könnte sich in der Objektivität neben dem Kenntnisreichtum des Schreibenden  möglicherweise eine verborgene Leidenschaft für den Gegenstand ausdrücken? ¿Quien sabe? Wer weiss es schon?

Sonntag, 13. September 2015

Es ist verboten zu verbieten





von Philip de Málaga

In Valladolid demonstrierten an die 9.000 Taurinos
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Es war gestern vormittag ein beeindruckende Manifestation für die tauromaquia im nördlichen Valladolid in der Region Kastilien-León. 


An die 9.000 aficionados und taurinos demonstrierten gegen ein Verbot der toros. Die Befürworter zogen durch die Strassen der Stadt und bekannten sich mit einem klaren "Ja" zu der mundo de los toros und forderten die Politiker auf, sich doch um wichtigere Dinge zu kümmern als um ein Verbot der tauromaquia. Der Zug endete in der alten plaza de toros aus dem Jahr 1890 mit einem aforo für 11.542 Zuschauer. Allein dieses coso ist ein Beweis dafür, wie die tradición taurina mit dieser Stadt tief verankert ist. Die erste plaza gab es schon 1834.

Ein beeindruckende Kulisse, die plaza de toros von Valladolid (Foto: mundotoro)
Am Ende hielt der populäre ganadero Victorino Martín ein Manifest, warum eine abolición de los toros nicht sinnvoll sein und plädierte für das toreo und dessen Freiheit für diejenigen die davon leben und für die afición: "Die toros seien weder rechts noch links, sie gehören zum Volk und sollten deswegen respektiert werden! Wir können stolz darauf sein, dass wir taurinos sind. Die tauromaquia ist ein nationales Kulturerbe, und wir haben ein Recht darauf, daran teilzuhaben, ohne dabei gestört zu werden." Begleitet wurde die Veranstaltung von den matadores de toros Manuel Escribano, Joselillo und David Luguillano.

Samstag, 12. September 2015

SfA: Über 200.000 Besucher





von Phillip de Málaga


SfA avanciert zum meist gelesenen deutschsprachigen Portal über Stierkampf
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Seit Bestehen haben nun über 200.000 Leser SfA besucht. Damit gehört ab diesem Sommer Stierkampf für Alle zu dem am meisten gelesenen deutschsprachigen Portal über die mundo de los toros.  Gestern am späten Nachmittag erreichte SfA die magische Zahl:
Das hat noch kein portal taurino in deutscher Sprache geschafft!
Das steigende Interesse der deutschsprachigen Gäste ist vor allem schon seit 2013 zu beobachten. Gewiss, da lesen auch die Gegner mit, aber grundsätzlich ist das Interesse da, mehr über die tauromaquia zu erfahren, als die doch sehr einseitige Berichterstattung durch den antitaurinismo und den grössten Teil der Presse. Das merken wir hier auch an den Mails die uns erreichen, nicht selten mit konkreten Fragen. Hier in Málaga werden wir auch mit Besuchern bei der plaza de toros direkt konfrontiert. Fast alle zeigen ein bestimmtes Interesse an den toros, selten dagegen, und wenn eher ablehnend so doch tolerant und es als Teil spanischer Kultur akzeptierend. Und unser Motto ist eindeutig:
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"SfA will niemanden vom Stierkampf überzeugen,
dass muss ein jeder für sich selbst entscheiden.
Wir wollen lediglich informieren, über Tatsachen berichten,
was sich wirklich hinter der Tauromachie verbirgt,
und warum die Stiere an die siebzig Millionen Menschen
auf der ganzen Welt in ihren Bann ziehen."

Philip de Málaga
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Vor allem dieser Sommer hat es den deutschsprachigen Lesern angetan. Mit der feria del toro San Fermín in Pamplona begannen besonders die Zahlen der Besucher teilweise um dreissig bis vierzig Prozent zu steigen. Auch die feria taurina von Málaga fand grosses Interesse, besonders der Internationale Wettbewerb der escuelas taurinas. Wohl nicht wenige sind der SfA-Empfehlung nachgekommen und haben das Finale des Certamen Internacional de las Escuelas Taurinas per Livestream im Internet mitverfolgt.

Begehrt scheint auch die Tatsache, dass wir nicht einfach nur trocken über die corridas selbst berichten, sondern das Thema der toros kulturell, literarisch, wirtschaftlich, historisch, menschlich wie sozial und in seinem gesellschaftlichen Umfeld darstellen. Übermitteln, dass die mundo de los toros als Kulturerbe Teil des spanischen Lebens ist und sein wird.

Dabei sind es nicht nur die Deutschen in Deutschland welche hier mitlesen, sondern weltweit, wie in Spanien, den Vereinigten Staaten, Italien, Portugal, Frankreich, Ukraine, dem Vereinigten Königreich, Russland und selbstverständlich in der Schweiz und Österreich.

Wo man SfA liest.
Viele Hits zeigen die Literaturhinweise auf. Man möchte also mehr erfahren und es in den heimischen vier Wänden zu lesen. Auch erhalten wir regelmässig Anfragen über Termine von corridas in Andalusien und wie man an die entradas am besten kommt. Kurz, das Interesse des deutschsprachigen Publikums an der mundo de los toros ist definitiv am steigen. Auch die Besucherzahlen von deutschen Gästen bei den festejos taurinos haben zugenommen, wie einige empresas mitteilten. Aber grundsätzlich fehle es den ausländischen Besuchern an einem Basiswissen über die toros. Auch einer der Motive, wie sich der Erfolg von SfA erklären lässt. 

Besonders beliebt ist SfA in Kombination mit seinem deutschsprachigem Nachschlagewerk dem COSSÍO en alemán. Obwohl dieses Lexikon erst seit drei Jahren besteht, hat es auch schon seine fast 100.000 Hits und es werden dort täglich über 80 Begriffe aus der tauromaquia nachgeschlagen. Das ist doch wohl ein eindeutiger Indiz dafür, dass ein gewisses Interesse für die mundo de los toros besteht. Zumindest ein Anzeichen, dass es zahlreiche Menschen gibt, die wissen wollen, um was es hier geht. Das betrifft natürlich Befürworter wie Gegner und alle einfach nur Neugierigen.

Und was bringt die Zukunft?

Auch weiterhin ist SfA daran interessiert über die mundo de los toros zu berichten. Vor allem möchten wir denjenigen die entsprechenden Informationen zukommen zu lassen, die sich dieser doch für viele Nicht-Spanier eher fremden Welt nicht so auskennen, zu begegnen. Ihnen zeigen, wie die toros zu Spanien gehören. Wie spannend und aufregend es sein kann. Die Vielseitigkeit in den verschiedenen Bereichen aufzeigen. Und ob dann jemand sich der afición a los toros weiterhin nähern möchte bleibt ihm selbst überlassen. Da mischen wir uns nicht ein. 

Vielen Dank an alle die dabei geholfen haben, diese Seite aufzubauen. Der Dank richtet sich an das Team von SfA, an die vielen Leser und aficionados, welche uns mit Informationen beliefern und an zahlreiche Einrichtungen hier in Málaga wie die empresas der plaza de toros La Malagueta und in Benalmádena, das Centro Arte Tauromaquia, das portal taurino mundotoro, das museo taurino Antonio Ordoñez und die escuela taurina de Málaga. Und nicht zuletzt an unsere treue Leserschaft. Muchas gracias.

Freitag, 11. September 2015

SfA und der ORF

In Österreich scheint man sich für die mundo de los toros zu interessieren.
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von Philip de Málaga 

Im Jahr 2007 wurde beim Europäischen Parlament eine Schriftliche Erklärung eingereicht, den Stierkampf in ganz Europa zu verbieten. Es kam nicht einmal zur Debatte, weil 73 Prozent der EU-Abgeordneten nicht zustimmten. Nur ein Land stellte sich geschlossen hinter diesen Antrag: Die Republik Österreich. Und trotzdem erreichen SfA immer wieder Anfragen gerade aus diesem Lande. Interesse ist wohl da, aber man traut sich nicht immer dieses dort auch laut auszusprechen. 

So besuchte für einen ganzen Tag ein Team des ORF die südspanische Metropole Málaga um sich den toros zu nähern. Der österreichische Kultur-Kanal Ö1 plant für Ende Februar 2016 eine vierteilige Telekolleg-Serie über die mundo taurino und schickte hierfür die bekannte Schriftstellerin und Journalistin Christa Nebenführ nach Andalusien. Unter anderem besuchte sie eine ganadería und die legendäre corrida goyesca in diesem Jahr (siehe SfA: In Ronda öffnet sich die Puerta Grande gleich zweimal).

Aber vorher kamen der Fernsehredakteur Dominik Hillisch und Christa Nebenführ in die capital taurina Málaga. Dabei wurden sie von SfA durch den Tag begleitet. Es war völlig überraschend wie aufgeschlossen sich das ORF-Team diesem doch sehr sensiblen Thema der tauromaquia näherte. Man zeigte aufrichtiges Interesse gefüllt mit zahlreichen wie neugierigen Fragen. Ohne Emotionen wollte man wissen um was es hier überhaupt geht.

Zunächst ging es in das relativ neue Museum der Künste für Tauromachie im Herzen der Stadt. 

Dort zeigte ihnen Don Juan Carlos Estrada, Direktor des Museums, Experte in Sachen der Tauromachie und Manager der plaza der toros die Objekte aus der mundo de los toros und erklärte anhand von diesen, den gesamten Hintergrund zur Entstehung der tauromaquia. Eine Menge an interessanten Informationen aus erster Hand rieselte auf die Besucher der Alpenrepublik ein. Man begann zu erkennen, die toros sind eigentlich keine spanische Erfindung, hier hat man es lediglich zu Ritualen reglementiert.
Philip de Málaga, Christa Nebenführ, Dominik Hillisch, Juan Carlos Estrada
Toros in England? Vor dem Direktor liegt ein Plan aus London mit zwei plaza de toros.
Sicher bald ein Thema für SfA!
Nach einer kleinen Mittagspause ging es weiter und ich selbst wurde zu verschiedenen Themen zu den toros interviewt. Dabei ging SfA bewusst keiner Frage aus dem Weg.
ORF interviewt SfA
Dann ging es zur Malagueta, der plaza de toros von Málaga. Sie stammt aus dem Jahr 1876, bietet Platz in den tendidos für 10.500 Zuschauer und das ruedo hat einen Durchmesser von 52 Meter. 
Die Malagueta: Auch ohne Zuschauer eine beeindruckende Kulisse
Für jeden, der dieses ruedo einmal betreten kann, ein beeindruckender Moment.

Der toro und die Journalistin aus Österreich
Danach ging es zur escuela taurina, welche im ruedo trainierte. Jede Woche drei Mal. Und selbstverständlich zeigten sich die jungen alumnos den österreichischen Gästen offen und rein selbstverständlich stellte sich der stellvertretende Leiter der escuela taurina Antonio Trujillo einem Interview. Der Direktor und Ex-matador Fernando Camara befand sich zurzeit mit einem seiner Schützlinge in einer anderen plaza de toros.
Antonio Trujillo, Dominik Hillisch und Christa Nebenführ
Und natürlich kam dann Francisco Morales, der Gewinner des Certamen Internacional de las Escuelas Taurinas (siehe Málaga: Francisco Morales gewinnt das Finale) um sich den Fragen von Christa Nebenführ zu stellen.

Ein torero für die Zukunft? Francisco Morales
SfA wird seine Leser informieren, wann Ö1 die Sendung ausstrahlen wird. Wer nicht die Möglichkeit hat es im Radio live zu verfolgen kann dies über das Internet mit einem Livestream tun: Radio Österreich 1.

Donnerstag, 10. September 2015

Wenn Toreros zum Ersatz des eigenen Rituals werden

Eine Anmerkung zu "Die Stiertreiben nehmen zu ... die Toten auch"
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von Dr. Andreas Krumbein


Wie in anderen Teilen Spaniens ist auch in Andalusien neben den encierros eine weitere Art der Stierspiele anzutreffen, so zum Beispiel den toro de cuerda (auch toro ensogado, enmaromado oder engalanado), wie zum Beispiel in Gaucín oder Grazalema vorkommt.



(Fotos: Federación Española Toro de cuerdaPaco R.M.)
Oder der toro del Aleluva in Arcos de la Frontera, der einfach in den Strassen losgelassen und frei gelaufen wird, so wie es in vielen Gegenden taurinos in Süd-Frankreich üblich ist (wie in der Camargue und Arles mit toros der Camargue oder auch in Aquitanien).



Selbst bei Regen stellt man sich der Gefahr

Zu den Unfällen und den damit einhergehenden körperlichen Schäden, hier ein weiteres Video, dessen Aufnahmen wahrscheinlich in Portugal entstanden sind, deren Aussagekraft aufgrund der Tatsache, dass es eine Dorfveranstaltung ist, allerdings auf die Verhältnisse in Spanien übertragbar ist.


Häufig sind Missgeschicke, Fehlleistungen und Fehleinschätzungen verantwortlich für das Eintreten eines Unfalles.

Man kann aber auch deutlich sehen, dass das Eingehen eines Risikos, das Zulassen eines möglichen Unfalles mit all seinen Konsequenzen, die Möglichkeit vom Stier erwischt zu werden elementare Bestandteile des Stierspiels sind. Man riskiert etwas, man setzt etwas ein; man kann auch verlieren, doch man hat es versucht. Manchmal scheint es, als sei das Erwischtwerden sogar erwünscht, zumindest das geringfügige Erwischtwerden: man ist dem Tod von der Schippe gesprungen, man hat ihn besiegt. Das geht allerdings nur, wenn man sich dem möglichen Tod stellt, und wenn man ihn vorher herausgefordert hat.

Was die toreros, allen voran der matador, während einer corrida de toros tun, das dortige Eingehen von Risiken, hat seinen Ursprung in der ländlichen Bevölkerung und ihren althergebrachten Riten, die in den Stierspielen roh und direkt umgesetzt werden. Die corridade toros bietet den Feinschliff und die Möglichkeit für die Unmutigen jemanden aus ihrer Mitte, nämlich den matador mit seiner cuadrilla dafür zu bezahlen, dass er das Risiko für den Zuschauer übernimmt.

Einmarsch der toreros vor dem Publikum ins ruedo um sich der Gefahr zu stellen
(Foto: mundotoro)
Dafür dass man sich der Gefahr nicht mehr selbst stellt, das Risiko nicht selbst übernimmt, bezahlt man einen Experten, der für einen selbst als Teil einer Gemeinschaft, zu welcher der matador selber gehört, das Risiko übernimmt und die Herausforderung des Todes meistert und diesen (den Tod) abwehrt.

Toreros riskieren verletzt oder gar getötet zu werden. (Foto: mundotoro)
Nicht umsonst sind Unfälle oder Todesfälle während einer corrida so etwas besonders „Schlimmes“, etwas so enttäuschendes: nicht der direkt Geschädigte, Verletzte oder Getötete, also der torero, ist erster Adressat der Betroffenheit und des Mitgefühls, man ist es selbst. Das Ritual ist fehlgegangen, der Ritus hat nicht zum Ziel geführt, der Einsatz ist verloren, das Fest konnte nicht gefeiert werden. Man kann nicht erleichtert und befreit heimgehen. Man muss weiterhin beschwert sein.

Man gehe so nahe wie möglich an eine Grenze. Überschreiten will man sie nicht.

Mittwoch, 9. September 2015

Noch ein paar Worte zu Hemingway




von Pierre Imhasly

Der mit mehreren Preisen ausgezeichnete Schriftsteller aus der Schweiz wendete sich schon relativ frühzeitig der mundo de los toros zu. In seinem 1982 erschienen Werk Corrida stellt er die Protagonisten der tauromaquia dar, die toros, die toreros, die taurinos wie die aficionados. Aber er erzählt auch von der Geschichte, der Technik der toreros, der Dramaturgie bei einer corrida, über die Essenz der tauromaquia, über Schicksale, das Geschäft und über die toros in der Kunst. Die Werke bekannter Namen wie Rainer Maria Rilke, Camilo José Cela, Federico Gracía Lorca, Pablo Neruda, John Steinbeck und andere kommen zu Wort. Und es wäre unvollständig, würde er nicht auch ein paar Worte über Ernest Hemingway bringen:

„Dem illustren americano gebührt der Verdienst, 
den Stierkampf Nichtspaniern beigebracht zu haben.“


„Mit seiner Erzählung „Der Unbesiegbare“, 
mit anderen short stories 
schaffte er dem toreo Denkmäler in jener Sprache, 
die das Spanische als Weltsprache abgelöst hatte.“

„Seine Ausfälle gegen Manolete trugen ihm viel böses Blut ein, 
den er, rechnen die Spanier nach, nicht hatte sehen können.“
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Quellennachweise:

Corrida, Der spanische Stier und sein Fest, Pierre Imhasly, Edition Erpf, München 1982
Tod am Nachmittag, Ernest Hemingway, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, 1957
Fiesta, Roman, Ernest Hemingway, Rowohlt, , Reinbek bei Hamburg, 1950
Der Unbesiegbare, Ernest Hemingway, Serie Piper, München, 1988

Dienstag, 8. September 2015

Ronda: Zwei Denkmäler, zwei Amerikaner und die Stiere




von Philip de Málaga


Ronda gedenkt den amerikanischen Aficionados Orson Welles und Hemingway
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Noch vor dem Beginn der 59. Corrida Goyesca in Ronda gab es ein anderes Ereignis welches die Aufmerksamkeit erregte. Eingeweiht wurden auf dem Paseo Blas Infante, gleich neben der historischen plaza de toros zwei Denkmäler von zwei berühmten amerikanischen aficionados de toros. Dem Regisseur Orson Welles und dem Schriftsteller Ernest Hemingway.

Zu diesem Akt kamen Vertreter der andalusischen Landesregierung, der Stadt und der Präsident des Kreistages von Málaga, und der Präsident von Unicaja, welche die Objekte mit 18.000 Euro finanzierte.

Beide Künstler pflegten eine intensive Beziehung zum Hause Ordoñez, besonders zu dem matador de toros Antonio Ordoñez.

Orson Welles und Antonio Ordoñez
So war der amerikanische Regisseur häufig in Ronda zu sehen. Auch bei der corrida goyesca. Trotz seiner bekennenden afición zur tauromaquia ist es schon erstaunlich, dass Wells nie mal vorhatte sich auch filmlich an das Thema der toros zu wagen. Immerhin war seine Leidenschaft zu der mundo de los toros so gross, dass er seine Asche nach Andalusien fliegen liess um auf der Finca der Ordoñez "San Cayetano" bestattet zu werden. Obwohl mit der Kamera hat man ihn sehr wohl in den tendidos an der barrera sitzend gesehen. Aber der Beginn zu "Der dritte Matador" wurde es wohl nicht.

Ernest Hemingway und Antonio Ordoñez
Zu Hemingway muss man hier wohl wenig schreiben. Gerade bei SfA konnte man über den amerikanischen Schriftsteller einiges lesen (SfA-Reportage: Der altem Mann und die Stiere). Vor allem in seinem letzten Roman "Gefährlicher Sommer" beschreibt er seine Freundschaft zu diesem torero.

Die Büsten aus Bronze auf den zwei Meter hohen Denkmälern wurden von dem Bildhauer Paco Parra aus Sevilla gestaltet.