Freitag, 14. Juni 2013

Ein teurer Spass




von Philip de Málaga


Ein Verbot der toros kann der katalanischen Landesregierung 
bis zu 20 Millionen Euro kosten
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Nach dem Verbot der toros im Juli 2010 durch die katalanische Landesregierung haben 29 Betroffene eine Antrag auf einen finanziellen Ausgleich gestellt. Davon wurden alleine im Vorfeld 24 abgewiesen. Zu den fünf Übriggebliebenen gehören unter anderem die empresarios Balaña und Casa Matilla. Wie heute in der spanischen Tageszeitung ABC zu lesen ist, könnte es für den katalanischen Steuerzahler ein teures Vergnügen werden.
ABC vom 13.06.2013
Bis zu 20 Millionen Euro könnte es die katalanische Landesregierung kosten, die toros mit einer knapp 60-prozentigen Mehrheit verboten zu haben. Statistisch erfasst bedeutet dieses, 2,67 Euro pro Katalane. Allein die Bevölkerung der katalanischen Hauptstadt Barcelona ist mit knapp 4,3 Millionen Euro dabei. Nur um etwas zu verbieten, weil es zu spanisch ist? 

50.000.000 Euro?
(Foto: mundotoro)
Bei diesem Betrag handelt es sich auf keinen Fall um einen gerechtfertigten Betrag für Enteignung, worauf es ja letztendlich hinausläuft. Immobilienexperten schätzen die 11.000 Quadratmeter der La Monumental von Barcelona aufgrund ihrer Lage auf ungefähr 50 Millionen Euro.

Als im Juli 2010 die toros mit einer abolición belegt worden sind, hat man wohl vergessen, darüber nachzudenken, welchen finanziellen Schaden die Region dadurch erleiden wird. Es sind ja nicht nur die Kosten für Entschädigungen sondern es kommt ja auch der Verlust der Steuereinnahmen der ausfallenden festejos taurinos hinzu.

Ein Gedankengang am Rande. Wenn man ein Verbot der toros nun auf nationaler Ebene betrachtet, was könnte das für Folgen haben? In Spanien gibt es an die 120 aktive plaza de toros. Nun haben sicherlich nicht alle cosos so ein Volumen wie die Monumental. Aber zumindest all die plazas der ersten categoría. Allein Las Ventas in Madrid sorgt für ein Steuervolumen von über 50 Millionen Euro.

Sollte es wirklich in Spanien zu eine abolición de los toros kommen, dann wird dieses den spanischen Steuerzahler weit mehr als eine Milliarde Euro kosten. Ein Thema, welches vom antitaurinismo so gar nicht bedacht wird. Mit einem Verbot alleine, ist das Problem eben nicht gelöst, Katalonien macht es gerade vor, und wir sprechen hier gerade mal von sechs corridas die sie verboten haben. Allein Madrid kommt auf über vierzig. Da brauch man nicht mal nachzurechnen.
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Quellennachweis:

Donnerstag, 13. Juni 2013

Lehrstunde in Málaga




von Philip de Málaga


In Málaga hat man in der nächsten Woche die Möglichkeit
an drei Tagen der Welt der Stiere zu begegnen
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In der südspanischen Metropole Málaga finden vom nächsten Montag bis einschliesslich Mittwoch Veranstaltungen statt, die interessierten Leuten die mundo de los toros näher bringen sollen. Organisiert wird das von der empresa der Malagueta, welche von Don Juan Carlos Estrada als Geschäftsführer geleitet wird. 

SfA wird vor und während dieser Tage den novillero José Antonio Lavado und seinen director artistico, den matador de toros Fernando Camara begleiten.


Programm:

Montag den 17. Juni 2013 ab 20:30 Uhr

Abend der Offenen Tür in der plaza de toros La Malagueta. Die Schüler der escuela taurina aus Málaga führen die interessierten Besucher persönlich durch den coso. Dabei werden auch die corrales besucht, wo die Gäste die Möglichkeit haben sich die toros für das festejo taurino am nächsten Tag anzuschauen. 

Dann folgt der Besuch des museo taurinos, dessen Direktor SfA vor einigen Wochen interviewte (Ein Leben für die Stiere).

Bei anbrechender Dunkelheit werden die Gäste gebeten sich ins ruedo zu begeben, wo es den Dokumentarfilm "Padilla: el cielo puede esperar" (Padilla: der Himmel kann warten) zu sehen gibt. Im Anschluss stellt sich der matador de toros Juan José Padilla den Fragen des Publikums und der Schüler der escuela taurina.

Dienstag den 18. Juni 2013 um 18:00 Uhr

Stierkampf in der plaza de toros von Málaga mit einem matador de toros, einem novillero und vier Schülern verschiedener escuelas taurinas.


Während diesem festejo taurino wird das Publikum über Lautsprecher mit Informationen versorgt, was gerade im ruedo geschieht. Kommentator wird Juan Ramón Romero (Canal Sur Radio: El Toreo) sein, der Bruder des populären TV-Moderators Enrique Romero (Toros Para Todos).

Mittwoch den 19. Juni 2013 um 20:30 Uhr

In der Ärztekammer von Málaga findet eine Podiumsdiskussion statt mit dem Thema "Die reglamentos taurinos" und die "enfermerías in den plaza de toros". Hierzu sind unter anderem die Chefärzte der plaza de toros aus San Sebastian, Antequera, Jerez de la Frontera, Puerto de Santa María und aus Málaga eingeladen.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. 

Zwar finden die Begegnungen mit den toros in spanischer Sprache statt, aber Mitarbeiter von SfA werden präsent sein.

Mittwoch, 12. Juni 2013

Vargas Llosa, das erste Mal ein Torero




von Philip de Málaga


Der Nobelpreisträger stand das erste Mal einem kleinen Stier gegenüber,
na ja, eigentlich war es nur eine kleine Kuh
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(Foto: www.enriqueponce.com)
Der Nobelpreisträger für Literatur Vargas Llosa hielt zum ersten Mal in seinem Leben eine capa in der Hand und versuchte sich lediglich mit einer kleinen vaca. Wie gross aber so eine kleine Kuh im Geiste werden kann, wenn man ihr im ruedo gegenübersteht, hat SfA-Mitarbeiter Dominik Sachsenheimer in seiner Mexiko-Reportage Viva México! beschrieben. Auf der finca Cetrina des maestros Enrique Ponce führte er mit dem matador de toros gemeinsam den toreo al limon mit der capa durch. Der Schriftsteller hatte es sichtlich sehr genossen.
(Foto: www.enriqueponce.com)
(Foto: www.enriqueponce.com)
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Quellennachweis:
www.enriqueponce.com

Siehe auch:
Nobelpreisträger Vargas Llosa SfA-Zitate vom 3. November 2012

Dienstag, 11. Juni 2013

Morante de la Puebla ist Vater geworden




von Philip de Málaga


Der Star-Torero ist stolzer Vater einer Tochter geworden
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Der matador de toros Morante de la Puebla
(Foto: mundotoro)
Heute in den frühen Morgenstunden um sechs Uhr ist der Boheme unter den matadores Morante de la Puebla im Krankenhaus Virgen del Rocío in der andalusischen Hauptstadt Sevilla stolzer Vater einer Tochter geworden. Dolores heisst sie und wiegt 3,3 Kilo. Mutter Elizabeth und Tochter befinden sich in einem sehr guten Zustand. Das Team von SfA gratuliert den Eltern und heisst Dolores herzlich Willkommen auf dieser Welt.

Die Präsidenten bleiben draussen!

Sind die Präsidenten der corridas wirklich professionell genug?
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von Philip de Málaga



Hat man sie schlicht und einfach vergessen und war es ein bewusstes Ausschliessen? Seit dem 4. Juni 2013 wurde der legislative Prozess in die Wege geleitet, mit dem Ziel die toros zum nationalen Kulturerbe zu erklären. Dazu wurde eine Komission zusammengesetzt aus verschiedenen Ausschüssen, wobei auch die mundo de los toros mit ihren Sektionen vertreten ist. Ob ganaderos, toreros, empresarios, alle sind vertreten. Alle? Nein, eine Gruppe fühlt sich ausgeschlossen, mehr noch,  sie ist nicht einmal an den Handlungstisch eingeladen worden. Es ist die Rede von der ANPTE, der nationalen Vereinigung der presidentes der spanischen plaza de toros
Vom Kulturminister Don Ignacio Wert diesbezüglich ignoriert zu werden sei ein unerträglicher Zustand, heisst es auf deren Webpräsenz. Viel überraschender dagegen die Erklärung von ANPTE  warum sie meinen, die Zugehörigkeit sei gerechtfertigt. Immerhin seien sie die einzige Vereinigung diesbezüglich in Spanien und sie würde sich aus zahlreichen Berufsgruppen, wie Richter, Anwälte, Krankenschwestern, Ärzte, Professoren und auch Polizisten zusammensetzen... eine wirklich überzeugende Argumentation.

Sie vertreten den Standpunkt, dass wenn professionelle Vertreter der tauromaquia dort mitreden können, dass es alles andere als fair wäre die ANPTE auszuschliessen. Da stellt sich doch mal die Frage, ausser der Machtposition, die ein solcher presidente während einer corrida ausübt, wie professionell sind eigentlich diese presidentes. Nicht selten werden sie zum Ärgernis des Publikums, weil Trophäen ausser reiner Laune verweigert werden. Statt das reglamento taurino pflichtbewusst umzusetzen entscheiden sie des öfteren eher launisch oder willkürlich. Viel schlimmer der Tatbestand, dass es auch Fälle gibt, wo die presidentes vom taurinischen Geschehen eher ein bescheidenes Wissen vorweisen können und ohne asesor artístico vollkommen aufgeschmissen wären um dann letztendlich doch nach eigenem Gutdünken zu entscheiden.

Joaquín Moeckel (Foto: mundotoro)
Gleich einem Diplomatenstatus handeln sie wie in einer straffreien Zone. Können tuen und wallten wie sie wollen, sogar gegen das reglamento taurino verstossen und nichts geschieht. Aber  längst nicht mehr alle sind bereit diesen presidentiellen Freibrief zu akzeptieren. Der Jurist Joaquín Moeckel bezieht hier sehr klar Stellung: "Die Straffreiheit der Präsidenten sei ein Schandfleck!" Ein Präsident kann nicht nur nach dem reglamento taurino entscheiden, sondern er muss es tun, es ist seine Pflicht. Und Moeckel setzt einen oben drauf: "Die Präsidenten sind stets mit Videoaufzeichnungen zum Tribunal gezogen um Sanktionen gegen gewisse toreros zu fordern. Jetzt werde ich es sein, der mit Videoaufzeichnungen vors Gericht zieht um die Fehlentscheidungen der Präsidenten zu belegen!"

Bei solch einer durchaus fragwürdigen Leistung der presidentes scheint die Frage nicht ganz abwegig ob die Ignoranz eines Ignacio Wert nicht doch irgendwie ihre Berechtigung findet.
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Siehe auch:

Montag, 10. Juni 2013

Land unter, auch bei den Stieren




von Philip de Málaga


Kurz vor dem grossen Fest stehen die corrales unter Wasser
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(Foto: mundotoro)
In nur 27 Tagen beginnt die bekannteste fiesta taurino der Welt. San Fermín in Pamplona. vom 6. bis zum 14. Juli. Kein Fest der Stiere zieht die internationalen Medien so an wie San Fermín.

Doch ähnlich wie in Deutschland sorgen von oben kommende Wassermassen, 62 Liter pro Quadratmeter, für eine feuchte Überraschung und liessen den Fluss Argo nicht nur die Ufer erobern sondern auch Teile der Stadt. Betroffen davon auch die corrales, wo die toros und novillos vor der corridas untergebracht werden.

Man stelle sich vor, San Fermín hätte einen Monat vorher begonnen....

(Foto: mundotoro)

Sonntag, 9. Juni 2013

Mehr taurinische Kultur für wohltätige Zwecke




von Philip de Málaga


Fast im Tagesrhythmus setzen sich taurinos für wohltätige Zwecke ein
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Dehesas: 540.000 Hektar in Spanien
Von den antitaurinos wird es als ein Akt der Heuchelei, der Scheinheiligkeit bezeichnet, doch denen, den geholfen wird, sehen es anders. Das die mundo de los toros sich nicht nur für den Erhalt des toros bravos, die 540.000 Hektar dehesas, des ökologischen Gleichgewichts einsetzt steht auf einem Papier, auf dem anderen unterstützen sie durch ihre Tätigkeiten viele notleidenden Menschen. Das ist einfach eine Tatsache die man mit antitaurinischer Logik nicht wegdiskutieren kann.

Am letzten Donnerstag wurde nicht nur ein Picasso (siehe: Der Stier im Mittelpunkt der internationalen Kunstszene) für wohltätige Zwecke versteigert, auch am Abend des selben Tages fand in Madrid im Rahmen der El Espacio Arte y Cultura (Der Raum für Kunst und Kultur) eine weitere Versteigerung von Kunstobjekten statt, deren Erlös der Organisation YO NIÑO zukommen gelassen wurde. Diese wiederum unterstützen die Stiftung ANAR und die ALDEAS INFANTILES, die spanischen Kinderdörfer. Der Gründer von YO NIÑO ist unter anderem der matador de toros Cayetano Rivera Ordoñez, der Sohn des berühmten matador de toros Paquirri, der 1984 in der plaza de toros von Pozoblanco vom toro Avispado getötet worden ist.
(Foto: mundotoro)
Anya Bartels-Suermondt
Damit die Versteigerung ein Erfolg wird wurden Objekte von Persönlichkeiten gesucht, die in der Welt der Kultur etwas zu sagen haben: Unter anderem von Cristina Almodóvar Boal, Antonio Escobar, Ana Hernando, Paloma Hinojosa, Pilar Latorre Mateo, Miguel Macaya, Dani Moya, Javier Montesol, Anna Nelubova, Regina Rubio, Peñuco de la Serna und die deutsche Starfotografin aus Düsseldorf Anya Bartels-Suermondt.

Zusätzlich konnte man noch Dinge direkt von gewissen toreros ersteigern. Ein muleta von Cayetano Rivera, für immerhin eintausend Euro, banderillas seines Bruders Francisco Rivera, und die capas der matadores de toros Miguel Ángel Perera und David Mora.

Cayetano Rivera
Als Cayetano Rivero am 2. Juni diesen Jahres beim Forum der taurinischen Jugend für diese Versteigerung warb, wies er stolz auf die Zahlen seiner jungen Organisation hin. In Nicaragua konnten sie 1.000 Kinder ernähren und medizinisch versorgen und 700 Kindern konnten wir im letzten Jahr sogar die Schule ermöglichen.  

Während er über die mundo de los toros erzählte, schloss er eine Rückkehr in die ruedos grundsätzlich nicht aus, betonte aber, sein Platz sei eher hinter der barrera um die toros zu fördern, seinen gesellschaftlichen Status dazu einzusetzen um vor allem den jungen Leuten die wahren Werte der tauromaquia zu vermitteln. Dabei stellte er entschieden fest: 

"Der toro ist Teil unserer Kultur!

Samstag, 8. Juni 2013

Der Stier im Mittelpunkt der internationalen Kunstszene




von Philip de Málaga


Stillleben mit Palette und Stier von Pablo Picasso versteigert
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Stillleben mit Palette und Stierkopf (Pablo Picasso 1938)
Marina Picasso
Beim Auktionshaus Sotherby`s in London wurde am vergangenen Donnerstag ein Werk des spanischen Künstlers Pablo Picasso versteigert. Das Gemälde "Naturaleza muerta con paleta y cabeza de toro" (Stillleben mit Palette und Stierkopf) ging für 1,14 Millionen Euro unter den Hammer. Es entstand 1938, ein Jahr nach der berühmten Guernica. Gestellt wurde Picassos Stillleben von seiner Enkelin Marina Picasso. Zusammen mit einem weiteren Gemälde, "Mujer sentada con vestido gris" (Sitzende Frau in grauem Kleid) soll der Gesamterlös von 4,46 Millionen Euro internationalen Hilfsprojekten für Kinder und Jugendliche zur Verfügung gestellt werden. Wieder einmal sind es die toros die sich indirekt wohltätig engagieren. Der spanische Maler und Bildhauer Pablo Picasso war sein ganzes Leben ein leidenschaftlicher aficionado und widmete auch einen grossen Teil seiner Kunst der mundo de los toros. Gracias Pablo.
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Siehe auch:
Der kleine Picasso und die Stiere, SfA vom 17. April 2013
Die Stiere in Picassos Lebenswerk, SFA vom 18. April 2013


Freitag, 7. Juni 2013

Das erste Mal (1. Teil)

HINWEIS: Die blau-kursiven spanischen Fach-Begriffe
sind mit dem deutschsprachigen Lexikon des Stierkampfs verlinkt.

Wer das erste Mal einen Stierkampf besucht sollte gewisse Punkte bedenken

1. Teil: Das Besorgen von Eintrittskarten
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von Philip de Málaga


Schon seit Monaten finden immer mehr Personen den Weg zu SfA weil sie Informationen über "Stierkämpfe in Málaga" suchen. Allein in den letzten vier Wochen waren es über zweihundert Besucher, welche auch konkrete Fragen hatten. Hier eine kleine Anleitung, was man alles vor seinem ersten Besuch einer corrida beachten sollte. Dabei sei angemerkt, wir reden hier nicht von den dörflichen Festen sondern von der klassischen corrida.

Weder SfA noch andere taurinos versuchen die interessierten Personen, bzw. die neuen Besucher von der fiesta brava zu überzeugen. Die Entscheidung, ob einem die toros zusagen oder nicht, die muss ein jeder Besucher für sich selbst treffen. Wir können lediglich dazu beitragen, dass die wahren Informationen vermittelt werden.

- Zunächst sollte man wissen auf was man sich einlässt!

Die meisten können sich unter einem Stierkampf nicht viel vorstellen, ausser, dass er mit der spanischen Tradition eng verbunden ist und das es um Stiere geht, die auch mal getötet werden. Bevor man sich entscheidet ein festejo taurino zu besuchen sollte man sich drei Punkte bewusst sein:
  1. Der toro, also der Stier tritt dazu an um zu sterben! Er wird zwei bis fünf Jahre mit grossem Aufwand gezüchtet für den Tod in einer plaza de toros. Aber er hat auch die Möglichkeit, wenn er sich extrem mutig zeigt und stets angreift, mit einem indulto seine Freiheit zu erlangen um dann als Zuchtbulle auf der ganadería weiterleben zu können.
  2. Es handelt sich dabei um keinen sportlichen Wettkampf zwischen toro und torero! Keine Wettbewerb zwischen Stier und Stierkämpfer. Zwar werden den toreros sportliche Konditionen abverlangt, aber es geht nicht ums Gewinnen. Wenn überhaupt kann man von einem gewissen Wettkampf nur unter den matadores selbst reden, aber auch das entspricht nicht der Wahrheit, will das Publikum doch von allen Teilnehmern eine respektable, sprich die beste Leistung sehen.
  3. Man wird Blut zu sehen bekommen! Bestimmt immer bei den toros und nicht selten auch bei den toreros.
- Welche Veranstaltung sollte man besuchen?

Ein echter toro (Foto: mundotoro)
SfA empfiehlt den Besuch einer klassischen corrida de toros, wo toros mit einem Mindestalter von vier Jahren und einem Gewicht von 435 bis hin zu 700 Kilo gegen professionelle matadores de toros antreten. Sie stellen die Bundesliga unter den toros dar. Sollte es zu entsprechenden Zeit keine corrida de toros in erreichbarer Nähe geben, sollte es aber zumindest eine novillada con picadores sein. Letzteres wäre auch als eine günstigere Alternative anzusehen, wobei darauf hinzuweisen sei, dass es keine professionellen matadores de toros sind, die dort antreten, sondern novilleros, also toreros in der Lernphase, und bei den Stieren handelt es sich um bis zu dreijährige novillos.

Vermeiden sollte man auf jeden Fall Veranstaltungen die nur für Touristen organisiert werden. Oft werden sie mit Flamenco vermischt aber für horrende Eintrittspreise bekommt der Besucher nicht unbedingt zu sehen, zum einen was nicht unbedingt als guter Flamenco zu bezeichnen ist, und zum anderen etwas, was wirklich nichts mit der mundo de los toros zu tun hat. Meistens sind es junge unerfahrene Leute die sich mit becerros üben. Lesen Sie bitte dazu den SfA-Beitrag "Das Geld der Touristen".

- Wie findet man den richtigen Stierkampf?

Da hat man die Möglichkeit sich in den entsprechenden Internetportalen zu informieren:
Bei den Ankündigungen sollte man darauf achten, dass die Rede von toros ist.

Wenn man sich schon vor Ort befindet kann man sich an den carteles, also den Stierkampfplakaten orientieren. Achten Sie auch hier darauf, dass es sich um eine corrida de toros mit 6 toros 6 handelt:
Oder im Tourist Office nachfragen, wo es derzeit eine richtige corrida de toros zu sehen gibt.

Als letzte Möglichkeit kann man sich das wöchentliche Stierkampfmagazin Aplausos erwerben. Im Anhang findet sich auch eine Auflistung der Veranstaltungen

- Wo erwirbt man die Eintrittskarten?

Nie im Hotel oder Reisebüro, in der Regel stecken sie eine Provision von mindestens zwanzig Prozent ein, und verkaufen ihnen zudem schlechte Karten. Man sollte sich direkt zu der plaza de toros begeben. An auffallend kleinen Fenstern mit dem Hinweis taquilla erhält man die entradas, also die Eintrittskarten zum normalen Preis. Auch Wiederverkäufer auf dem Schwarzmarkt sollte man meiden, sie nehmen zwanzig bis hin zu dreihundert Prozent mehr. Erst wenn die corrida ausverkauft ist, also an den taquillas ein Schild mit dem Hinweis "No hay billetes" zu sehen ist, also bei einer ausverkauften corrida, sollte man sich bei Bedarf an die Wiederverkäufer wenden. 

- Welche Karten sollte man erwerben?

Wer das erste Mal eine corrida besucht sollte zunächst das gesamte Ereignis beobachten und aufnehmen, sehen wie das Ambiente ist, beobachten wie das Publikum reagiert und versuchen zu verstehen warum was geschieht. Deswegen sollten Neulinge nie vorne oder gar in der ersten oder zweiten Reihe (barrera oder contrabarrera) sitzen. Bei einer grossen plaza de toros empfiehlt SfA die erste Reihe im ersten Rang (delantera primer piso). Oder im oberen Drittel der unteren Sitzreihen (tendidos altos). Letzteres auch bei kleineren plaza de toros.

Sonne und Schatten
(Foto: Dr. Andreas Krumbein)
Die Sitzplätze in einer plaza de toros sind wie ein Kuchen aufgeteilt. Die einzelnen Sektoren nennen sich tendidos und sind nummeriert. Ein Drittel der Sitzplätze liegen während der corrida in der Sonne (sol), das sind die günstigen Karten, wo es vor allem in den Sommermonaten recht heiss werden kann. Ein zweites Drittel im Schatten (sombra), das sind die teuren Plätze, weil dort im ruedo auch die meisten Aktivitäten stattfinden und im callejón sich die toreros aufhalten. Das letzte Drittel liegt zu Beginn in der Sonne, dann aber im Schatten (sol y sombra), welches meistens preislich eine gute Alternative bildet. 

- Manchmal kann man die plaza de toros schon vorher sich betrachten

Einige plaza de toros erlauben den Besuchern schon vorher einen Blick in die plaza zu werfen. Meistens diejenigen, die über ein museo taurino verfügen, wie zum Beispiel Málaga oder Ronda.  Aber Achtung, einige Museen sind nur vormittags geöffnet. Auf jeden Fall sollte man davon Gebrauch machen um sich schon ein wenig zu orientieren.
Dieser Anblick erschliesst sich dem Besucher in der Malagueta, wenn es keine toros gibt.
- Fortsetzung folgt

© Philip de Málaga

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Die Serie für Neueinsteiger bei SfA:

Donnerstag, 6. Juni 2013

Wert macht Ernst!




von Philip de Málaga


Nur einen Tag nach der Ankündigung verkündet es die Regierung offiziell
Der Prozess der Legalisierung der mundo de los toros hat begonnen
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Gestern noch hatte Kulturminister Don José Ignacio Wert es im spanischen Radio verkündet und schon gleich heute ist das offizielle amtliche Gesetzblatt veröffentlicht worden.



Eines der Hauptziele ist die Förderung und Promotion der tauromaquia. Dazu werden sieben Ausschüsse gegründet. Interessant dabei zu lesen aus wem sich die neuen Ausschüsse zusammensetzen sollen. 50 Prozent der 26 Mitglieder kommen direkt aus der mundo de los toros. Neben den bekannten staatlichen Institutionen unter anderem vier Repräsentanten der aficionados, zwei Repräsentanten der taurinischen Gewerkschaften, zwei Repräsentanten der ganaderos, zwei Vertreter der empresas welche festejos taurinos organisieren, zwei veterinarios, ein Chirurg der auf die astas der toros spezialisiert ist und ein Vertreter der escuelas taurinas.

Dieses Amtsblatt hat seine Gültigkeit seit dem 4. Juni 2013.

Ich bin ein Sänger weil ich ein Feigling bin ...




von Joaquín Sabina


Der spanische Liedermacher und Dichter Joaquín Sabina, 1949 in Úbeda (Andalusien) geboren, wurde gestern in Madrid von der Unión de Clubs Taurinos Paul Ricard mit der Prämie Paul Ricard ausgezeichnet, für seinen Einsatz der internationalen Verbreitung von taurinischem Gedankengut. Bei der Unión handelt es sich um eine internationale Gruppierung, zu der die bekanntesten ausländische Clubs angehören, so unter anderem aus New York, London, Brüssel, Paris, Bordeaux, Madrid ... Immerhin zählt diese Vereinigung an die 16.000 Mitglieder.

Joaquín Sabinas (Foto: mundotoro)
"Ich bin ein Sänger weil ich ein Feigling bin, 
ich wollte schon immer ein Torero sein!"

"Es ist die erste Prämie die ich für den Stierkampf entgegen nehme. 
Für mich ist es eine grosse Ehre. 
Wenn sie mir nicht glauben, fragen sie meine Frau: 
Nachts träume ich nie vom Gesang 
sondern immer vom Stierkampf."

"In diesen Zeiten wo die Arenen von Bogota und Quito unter dem Barcelona-Syndrom leiden, gratuliere ich den Franzosen 
für ihre Liebe zu den Stieren und deren Legalisierung."

Joaquín Sabina
Madrid 5. Juni 2013


Mittwoch, 5. Juni 2013

Der Stierkampf zum Kulturerbe wird offiziell in die Wege geleitet




von Philip de Málaga


Der Prozess die toros zum Kulturerbe zu erklären beginnt jetzt!
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Kulturminister José Ignacio Wert 
Der spanische Kulturminister Don José Ignacio Wert hat heute früh im Programm La Mañana des Radiosenders COPE verkündet, dass der Vorgang die toros zum immateriellen nationalen Kulturerbe zu erklären jetzt offiziell eingeleitet wird. Zu der Verspätung sei es gekommen, weil so zahlreiche Änderungen und Erweiterungen in den Grundentwurf eingefügt worden sind. Aber er versicherte das die legislative Umsetzung sehr schnell voran getrieben wird. Mit anderen Worten, die spanische Regierung wird alles daran setzen, dieses für die spanische Kultur so wichtige Thema zu forcieren. Was allerdings nicht bedeuten muss, dass die toros noch in diesem Jahr zum Bien Cultural Inmaterial (Immateriellen Kulturerbe) erklärt werden können. Aber es signalisiert auch, dass diese Entwicklung des taurinischen Kulturerbes kaum noch aufzuhalten ist. Schliesslich möchte man es ja dem französischen Nachbarn zumindest gleichtun.


Link: Das offizielle Amtsblatt zum Thema (in spanischer Sprache)

Dienstag, 4. Juni 2013

Feria taurina in Málaga




von Philip de Málaga


Erste konkrete Angaben zur feria taurina der südspanischen Metropole
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Wie schon von den beiden neuen empresarios José Cutiño und Simon Casas angekündigt darf sich die afición im August diesen Jahres in der Malagueta von Málaga auf grossartige espectáculos taurinos freuen. Jetzt wo die Daten und die Anzahl der festejos taurinos feststehen, füllen sie sich nun auch mit bekannten Namen. Es ist eindeutig zu erkennen, wir die empresarios bemüht sind die grosse arte del toreo hier unterzubringen. Künstlerische Argumente sollen in Málaga dieses Jahr den Ausschlag geben. Es soll einer der besten ferias in diesem Jahr in Spanien werden. Der einzige unbekannte Faktor bleibt weiterhin der Star-torero José Tomás. Sollte aber sein Gesundheitszustand es zulassen wird mindestens einem Auftritt nichts im Wege stehen.

Hier die ersten Details:

14. bis 16. August

18 renommierte escuelas taurinas präsentieren hier ihren talentierten Nachwuchs.
Der Eintritt ist wahrscheinlich frei.
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17. August

Die drei besten novilleros der drei vorhergehenden Veranstaltungen 
treten in diesem Finale noch einmal gegen einander an.
Der Eintritt ist wahrscheinlich frei
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18. August
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19. bis 24. August

Schon einige namenhafte matadores de toros haben ihr kommen zugesagt:

Morante de la Puebla
Enrique Ponce
Julián López, El Juli
Alejandro Talavante
Miguel Ángel Perrera
Jiménez Fortes 
Juan José Padilla (?)
José Tomás (?)

(?) = noch nicht offiziell bestätigt
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25. August

Hier ist es gelungen ein cartel de lujo anzubieten um die feria taurina zu beenden:

Pablo Hermoso de Mendoza
Diego Ventura
Andy Cartagena

Die Veranstaltungen beginnen um 19:00 Uhr.

Montag, 3. Juni 2013

Das Kulturerbe muss warten




von Philip de Málaga


Die Ernennung der toros zum nationalen Kulturerbe wird sich wohl auf das nächste Jahr verschieben
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Die grösste Mediengruppe von Spanien, Vocento, hat heute verkündet, dass Spanien das viertlangsamste Land in Europa ist, wenn es darum geht politische Projekte umzusetzen. Davon sind auch die toros betroffen.

Wie politische Quellen aus dem spanischen Parlament dem Portal Europapress mitgeteilt haben, lässt sich der Zeitplan, die tauromaquia bis spätestens im September zum Kulturgut zu erklären, definitiv nicht einhalten. Man benötige noch mindestens drei weitere Monate um neue Verbesserungsvorschläge zu integrieren. Obwohl man daran arbeite sei der offizielle Amtsweg zur Schaffung eines neuen entsprechenden Gesetzentwurfes noch nicht einmal in die Wege geleitet worden. Auch sei man daran interessiert, mit dem neuen Gesetz die toros in Katalonien wieder möglich zu machen. Für all das benötigt es mehr Bearbeitung um dann schliesslich der Erklärung zum Kulturerbe erfolgsversprechend umsetzen zu können.

Sonntag, 2. Juni 2013

Renaissance

Die plaza de toros beginnen sich wieder zu füllen.
Mittlerweile bekennt sich jeder dritte Spanier zu den toros.
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von Philip de Málaga



Das war für viele Touristen doch sehr überraschend. Da reisen sie nach Madrid, besuchen den Prado sowie andere Sehenswürdigkeiten und beschliessen sich in der grössten plaza de toros von Europa, Las Ventas mal einen Stierkampf anzuschauen. Doch gerade in diesem Jahr standen die ausländischen Besucher nicht selten vor verschlossenen Türen. No hay billetes! Ausverkauft.  Hasta la bandera! 23.798 verkaufte entradas und das gleich an mehreren Tagen. Auch Valencia und Sevilla erfreuten sich schon eines grossen Besucherandranges, in Pamplona im Juli wird es nicht anders aussehen und auch die südspanische Metropole Málaga erwartet mehrere ausverkaufte Tage.

Keine Frage, seit 2007 hat sich die Zahl der festejos taurinos ungemein reduziert doch gerade in den letzten Jahren ist nicht nur das Interesse gestiegen, sondern auch die Zahl der aficionados hat sich erhöht. Im Jahr 2007 hat eine Gallup-Umfrage gezeigt, dass lediglich 27 Prozent der Spanier sich noch für die toros interessieren. Eine Zahl, mit der sich die antitaurinos gerne brüsteten. Sie tun es noch heute. Dass allerdings zwischenzeitlich ein neues Ergebnis vorliegt verschweigen sie wissentlich. Denn nach der jüngsten Gallup-Umfrage bekennen sich 33 Prozent der Spanier zu den toros. Jeder Dritte. Über siebzehn Millionen Spanier! Es gibt gewiss nicht wenige politische Parteien welche sich über solch einen Wert freuen würden. Und auch die Gegner der tauromaquia kommen nicht annähernd auf eine solche Zahl.

Dieser Erfolg ist ohne Frage auch den gegenwärtigen matadores de toros zu verdanken. Allen voran José Tomás, obwohl ihn zu sehen nur wenige aficionados in den Genuss kommen. Dann wäre da der Boheme Morante de la Puebla, El Juli, der Pirat Juan José Padilla und der Jungstar Alejandro Talavante


Mittlerweile hat dieser Trend auch die deutschsprachigen Medien erreicht. War man bis jetzt lediglich geneigt dazu über die wenigen und unbedeutenden Aktionen der antitaurinos zu berichten beginnen jetzt die Medien zu erkennen was wirklich in Spanien geschieht. Nehmen es war, dass die toros aller Voraussicht nach zum Kulturgut erklärt werden und vor allem die Tatsache, dass die Zahl der aficionados wieder am steigen ist, sowie die ausverkauften corridas.