Sonntag, 20. März 2016

Wenn der Stier eine Tonne wiegt!

Über den grössten Kampfstier der Welt - 950 Kilo!
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von Philip de Málaga


Schon bei einem toro bravo mit mehr als 600 oder gar 700 Kilo geht ein Raunen durch die plaza de toros. Zu viel toro, zuviel sich bewegendes Fleisch, für einen torero.  Solche corridas sind in der Regel der ganadería Miura zugestanden, jene Stierzucht, welche die meisten toreros auf dem gewissen hat.  Besonders mutig wird es dann, wenn der matador von kleiner Gestalt ist. Wie zum Beispiel der Sevillaner Domingo Valderrama. Mit einer Grösse von nur 1,62 Meter scheute er sich nicht gegen die kräftigen und grossen Tiere der Miuras anzutreten. Und manchmal waren die Tiere mit ihren 700 Kilo grösser als der torero und er konnte nicht einmal über sie hinwegsahen. Und für die estocada benötigte er einen gewaltigen Satz nach oben, um den estoque richtig zu platzieren. Für viele aficionados galt der kleine maestro aus der andalusischen Hauptstadt als einer der mutigsten toreros seiner Epoche.

Domingo Valderrama fürchtet keine grossen toros.
"Nur weil man so klein ist, beeinträchtigt das doch nicht eine figura zu sein," verkündet voller Überzeugung der kleine torero aus Sevilla.

Was ist nun, wenn aber der toro selbst alle optischen Masse sprengt? Sich in seiner Evolution in einem optischen Grössenrausch befindet? Weit mehr als 700 Kilo auf die Wage bringt, beinahe 1.000 Kilo, eine ganze Tonne gegen vielleicht 70 Kilo torero?


Zugegeben, eigentlich bekommt man diese eher nicht zu sehen. Scheitert es doch schon daran, dass kein torero sich gegen diese taurinischen Monster herangetraut. Aber trotzdem hält man Ausschau, wer hält den den Guinessrekyord mit dem grössten toro im ruedo aller Zeiten?

Weit muss man zurückschauen. Wir gehen in das Jahr 1932 nach Barcelona, eine Epoche wo die mundo taurino in der katalanischen Hauptstadt noch Willkommen war. Und was an diesem Tag der corrida de toros in der Monumental de Barcelona zu sehen bekamen, wurde in den folgenden Tage in den Medien als eine Bestie beschrieben, als das wildeste Tier dass jemals ein ruedo betreten hatte.

Es war der 24. Juli 1932 und der matador de toros aus México, David Liceaga, traute seinen Augen nicht, als er seinen toro aus dem toril rennen sah. Zwar hatten ihn seine banderilleros vorgewarnt, aber diese Dimension hatte der Mexikaner nicht erwartet. Ein toro von gigantischem Ausmasse, mit stolzen 950 Kilo von der ganadería Arránz.

950 Kilo für einen historischen Nachmittag
Und was der matador aus México zeigte gefiel dem Publikum in den tendidos. Furchtlos trat er seinem "Gegner" entgegen und zum Erstaunen der Zuschauer gelang es dem torero seiner Aufgabe als matador gerecht zu werden, und tötete den toro mit einer beeindruckenden estocada.

Obwohl David Liceaga der Hauptakteur an diesem historischen tarde de toros in Barcelona war, wo er den grössten toro in der Geschichte der tauromaquia mit Erfolg einem erstaunten Publikum präsentierte und auch in den dreissiger Jahren in einigen plaza de toros stets gern gesehen war, wo er vor allem mit der capa überzeugte, ist er der heutigen afición weitgehend unbekannt.


Samstag, 19. März 2016

Die Universität von Murcia fördert den Stierkampf




von Philip de Málaga


Das akademische Institut von Murcia 
bietet Stipendien für angehende Toreros der Stierkampfschule an
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Gestern hat die katholische Universität San Antonia de Murcia (UCAM) und die Escuela de Tauromaquia der Region Murcia einen Kooperationsvertrag unterschrieben, wo Studenten der akademischen Hochschule die Möglichkeit gegeben wird, parallel zu ihrem Studium, eine Ausbildung in der lokalen escuela taurina anzutreten, um auch die Möglichkeit zu haben, die mundo de los toros besser kennenzulernen, und gegebenenfalls repräsentieren zu können. Mit diesen Stipendien soll die tauromaquia als Kulturgut gefördert werden, nicht nur um sie als Tradition zu erhalten, sondern auch den gesetzlichen Standards zu entsprechen.

Rocío Bernal von der escuela taurina und José Luís Mendoza, Präsident der UCAM
(Foto: mundotoro)
Die Präsidentin der escuela taurina, Rocío Bernal, bedankte sich bei dem Präsidenten der Universität, Don José Luís Mendoza für seinen Einsatz und die Unterstützung der mundo taurino,  Dabei betonte sie, dass diese besondere Sensibilität für die Escuela de Tauromaquia nicht nur ein kurzes Aufflackern einer losen Idee sei, und fügt hinzu, dass es eine gute Alternative für Schulversager sei um einen neuen Blick für die Zukunft der Schüler zu offenbaren.

Der matador de toros Pepín Liria
Mendoza bemerkte dazu, dass sicherlich einige dieser toreros Erfolg haben werden, andere wohl nicht, aber man habe wenigstens die Mittel zur Verfügung gestellt, um einigen diese andere Ausbildung zugute kommen zu lassen, welche ihnen ein zukünftiges Leben ermöglich könnte.

Anwesend war auch der matador de toros Pepín Liria. Der professionelle torero sieht in diesem Vertrag eine echte Chance für die alumnos der escuela taurina. Die grösste Sorge für die Anwärter des toreos sieht er jedoch in deren Zukunft. Es ginge nicht allein nur um eine gute Ausbildung anzubieten, denn man weiss ja wie schwer es ist eine gute figura im toreo zu werden, sondern man sollte diesen toreros auch die entsprechenden Möglichkeiten für eine Zukunft garantieren können.

Freitag, 18. März 2016

Drei Nationen - Zwei Stiere - Ein Kampf




von Philip de Málaga



Korida: Der Dokumentarfilm von Siniša Vidović
Ein Stierkampf für den Frieden?
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Über den Stierkampf in Bosnien Herzegowina hatte SfA schon im August letzten Jahres berichtet. Nun gibt es über dieses doch besondere Ereignis der Stiere einen Dokumentationsfilm, der in der letzten Woche offiziell vorgestellt worden ist.


Pressemitteilung

Korida begleitet mehrere Protagonisten auf ihrer bewegenden Reise durch die Welt der bisher kaum filmisch festgehaltenen bosnischen Stierkämpfe, der Koridas. Der Dokumentarfilm nähert sich dem Phänomen Korida und eröffnet uns neue Blickwinkel auf fremde Strukturen und althergebrachte Vorstellungen.


Was macht sie so anziehend, dass sie eine derartige Faszination auslösen? Warum vergessen gerade hier die drei ehemals Krieg führenden jugoslawischen Ethnien ihre Differenzen und lassen stattdessen die Stiere kämpfen? Stimmt es, dass Koridas dem bosnischen Volk mehr Frieden gebracht haben als die Europäische Union?


Korida widmet sich der weitgehend unbekannten aber jahrhundertalten Tradition des bosnisch-herzegowischen Stierkampfes und seiner völkerverbindenden Wirkung.


Die Hauptprotagonisten sind nicht die kämpfenden Stiere selber, sondern die Menschen, die hinter ihnen stehen sowie ihre Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die sich im Wandel befindet und mit ihrer Vergangenheit und um einen positiven Blick in die Zukunft.


Die Welt der Stierkämpfe des bosnischen Hinterlandes bietet auf Grund seiner gesellschaftspolitischen Brisanz und der immens spannenden und bisher nie portraitierten Charaktere die Möglichkeit einen ungeschönten Blick auf ein Land zu werfen, das sich auch nach über zwei Jahrzehnten noch nicht von den Auswirkungen des Krieges erholt hat. Alte Wunden bluten immer noch unter der Oberfläche und Politiker unterschiedlichster Parteien führen Stellvertreterkriege auf dem Rücken der Bevölkerung. 


Eine Bevölkerung, die wie so oft im friedlichen Miteinander schon viel weiter ist, als viele Politiker wahrhaben wollen. Der Film zeigt zudem die universelle Verbundenheit von Mensch und Natur und der kathartischen Wirkung dieser Verbindung. Korida ist ein Dokumentarfilm von archaischer Poesie, ein Film über das ewige Wechselspiel zwischen Mensch und Natur, Jung und Alt und der der Vergangenheit, die in der Zukunft sichtbar wird.

Der Regisseur Siniša Vidović über seinen Film

"Wer sind die Menschen, die in diesem Kosmos leben? Und warum scheint es einer der wenigen Massenevents der Region zu sein, bei dem es keine ethnischen Konflikte gibt? Diese Fragen beschäftigten mich und führten mich zu einer mehrjährigen Reise, die nun in diesem Dokumentarfilm mündet. 


Der Zuschauer bekommt nicht nur einen Einblick in das ihm weitgehend unbekannte bosnische Stierkampf-Milieu, sondern auch in die Menschen und ihre Konflikte. Die Protagonisten sprechen oft darüber, dass trotz des Krieges zwischen den Ethnien aktuell keine Probleme vorherrschen, zumindest nicht in der ländlichen Welt der Koridas. Zugleich zeigt der Film jedoch, wie eine der wichtigsten Koridas des Jahres auf Grund eines ethnischen Konflikts nicht stattfinden kann. Dieser Bruch zwischen den Behauptungen der Protagonisten und der harten hier dokumentierten Realität  erlaubte mir einen einen Blick jenseits der Welt der Koridas: Er gab mir einen neuen Blick auf die fragilen, zwischenmenschlichen Beziehungen einer krisengeprägten Nachkriegsgesellschaft. Und diesen Blick möchte ich nun mit dem Kinopublikum teilen und diskutieren."


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Offizieller Link: Korida





















Donnerstag, 17. März 2016

Eine Kultur für das Volk




von Enrique Ponce


Am Tag 13M (13. März 2016) der Demonstration für die Freiheit der tauromaquia in Valencia war der matador der toros Enrique Ponce einer der hervorstechenden Sprecher, welcher tausende von aficionados mit seinen Worten begeistern konnte.  SfA hatte darüber berichtet: Der Ruf der Freiheit

"Kultur ist nicht das, was einige meinen was es ist, 
sondern was das Volk will! 


Der toro ist weit mehr als ein Hobby oder ein Zeitvertreib; 
wir reden hier von der freien Wahl des Menschseins, 
das Lied des Lebens zu singen im Angesicht des Todes. 
Und all das was wir verteidigen 
tun wir in vollem Bewusstsein der Moral und Ethik."

"Und hier ein vehemente Empfehlung: 
Verleugnen sie uns nicht, ohne uns zu kennen!"

Montag, 14. März 2016

Kurze Unterbrechung bei SfA

Für ein paar Tage gönnen wir den toros auf ihren weiträumigen dehesas ein paar Tage noch mehr Ruhe. Können sie, wie kaum ein anderes Zuchttier so herrlich ungestört ihre Freiheit geniessen um ihr Leben als ein toro bravo in einer plaza de toros mit ihrer raza den duende in die tendidos zu übertragen, und um so vielleicht mit einem wohl verdienten indulto einer langen Zukunft auf den grossen Weiden ihrer ganadería entgegenzusehen.


Gegen Ende dieser Woche werden wir von SfA mit der Berichterstattung fortfahren und die deutschsprachige afición über die Neuigkeiten, über Historisches und vor allem über neue Zahlen aus der Wirtschaft informieren, die aufzeigen, dass mit der tauromaquia mehr verdient wird, als finanzielle Hilfen hineingesteckt werden. Mit anderen Worten, ein Verbot der toros kommt letztendlich den Steuerzahler teurer zu stehen, als die wenigen Subventionen. Doch bald mehr davon

Auf diesem Weg möchten wir es auch nicht versäumen:
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Vielen Dank, an alle treuen Leser
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Denn auch in diesem Jahr konnte SfA gut starten. Im Januar hatten wir noch knapp 9.000 Hits und im Februar waren es mit 11.342 schon eine Steigerung von 27 Prozent! Wir können uns auf 2016 freuen. Denn das Interesse beim deutschsprachigen Publikum steigt kontinuierlich. 

MUCHAS GRACIAS an ALLE

und hasta muy pronto.

Sonntag, 13. März 2016

Der Ruf der Freiheit




von Philip de Málaga


Eine historische Manifestation in Valencia für die Tauromachie
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Demonstrationen über die Stiere war bis jetzt eigentlich stets eine Angelegenheit der antitaurinos. Doch diesmal, heute am Sonntag den 13. März 2016 zum Beginn der grosse Fiesta Las Fallas mit ihrer populären feria taurina zeigte die afición a los toros in Valencia Stärke. Tausende von aficionados und taurinos füllten die Strassen der valenzianischen Hauptstadt. Nach inoffiziellen Darstellungen waren es 35.000 bis 40.000 Beteiligte, öffentliche Regierungsstellen sprachen von mehr als 10.000. Egal, wie viel auch immer es gewesen sind, es handelt sich um eine protaurinische Manifestation von historischem Ausmasse.


Lautstark halten die Rufe nach Libertad, nach Freiheit durch die Strassen. Tausende setzten sich für ihre Geschichte, ihre Tradition und ihre ureigene Kultur ein. Begleitet wurde die afición von namenhaften toreros, ganaderos, empresarios und apoderados. Besonderer Blickfang die vielen figuras unter den Besuchern wie die maestros Enrique Ponce, El Juli, Morante de la Puebla, José María Manzanares, José Tomás, El Soro, Ortega Cano, und die matadora Cristina Sánchez und andere.

Mit folgenden Worten beeindruckte der diestro Enrique Ponce die afición: "Heute ist ein historischer Tag. Dafür können wir uns gratulieren. Wir zeigen hier Bürgercourage und sind stolz darauf aficionados de toros zu sein. Das sollte jeder mitbekommen den es etwas angeht. Kultur ist das, was die Leute wollen. El toro und seine Welt ist Kultur. Wir sind Spanier mit vollen Rechten. Spanier mit ihren empfindlichen Gefühlen und Trends."  

Und er fuhr fort: "Wir wollen niemanden verstossen. Wir sind Menschen des Friedens und der Harmonie. Wem es nicht gefällt, der soll nicht kommen. Aber wir fordern die Freiheit zu denken und zu wählen, die Gleichbehandlung in Bezug auf Aktivitäten und Kunst. Wir akzeptieren keine Verleumdungen und Beleidigungen."

Alle Printmedien und im Fernsehen brachten dieses Ereignis, und am Rande sprach man auch von den dreissig antitaurinos welche vor dem Rathaus ihre Gegendemonstration organisierten.

Samstag, 12. März 2016

Der versteckte Tod

In Portugal werden die Stiere nicht im Rund einer Plaza getötet
Ist das sinnvoll?
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von Philip de Málaga


Immer wieder liesst man auf gewissen Portalen der antitaurinos, warum werden die toros in Spanien nicht wie in Portugal ausserhalb der plaza de toros getötet. Auch SfA erhält diesbezüglich gelegentliche Anfragen wie diese Tage von Franz M. aus Gelsenkirchen:

"... nun habe ich mich hier schon eine Zeit lang durch gelesen, und kann gut verstehen, dass aus Gründen der Tradition, einer gewissen Portion Begeisterung, von den Stierkämpfen einiges an Faszination ausgeht. Was ich aber nicht verstehe, warum müssen die Stiere in der Arena vor den Augen des Publikums, nicht selten Kinder, getötet werden. Könnte man da nicht dem Beispiel wie in Portugal folgen, wo die Tier ausserhalb der Stierkampfarena getötet werden? ..."

Nun, SfA hat ja schon an anderer Stelle über den symbolischen, ethischen wie ästhetischen Tod in einer plaza de toros vor Publikum gesprochen: Über den Tod des Stieres, warum der Stier eigentlich sterben muss.

Wie steht es denn nun mit der Behauptung, es sei besser die toros ausserhalb des ruedos zu töten. Nun sei einmal klar festgestellt, dass es sich hier eindeutig um einen grossen Irrtum handelt, wenn man annehme, dass das Töten der toros ausserhalb der plaza de toros weniger grausam bzw. qualvoller sein. Im Gegenteil sogar! Ein toro der lebend aber verletzt das ruedo verlässt muss nicht selten Stunden warten, bis er abgeholt wird, damit man ihn zum Schlachthof, dem matadero bringt. Es gibt sogar Aussagen die bestätigen, dass die Tiere manchmal sogar bis zum nächsten Tag dort warten müssen. Und da ist er nun, eingesperrt in einem meist kleinen dunklen Raum, seine Schmerzen beginnen sich zu steigern, da der Adrenalinspiegel am sinken ist und auch der Ausstoss der Beta Endorphine nachlässt. Und er selbst kann gar nichts dagegen tun, sich nicht mal wütend dagegen aufbegehren. Ein purer Leidensweg zum Tod. Ein Kalvarienraum zum Ende des Lebens.

In Portugal werden die toros ebenfalls verletzt, verlassen aber das ruedo lebend,
um dann später im Schlachthaus getötet zu werden.
Den einzigen Vorteil dieser Qual findet sich in der scheinheiligen Vorstellung, "Was man nicht sieht, existiert nicht!". Das Publikum rechtfertigt seinen Besuch damit, bei dem eigentlichen Tötungsakt nicht anwesend zu sein. Wir verstecken das Blut, die Wunden und den Tod, dann können wir auch der Vollstreckung des Todes nicht beschuldigt werden. Dahinter verbirgt sich ein Gedankengut der Heuchelei.

Der toro bravo wird mit grossem Aufwand auf einer ganadería zum Sterben in einer plaza de toros gezüchtet. Der Tod, wie schon beschrieben ist das essentielle Ende einer corrida. Es geht um die Darstellung des Lebens durch den Tod und die Darstellung des Todes im Leben (*).  Und in Portugal geht man diesem mit gezielter Affektiertheit aus dem Wege. Ob das die portugiesische afición will oder nicht spielt keine Rolle. Es ist auf jeden Fall eine traurige Tatsache.
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Quellennachweis:
(*) Heilige Hochzeit, Rainer Bischof, Böhlau Verlag, Wien - Köln - München, 2006


Freitag, 11. März 2016

Valencia und Enrique Ponce




von Philip de Málaga


Wer an den Torero Ponce denkt, der denkt an Las Fallas
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Der am 8. Dezember 1971 in der Gemeinde Chiva geborene matador de toros Enrique Ponce Martínez gehört schon seit Jahren nicht nur zu den führenden figuras in Spanien, sondern ist ein gern gesehener lidiador in allen ruedos auf der Welt. Mehr noch, was ein Franz Beckenbauer für den deutschen Fussball ist, ist Enrique Ponce für die spanische mundo de los toros. Dabei versteht er es nicht nur in den plazas de toros durch seine ruhige Art des toreo zu überzeugen (kaum ein torero setzt sich so für eine gute Vorstellung des toros so ein wie er, womit sich auch seine zahlreichen indultos erklären lassen), auch gesellschaftlich gesehen ist der Gentleman der tauromaquia häufig ein Gast. Ob bei königlichen Hochzeiten, offiziellen Anlässen oder in den Medien, Ponce steht häufig im Mittelpunkt.


Und wie der Kaiser in München regierte so bestimmt Enrique Ponce dass Geschehen geradezu dominierend bei den Las Fallas von Valencia. Die erste grosse wichtige feria taurina in der spanischen temporada. Eine fiesta wo dieser torero nicht nur dazugehört, sondern als ein Klassiker geradezu Teil dieser feria symbolisiert:
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"Wenn man Las Fallas sagt, sagt man Enrique Ponce!"

mundotoro -
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Seit seiner alternativa im Jahr 1990, welche life im Fernsehen übertragen worden war, hat der maestro aus Chiva es nicht einmal versäumt in Valencia zu den Las Fallas anzutreten. So kam er auf 55 paseillos wobei er als Trophäen 61 orejas erhielt. Eine grossartige Leistung, welche die afición zu schätzen und zu würdigen weiss. Und jeder aficionado ist dankbar ihn auf dem cartel de toros zu sehen. Und die toros auch. Denn immerhin haben 26 Tiere mit einer faena von Enrique Ponce und einem indulto ihre Freiheit zurückerlangt. Der diestro aus Chiva, 2007 Träger der Goldmedaille der Schönen Künste, kennt sich halt mit den toros bestens aus, ist er auch als ganadero aktiv tätig.

Donnerstag, 10. März 2016

Jerez de la Frontera: Komplett ausverkauft




von Philip de Málaga



Wie in Jerez de la Frontera zu erwarten war, 
verkauften sich alle Eintrittskarten binnen 24 Stunden
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Drei corridas, mal drei no hay billetes ergibt 33.500 Zuschauer in den tendidos der plaza de toros im andalusischen Jerez de la Frontera.  Eigentlich ist es die Feria del Caballo, die grosse fiesta der Pferde, doch diesmal ist es ein Mensch, ein torero der die Massen anlockt. Da kann sich der empresario gewiss freuen. Auch die weltweite Presse der mundo de los toros wird kommen, um zu sehen, was der maestro aus Galapager, der matador de toros José Tomás im ruedo zeigen wird. Kaum öffneten sich die offiziellen taquillas wurden die entradas, also die abonos direkt, per Telefon oder online innerhalb eines Tages verkauft. 
Noch müssen die 11.500 Sitzplätze bis Mai warten.
Den Blick nach oben gerichtet.
Dort will er wieder hin.
Schon früh morgens standen die Leute an, um sich ein abono zu sichern. Jeder will gerne bei der Wiederauferstehung des Menschen José Tomás dabei sein. Bei seiner taurinischen Wiedergutmachung.Wie man es auch immer sehen will, ein Highlight im toreo wird es in jedes in diesem Jahr schon werden. Denn das Rahmenprogramm, wenn man es denn so bezeichnen darf, besteht ja ebenfalls aus figuras, wie Morante de la Puebla, Alejandro Talavante, López Simón, Juan José Padilla, und José María Manzanares. Hinzu kommen am Vortag die sechs caballeros die zur Feria del Caballo ihre Künste beim rejoneo zeigen.

Bei so viel Glanz und Gloria aus der mundo taurino, ist es doch ein wenig bedauerlich, dass hier den Verantwortlichen ein wenig der Blick in die Zukunft zu fehlen scheint. Zwar haben sie jetzt ihre figuras und auch das Interesse, aber wird das immer so sein? Warum konnte man in diese kleine feria taurina nicht ein festival für den Nachwuchs mit einbinden, zum Beispiel in Form eines Certamen de Escuelas Taurinas, auf nationaler oder gar internationaler Ebene, so wie es in Málaga jedes Jahr, sogar recht erfolgreich praktiziert wird? Ein Weitblick, der leider noch in vielen plazas fehlt. 

Mittwoch, 9. März 2016

In México sind Kinder im Publikum erwünscht




von Philip de Málaga


Im mexikanischen Bundesstaat San Luis Potosi 
dürfen Kinder weiterhin Stierkämpfe besuchen.
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Dulcelina Sánchez (PRD)
Auch in México ist das Thema der toros ein Thema. Auch hier gibt es Gruppierungen, welche eineabolición de los toros fordern, wobei México politisch betrachtet sicherlich mit anderen Dingen zu kämpfen hat. Trotzdem versuchen es die antitaurinos immer wieder. Wie in der letzten Woche im Bundesstaat San Luis Potosi mit seinen 2,8 Millionen Einwohnern. Unter Führung der Abgeordneten Dulcelina Sánchez von der PRD, der Partei der Demokratischen Revolution wurde beim Kongress des Staates ein Antrag eingereicht, den Kindern im gesamten Bundesstaat den Zutritt zu den festejos taurino zu verwehren.


Die Politikerin wählte erst diesen demokratischen Weg, um zu sehen wie die Stimmung diesbezüglich ist um dann gegebenenfalls juristische Schritte in die Wege zu leiten.  Mit einer Niederlage hatte sie gerechnet, doch dieses geradezu erdrückende Ergebnis kam für die junge Politikerin doch etwas überraschend. Der Untergang einer Initiative. Da kann man auch juristisch wenig ändern.


Insider sehen in diesem Wahlergebnis den allgemeinen Trend in México. Überhaupt ist hier auch zu beobachten, dass man das toreo immer häufiger in legislative Aktivitäten mit einbinden will. Das wiederum ruft die antitaurinos auf den Plan, um politische Gruppierungen für ihre Konzepte gegen die tauromaquia mit einzubinden. Aber derzeit sieht die Realität anders aus. Die Kinder gehören zu den toros dazu. Ganze Familien gehen dort hin, erfreuen sich gemeinsam am tarde de toros, und da kann man dann nicht die Kleinen einfach zu Hause lassen. Besonders und vor allem auf dem Lande.

Dienstag, 8. März 2016

Eigentlich wollen sie nur den Tod - oder sie wissen es nicht

Was antitaurinos wollen, ist nicht den edlen Stier am Leben zu erhalten,
sondern was sie verlangen ist ein schnelles Todesurteil.
Wenn Politiker über die Tauromachie debattieren,
geht es um viel, nur nicht um die Stiere.
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von Philip de Málaga



Schon seit Jahren wird darüber diskutiert, ob die toros verboten werden sollen oder nicht. Spätestens seit 2007 ist es auch hier in Spanien zu einem Politikum geworden. abolición de los toros hätte zur Folge, zum einen das etwas mehr als 230.000 reses getötet werden müssen, weil die ganaderías die Kosten nicht mehr tragen können und diese Tiere einfach nicht zur kostendeckenden Fleischzucht geeignet sind. Vor allem sind es die an die 120.000 toros bravos, welche direkt den Weg ins Schlachthaus antreten müssten. Schon im letzten Jahr mussten ganaderías ihren Betrieb vollkommen einstellen, oder einen grossen Teil ihrer Herde der Schlachtung freigeben, weil sie finanziell nicht mehr tragbar waren.

Mit gesenkten Köpfen ergeben sich die toros ihrem Schicksal.
Es ist nicht erwünscht dass sie das Leben eines toro bravo führen dürfen.

Zum anderen würde es das Ende des noblen toro bravo bedeuten. Der toro der es liebt seinem Instinkt des Angriffes zu folgen, der toro der mehrere Jahre in wunderbaren dehesas auf einem bis zwei Hektar grossen Land nur für ihn leben darf, von den Menschen unbelästigt, der toro der in der plaza de toros mit seiner bravura sogar ein indulto, eine Begnadigung erwirken kann und letztendlich der toro der relativ viel durch sein Umfeld zur spanischen Ökologie beiträgt.

Solche Bilder soll es laut den antitaurinos in Spanien nicht mehr geben.
(Foto: mundotoro)
Denn ein Punkt sollte mal klar festgehalten werden. Die antitaurinos setzten all ihre Kräfte, all ihre Beleidigungen, all ihre Hetzkampagnen, all ihren Lobbyismus ein, um ein Verbot der toros zu erwirken. Sie haben aber bis jetzt noch nichts, absolut gar nichts unternommen, um auch nur einem toro bravo das Leben zu retten, und noch viel weniger um das Überleben der Rasse des toro bravo durchzusetzen.

Der Wunschgedanke vieler Politiker und antitaurinos.
Nur kaum einer hat eine Vorstellung über die Umsetzung.
Nicht anders sieht es in den politischen Lagern aus. Vor allem jene Parteien, welche versuchen sich von allem typisch spanischen zu distanzieren. Besonders wenn es aus der spanischen Hauptstadt kommt und vorgeschrieben wird. Sich gegen den toro auszusprechen, gleicht der Feststellung, dass man diesen hier nicht benötigt. Und somit auch nicht seine Tradition. Und so sieht man ebenfalls in seiner Zucht keinen Sinn, und erst recht nicht in der Erhaltung der viel noch lebenden Tiere. Denn der Steuerzahler will dafür bestimmt nicht einkommen.

In der Kultur, in der gesamten Bannbreite der Wirtschaft, in der Politik, in der Kunst,
im sozialen Leben, ist die mundo de los toros voll integriert und von dem sector antitaurino kommen keine vernünftigen Ansätze über die Umsetzung eines möglichen Verbotes der toros.
Weder politische Gruppierungen noch Tierschutzorganisationen konnten bis jetzt dazu noch kein akzeptables, bzw. annehmbares Konzept vorschlagen. Noch irgendeinen Lösungsansatz für den entsprechenden Arbeitsmarkt, für die finanziellen Löcher die nicht nur bei der Branche zu finden sind, sondern auch bei den Gemeinden, Provinzen und dem Staat, durch die fehlenden Steuereinnahmen, und nicht zuletzt für den toro de lidia präsentieren. Auch die Antworten auf die Anfragen durch SfA, selbst beim Europäischen Parlament, fielen recht bescheiden bis nichts sagend aus. 

Mit anderen Worten, da gibt es nicht wenige, welche eine abolición de los toros fordern, aber selbst über den Bereich über doch eher bescheidene Informationen verfügen, und schon gar keine Idee über eine mögliche Umsetzung haben. 

Eine Demo von antitaurinos im letzten Sommer in Málaga: Und seien wir mal ehrlich,
die sehen nicht gerade so aus, als ob sie in der Lage wären, irgendetwas bewirken zu können,
ausser mit einem Megaphon zu hantieren.

Montag, 7. März 2016

Olivenza: Ausverkauft!




von Philip de Málaga



Das sind Bilder, welche die Antitaurinos nicht so gerne zeigen
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Da beginnt die temporada taurina in Spanien und schon zeigen sich die ersten No hay billetes. Ausverkauft hasta la bandera, bis unter die obere Fahnenstange. Eine klare Ansage, an die, welche die Meinung vertreten, das Interesse an den toros würde es kaum noch geben.

"Es gibt keine entradas für die corrida an diesem Nachmittag"
Wir sind in Olivenza in der Extremadura. Eine Gemeinde, welche sich durch und durch für die tauromaquia einsetzt. Ein wahrer Botschafter für die mundo de los toros, die sich auch nicht scheut auf Messen dafür zu werben. Und so kam es, dass sich bei der corrida de toros am letzten Samstag alle tendidos füllten. Stolze 5.440 aficionados in einer plaza de toros mit historischer Vergangenheit, welche bis zurück in das Jahr 1854 reicht. Und viele mussten draussen bleiben und sind umsonst angereist, denn das festejo taurino war schon seit längerem ausverkauft.

Ausverkaufte plaza de toros in der Extremadura
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Toros von der ganadería Garcigrande
Für die maestros
Diego Urdiales: oreja und ovación tras aviso
Miguel Ángel Perera: oreja tras aviso und ovación
und Alejandro Talavante: dos orejas und oreja, puerta grande

Sonntag, 6. März 2016

Stierkampf auf dem Vulkan

Eine Plaza de Toros auf der Inselgruppe der Azoren
erobert die Sozialen Netzwerke
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von Philip de Málaga


Es war Anfang Februar, als in den Sozialen Netzwerken Facebook, Twitter und Instagram ein Photo veröffentlicht worden ist mit dem Titel "Volcán de Toros" (Vulkan der Stiere). Auf dieser Aufnahme ist eine plaza de toros zu sehen, welche sich im Krater eines Vulkans auf der Insel Graciosa der Azorengruppe befindet. Bei den Usern kam das Photo an. Allein bei Facebook gab es zwischen aficionados und solchen die zu den toros keine Beziehung haben gleich in der ersten Woche ein "Gefällt mir". 




Ohne Frage, eine in der Welt einzigartige Lage für einen coso taurino. Ebenso einzigartig wäre ein mögliches Hinweisschild, welches ankündigt: "Wegen Aktivitäten des Vulkans muss das festejo taurino abgesagt werden."


Ein ohne Frage religiöser Ort. Allein schon der Name: Nosa Senhora da ajuda, der Berg unserer helfenden Jungfrau. Und so schmücken den Weg auf den 405 Meter hohen Vulkan verschiedene Kapellen, wo die toreros vor ihrem Auftritt im ruedo einkehren können um für ihre lidias zu beten. Und am Ende des Weges befindet sich ein Heiligtum der tauromaquia, die plaza de toros  oder wie die Einwohner es nennen der cráter de toros von Santa Cruz da Graciosa. Gleich einem Olymp des toreos.

Der Grundgedanke zur Konstruktion war einfach. Das Rund eines ruedos war schon vorgegeben. Der Boden flach und die Basis für die nach oben gehenden tendidos war auch schon vorhanden. So entstand die Idee, in der Wildheit der Natur die Wildheit einer corrida de toros zu präsentieren.  Und auch das ist noch eine Seltenheit. Die Gemeinde zählt gerade mal um die einhundert Einwohner und deren einmalige plaza verfügt über ein um ein vielfaches grösseres aforo.