Sonntag, 18. September 2016

Un Agosto muy taurino (2)

2. Teil: Bilbao
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von Adrian Neville aus Nürnberg


Am nächsten Morgen dann ein kurzer Inlandsflug ins Baskenland. Zwei verschiedene Welten. Das heisse, ausgedörrte Andalusien, die fröhliche Feria mit Rumbas und Sevillanas, mit Flamencokleidern und Sombreros und dann im Landeanflug schon das satte, an´s Allgäu erinnernde Grün, die Berge und Wälder. Bilbao, die alte Industriestadt, die zu einer Kunst- und Designmetropole „umgekrempelt“ wurde. Vom Flughafen gleich zur PlazaVista Alegre“, ein Betonbau aus den frühen 60ern, der ganz seltsam auf einem Hügel liegt, zu dem eine steile Strasse führt. Interessant: die barrera sol kostete in Málaga 40€ (in Madrid 60€), und in Bilbao satte und freche 82€!!! Deshalb also tendido und Reihe 8 bis 12. Mit Plastikschalensitzen ausgestattet, eine sehr bequeme plaza
Vista Alegre ist mit einem aforo für 14.781 Zuschauer eine sehr bequeme plaza de toros
Ich war vor 2 Jahren schon mal in Bilbao zur Feria und machte den grossen Fehler, mich in einem Hotel in Zentrum einzuquartieren. In Málaga ist es nämlich so, daß die Feria nur tagsüber im Zentrum ist: Flamenco, Cartojalwein und Pferde, alles sehr folkloristisch und schön. Auch laut, aber am Abend verlagert sich alles in den „Recinto Ferial“ ein Festgelände in der nähe des Flughafens ca. 8 km vom Zentrum, wo dann bis zum Morgengrauen gefeiert wird. Nicht so in Bilbao (und das ahnte ich nicht)! Dort hört man hauptsächlich gerne Ska, Punk und Techno in voller Lautstärke und es hört nicht auf. Vor meinem Fenster (und „vor“ meint es wörtlich!) drei riesige Bühnen, auf denen bis fünf Uhr in der Früh nur so auf die Instrumente eingedroschen wurde. An Schlaf nicht zu denken. So suchte ich 2014 nach endlosen drei Nächten,  mir in der komplett ausgebuchten Stadt eine Absteige fünfzig Meter von der Arena.
2014 in der Zwei-Sterne-Absteige (links). 2016 im Vier-Sterne-Hotel am Meer (rechts).
2016 dann in sicherer Entfernung in einem Hotel im schönen Seebad Getxo ca. fünfzehn Kilometer nördlich von Bilbao. Von dort fährt im 5-Minuten Takt eine Strassenbahn in zwanzig Minuten ins Zentrum. Perfekt.

Im direkten Vergleich liegen zwischen beiden plazas ebenfalls Welten. Das festive, essende, trinkende und schwatzende Publikum der „Malagueta“ und nun Bilbao:
Oben Málaga, Unten Bilbao: Zwei Städte, zwei plaza de toros, zwei Welten.
Vista Alegre ist eine absolut ernsthafte plaza niemand isst oder trinkt während der corrida. Alles im ruedo wird sofort mit aplausos oder pitos kommentiert. Wehe der picador überquert die „raya“, den Ring der seinen Bereich markiert. Wehe der zweite puyazo wird nur angedeutet usw. Die Stiere sind wohl die am besten präsentierten toros in ganz Spanien (ausser Las Ventas in Madrid natürlich). 

Zu den banderillas spielt immer auf dem höchsten Rang ein kleines Trio aus Trommler und zwei Trompetern in weissen Hosen und Hemden und roten Baskenmützen seltsame Baskischen Melodien. Die banderillas sehen anders aus, sind nicht mit Papier geschmückt.
Das kritische Publikum in den tendidos von Vista Alegre in Bilbao
Mir gefällt es in Bilbao sehr. Hier wird die corrida durch und durch ernst genommen. Der Zuschauer kommt nicht zum feiern in die plaza  sondern um kritisch zu bewerten. Dabei ist er dennoch nicht so fundamentalistisch, wie der Madrilene in Las Ventas

Auch hier ein sehr guter Joselito Adame, ein grossartiger Ponce, ein katastrophaler MoranteDiego Urdiales, der hier letztes Jahr schon eine der faenas der Saison hinlegte, bekam nun endlich die dos orejas
Eine natural von dem matador de toros Diego Urdales
José Garrido, der vor zwei Jahren einen sensationellen Auftritt „en solitario“, also alleine mit (damals noch) novillos hinlegte, ist nun endgültig der matador de toros, den Bilbao verehrt.

Ein denkwürdiger Nachmittag! Es sollte ein höchst interessantes cartel werden: Drei „junge Wilde“ José Garrido, López Simón und Roca Rey. Die neue Generation, erstmals gemeinsam in einer corridaDurch Roca Reys schwere cogida in Málaga bedingt, entschied sich die empresa ein „mano a mano“ daraus zu machen, also zwei matadores gegen 6 TOROS 6. Dem Publikum missfiel das sehr, es gab Pfiffe beim paseíllo. Die Zuschauer hatten gehofft, dass das cartel durch einen interessanten dritten Mann ergänzt wurde. Hierfür bot sich Ginés Marín an, der Roca Rey zwei Tage zuvor vertreten hatte, und eine sehr gute Figur machte. Ein anderer Wunschkandidat war Javier Jiménez (ja, eben dieser, der in Málaga drei avisos kassiert hatte), der ein paar Tage zuvor oreja y oreja  in Madrid bekommen hatte! Tags kreisen um die arena verschiedene Gerüchte: Die apoderados von „El Cid“ hatten ihren matador als Ersatz angeboten. Ein ziemlicher Unsinn, dann damit wäre das cartel der „jungen Wilden“ ruiniert gewesen. Die empresa wollte Javier Jiménez, was aber López Simon´s Management rundum ablehnte. So blieb es beim mano a mano ...
Ein Seltenheit: Ein paseillo unter pitos des Publikums
Doch was für ein seltsamer Nachmittag! López Simón schienen die Pfiffe beim Einmarsch sehr nahe zu gehen. Nach einer sehr blassen Darbietung mit seinem ersten Stier, schleuderte es den Descabello Degen ins Publikum. Ein Mann in der vierten Reihe wurde (gottseidank nur leicht) am Arm verletzt und beschimpfte den matador.

Was dann folgte, habe ich in einer arena noch nicht erlebt: López Simon hatte eine „Ataque de angustias“, eine Art Nervenzusammenbruch. Blass und mit Tränen in den Augen, stütze er im callejón sein Gesicht in seine Hände. 
Der matador de toros  López Simon am Ende seiner Nerven
Seinen zweiten toro konnte er kaum entgegentreten. Pfiffe, der Grossteil des Publikums, begriff nicht, was los war. Er ging in die enfermería und kam nicht wider. José Garrido bestritt heldenhaft und kaltblütig die restliche corrida und bekam eine oreja.
José Garrido rettet den tarde de toros der jungen Wilden.
Die grosse Belohnung kam für ihn dann am an nächsten Tag – dos orejas und Puerta Grande. In letzter Minute, denn das encierro von der ganadería Fuente Ymbro war eines der schlechtesten, die ich jemals in einer arena erster Kategorie gesehen habe. 6 katastrophale Stiere 6! Der sobrero (auch Fuente Ymbro) war´s. Ein Traumstier und ein meisterhafter, absolut selbstbewusster José Garrido.

Das Experiment 13 corridas in 14 Tagen, bei dem ich vorab vermutet hatte, dass es mir eventuell nach der 8 oder 9 corrida zu viel wird, endete damit, dass ich am Tag 14 melancholisch dachte: das war´s dann schon! Schade...


Samstag, 17. September 2016

Kann man den Toro de la Vega mit Abtreibung vergleichen?




von Carlos Salvador


Der 1966 in Pamplona geborene Rechtsanwalt und Politiker Carlos Casimiro Salvador Armendáriz, aktuell Abgeordneter im spanischen Unterhaus, stellte in diesem Jahr eine Frage bei Twitter ins Netz, was einige Gemüter bewegte. SfA möchte den Inhalt hier einfach nur kommentarlos wiedergeben:

"Verbieten sie den Toro Vega weil ein Tier stirbt, 
weil sie es töten, oder aus beiden Gründen?
Wenn es so ist, müssten wir auch die Abtreibung verbieten, 
nicht wahr?"

Freitag, 16. September 2016

Toro de la Vega - Toro de la Peña - und der Stier ist doch tot




von Philip de Málaga



Immer noch viel Polemik um das Stiertreiben in Tordesillas
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Sein Name ist Pelado, er ist im Dezember 2011 geboren, also fast fünf Jahre alt, brachte 670 Kilo auf die Wage und kam mit der Nummer 112 von der ganadería Jaralta. Er war der erste toro beim encierro Toro de la Peña, welches nach einer fünfhundertjährigen Tradition das bekannte Stiertreiben Toro de la Vega in der  Ortschaft Tordesillas im nordspanischen Kastilien-León ersetzte. Der Unterschied zu der vorherigen Tradition, der toro durfte beim encierro weder von den caballeros mit den Lanzen verwundet noch getötet werden.
Der toro "Pelador" von der ganadería Jaralta
Der Unterschied zu der vorherigen Tradition des Toro de la Vegas, der toro durfte während des encierros weder von den caballeros mit den Lanzen verwundet noch getötet werden. Und nach neunzig Minuten wieder in die corrales gebracht werden.

Fast pünktlich so kurz nach elf Uhr begann am letzten Dienstag der Toro de la Peña. In diesem Jahr jedoch mit weitaus weniger Zuschauer. Der Lauf des toros war derselbe wie der aus der traditionellen Torrr Der Startschuss war gegeben, das Gatter des corrales wurde geöffnet und Pelado wurde vom Plaza Mayor erst durch die Strassen getrieben.

Dann über die Brücke des Flusses Douro 


Und schliesslich auf die Aue, eben die Vega, wo der Name des festejo popular Toro de la Vega ursprünglich auch entstanden ist.

Doch im Gegensatz zu den letzten 500 Jahren warteten hier auf den toro keine picas, jene stechenden Lanzen, welche auf ihn einstachen sondern abgerundete Attrappen um den toro zu provozieren, und vor allem findet er hier nicht in aller Öffentlichkeit den Tod. Auch wurde Pelador nicht direkt von Reitern konfrontiert. Nur ein paar wenige caballeros auf ihren Pferden wachten in unmittelbarer Nähe darüber, dass die Veranstaltung nicht aus dem Ruder lief. Hauptsächlich ging es darum, ähnlich wie in Pamplona dem toro zu Fuss zu begegnen. Während dieser suelta del toro wurde kein Beteiligter von den Hörnern des toros erfasst. 

Normalerweise sollte dieses festejo des frei laufenden toros über einen Zeitraum von ganzen neunzig Minuten laufen. Aber so weit kam es nicht, denn ein stark einsetzender Regen beendete schon nach einer Stunde das festejo, und die Verantwortlichen trieben den toro in den corral del Prado del Zapardiel. Dort hat man Pelado unter Narkose gesetzt und ihn zu einem anderem Ort überführt, wo er nach 24 Stunden in einem matadero getötet worden ist. Dieser Vorgang geschah unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Der stark einsetzende Regen führte zum Abbruch des Toro de la Peña
Wie offizielle Stellen mitteilten, wurde während des encierros einer Treiber von der Guardia Civil verhaftet, weil er versuchte mit einer authentischen lanza den toro Pelado zu attackieren. 

Und obwohl es keinen öffentlichen Tod gab hatten sich trotzdem eine kleine Gruppe von antitaurinos in Stellung gebracht um weiterhin gegen die mundo taurino zu protestieren. Den schliesslich würde zum einen das animal während des festejos populares einem enormen Stress ausgesetzt und zum anderen trotzdem, zwar nicht mehr öffentlich, getötet.

Ihnen gegenüber standen auf der Plaza Mayor an die 3.000 Befürworter dieser 500-jährigen Tradition, mit Schildern bewaffnet wie "Tengo derecho a mi fiesta" (Ich habe ein recht auf meine fiesta), "Tordesillas no se rinde" (Tordesillas wird nicht aufgeben), "Tradición, democracia y libertad" (Tradition, Demokratie und Freiheit) oder auch in ausfallenden Worten wie "Políticos cabrones, respetad las tradiciones" (Politische Scheisskerle, respektiert die Traditionen). Ein Tonfall, welchen man sich besonders von taurinos eher nicht wünscht, denn man sollte sich auf keinen Fall dem Niveau des antitaurinismo angleichen. "Man habe den Toro de la Vega auf diktatorische Weise verboten. Die Gesellschaft von Tordesillas sei ein Opfer der Manipulation der Medien, welche den Fokus auf diese torneo richtete. Damit öffne man die Tür für ein Verbot aller corridas.", verkündete ein Sprecher der Veranstaltung während man im Hintergrund die antitaurinos schreien hörte, "tauromaquia, abolición".
Ein klare Ansage!
Aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Denn das Rathaus von Tordesillas will weiterhin gegen die Entscheidung der Landesregierung klagen, und selbst dort tendiert man zwar mit einem Verbot, aber so richtig umgehen kann man dort mit der Situation auch nicht. Wie ein Sprecher der Regierung von Kastilien-León verkündete, der Toro de la Peña sei erst einmal eine Übergangsversion gewesen, um zahlreiche erhitze Gemüter erst einmal zu beruhigen.

Mittwoch, 14. September 2016

Un Agosto muy taurino (1)

1. Teil: Màlaga
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von Adrian Neville aus Nürnberg

Diesen Sommer habe ich mir einen langgehegten Traum erfüllt: die Ferias von Málaga und Bilbao (die aneinander anschliessen) zu besuchen. Sechs Tage lang am Mittelmeer, dann gleich weiter an den Atlantik. Als Student beneidete ich immer die englischen aficionados in Málaga, wenn sie am letzten Abend der Feria davon erzählten, das es am nächsten Morgen gleich weiter nach Bilbao geht. Málaga ist eine meiner Lieblingsplazas, die schöne „Malagueta“ ist nur circa dreihundert Meter vom Meer entfernt, die Luft schmeckt salzig und über dem ruedo kreisen und kreischen die Möwen  Hier habe ich die meisten corridas gesehen.
Die Malagueta liegt nur wenige Meter vom Meer und dem Hafen entfernt.
Mittags kann man zum apartado gehen und sich die Stiere des Abends aus der Nähe anschauen.

Es ist eine typisch andalusische „Plaza torerista“, daß heisst, die Zuschauer kommen hauptsächlich, um ihre toreros zu sehen. Die Präsentation der Stiere ist dabei oft eher zweitrangig und leider wurde die Arena vor ein paar Jahren – gegen jegliche Vernunft – zu einer Plaza erster Kategorie ernannt. Die toros entsprechen leider oft nicht dieser Kategorie. Die meisten eingefleischten aficionados beklagen diesen Umstand. 

Ausgerechnet die erste corrida, mit Stieren von „Partido de Resina“ ehemals Pablo Romero, eine der legendärsten ganaderías überhaupt, war eine riesige Enttäuschung. Selten sah ich so schöne und gut präsentierte toros. Alle auf den ersten Blick „Pabloromeros“, wie aus dem Bilderbuch. Das war es dann aber auch schon. Ausnahmslos alle waren komplett „mansos“.  bekam dann auch noch die drei avisos, wegen seiner absoluten Unkenntnis, wie man den „descabello“ anwendet.

Javier Jimenez konnte seinen ersten toro nicht töten
und Tausende haben es live am TV mitverfolgt.
Ein matador de toros darf nicht dermassen stümperhaft damit umgehen. Als würde er es zum ersten Mal machen. Was dann folgte, war irgendwie typisch Málaga: das Publikum applaudierte für die Gesamtdarbietung, so dass er für „saludos“ in den Ring kam. Eigentlich unmöglich und schlechte Kinderstube. (Anmerkung von SfA: Diese corrida de toros wurde live im andalusischen Fernsehsender Canal SUR und international auf Andalucía TV übertragen).

Insgesamt gab es in allen sechs corridas denen ich beiwohnte keine einzige echte „suerte de varas“. Der Stier wurde irgendwie Richtung picador manövriert, der stach dann ebenfalls irgendwie zu und das Publikum applaudierte, wenn der zweite „puyazo“ (der in Plazas der ersten Kategorie vorgeschrieben ist) möglichst schwach war. Ausführung hiervon ebenfalls weitgehend egal.

Das Publikum in der Malagueta ist eben ein Festives, welches ein Spektakel erleben möchte und besonders der matador soll hierbei glänzen.

Es gab keine Puerta Grande (in Málaga schreibt das neue reglamento taurino vor, dass ein matador dos orejas von einem Stier bekommen muss. Eins und eins reicht nicht aus. Auch dies ein ziemlicher Unsinn, mit den man den aficionados keinen Gefallen tut). Joselito Adame, der mir immer besser gefällt, bekam bei der endlosen, da „8stierigen“ Corrida Picassiana nämlich eins und eins, doch musste die Plaza leider zu Fuss verlassen. Er wird immer feiner in seinen Manövern, technisch immer perfekter, ohne dass es kalt wirkt. Vor ein paar Jahren sagte mir sein toreo noch gar nichts, doch die letzten Male hat er mich absolut positiv überrascht.
Joselito Adame konnte überzeugen: Dos orejas.
An jenem Nachmittag wuchs auch „Fortes“ über sich hinaus. Keine „Kamikaze Aktionen“, sondern ein phantastisches und sehr inspiriertes toreo a natural. Ganz besonders in der Ausführung. Hoffentlich bleibt er auf dieser Linie. Er hätte die dos orejas verdient und hätte sie vor einigen Jahren, als Málaga noch zweite Kategorie war, auch sicherlich bekommen.
Der Lokalmatador Fortes konnte mit seinen ruhigen pases naturales überzeugen.
Cayetano“, der ebenfalls nicht zu meinen Favoriten zählt, hatte einen phantastischen Auftritt. Die „Malagueta“ beflügelt ihn scheinbar immer wieder. Immerhin war es eine der Lieblingsplazas seines legendären Großvaters.

Ponce einfach ein Meister, un verdadero maestro... Jedes Manöver stimmt, er „kann“ mit beinahe jedem Stier. Seltsam hier aber die Tatsache, dass einer der zweifellos grössten matadore aller Zeiten, seit 26 Jahren ganz oben, der alles doppelt und dreifach erreicht hat, es nicht schafft Plazas auszuverkaufen. Woran liegt´s? Ist es inflationär? 
Stets eine der ganz grossen figuras: Der maestro Enrique Ponce
Nach den toros in die Cafetería Bar Flor
mit Blick auf die Plaza de toros La Malagueta
Denkwürdig „Morante de la Puebla“, der es schaffte, an zwei Nachmittagen insgesamt vier „broncas“ zu kassieren. Inklusive drei avisos. Er versuchte den descabello nicht einmal. Mit dem typischen, angewiederten „Morante“ Gesichtsausdruck, die Arme verschränkt, liess er einen aviso nach dem anderen verklingen.

Insgesamt war es wieder sehr schön in Málaga. Auch die tägliche Runde nach der corrida in der „Bar Flor“ ist fast noch die selbe, wie vor fast 20 Jahren, als ich erstmals in Málaga war.

Am nächsten Morgen ging es dann in das Baskenland.

Fortsetzung folgt am nächsten Sonntag.

Freitag, 5. August 2016

Welche Toreros lohnt es sich zu sehen?

Immer wieder erreichen SfA Anfragen welche Stierkämpfe
es sich lohnt anzuschauen?
Auch die Frage nach den derzeit besten Toreros taucht häufig auf.
SfA verschafft einen kleinen aktuellen Überblick
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von Philip de Málaga
Natürlich hat ein jeder aficionado seine eigenen Vorlieben, warum er eine corrida de toros besucht. Während sich die toristas vorwiegend für das Verhalten wie die bravura der toros von den verschiedenen ganaderías interessieren, sind andere Zuschauer mehr auf die toreros fixiert. Und auch da gibt es Unterschiede. Einige schwören auf gewissen figuras, andere sehen gerne bestimmte Manöver, wie mit capa oder muleta, wiederum andere sehen es gerne, wenn der matador die banderillas selber setzt, eine weitere Gruppe ist fasziniert von dem allgemeinen Ambiente ... es gibt vielerlei Gründe ein festejo taurino zu besuchen. Und je mehr man in die mundo de los toros eintaucht, um so mehr gibt es zu entdecken. Immer wieder Neues zieht den aficionado de toros in den Bann der tauromaquia

Wer das erste Mal so ein festejo taurino besucht hat nicht selten die Qual der Wahl. Vor allem die Frage, welche toreros gehören derzeit zu den Besten? Wen lohnt es sich an zu schauen? In der Regel möchten diejenigen, welche das erste mal so eine Veranstaltung mit den toros besuchen auch eine gute Leistung geboten bekommen. SfA möchte da ein wenig behilflich sein und eine Übersicht präsentieren, wer derzeit zu den besten toreros gehört. 

Gewiss hängt der Erfolg eines tarde de toros von vielen Umständen ab. In welchen Konditionen befinden sich toros wie toreros, das Wetter, und auch das Publikum. Da gibt es Online-Rankkings, wie zum Beispiel beim Portal mundotoro, wo man in der Rubrik escalafón nachschauen kann, welche toreros derzeit häufig zu sehen sind und wie viele trofeos sie erhalten haben: Escalafón de mundotoro
Escalafón von mundotoro vom 4. August 2016
Man bedenke dabei, dass ein lidiador pro toro maximal drei trofeos also dos orejas y rabo erhalten kann. In der obersten Leiste kann der Betrachter das Ranking variieren, jeweils nach festejostrofeos  in den einzelnen categorías der plaza de toros usw.

SfA hat diesbezüglich nachgerechnet und den Auszeichnungen der lidiadores eine Wertigkeit zugeordnet. Wenn ein matador in einem festejo taurino ein oreja als trofeo erhält, hat er 100 Prozent seiner Leistung erbracht. Mit anderen Worten, jeder maestro mit 100 Prozent oder mehr, hat bei jedem festejo, wo er angetreten ist, mindestens ein oreja erhalten.

Bei der Kalkulation war es eine Bedingung, dass ein torero mindestens fünf Mal in der jeweiligen Kategorie angetreten ist. Dies wurde deswegen angegangen, um Eintagsfliegen auszusortieren. 

Allgemein betrachtet, für alle plaza de toros aller categorías kommt man auf folgendes Ranking:
Mit anderen Worten: David Galván, hat bei jedem festejo durchschnittlich 3,6 trofeos erhalten.
In der Königsklasse der spanischen tauromaquia, also der erfolgreichen Auftritten von lidiadores  in plaza de toros der 1. categoría finden sich lediglich fünf maestros:
Mit anderen Worten: Juan José Padilla, hat bei jedem festejo durchschnittlich 2 trofeos erhalten.
In den restlichen spanischen Grossstädten findet sich das Ranking wie folgt:
Mit anderen Worten: Cayetano, hat bei jedem festejo durchschnittlich 2,4 trofeos erhalten.
Aber wie schon genannt, besagtes Ranking ist keine Garantie für eine gute corrida de toros. Aber eine gute Voraussetzung, denn die hier genannten matadores de toros haben bis jetzt durchschnittlich eine sehr gute Leistung abgegeben. Da alle oben genannten toreros mit mindestens einem oreja die entsprechende Anzahl der corridas absolvierten, bedeutet dieses statistisch bewertet, dass man bei einer corrida de toros mit sechs toros auch durchaus mit mindestens sechs orejas rechnen könnte. Aber nur statistisch gesehen. Denn viele Faktoren können diesem einen Strich durch die Rechnung machen. Angefangen bei schlechten wie gefährlichen toros  über die cornadas, den Verletzungen der toreros bis hin zum Tod am Nachmittag. 

Donnerstag, 4. August 2016

Sich vorher schon mal die Stiere anschauen

Jetzt geht sie bald los, die Feria von Málaga.
Hier gibt es nicht nur Stierkämpfe zu sehen, 
sondern auch kulturellen Veranstaltungen, alles rund um den Stier
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von Philip de Málaga
(Fotos: FIT, Artetur, mundotoro)

Und wenn es schon um den toro geht, sollte man ihn sich auch in seinem natürlichen Umfeld, wo er geboren, gezüchtet und aufgewachsen ist anschauen. So dachten es sich verschiedene peñas und asociaciónes taurinas aus der Provinz Málaga. Und organisierten mit der Fusion International por la Tauromaquia eine Tagesreise in die wahre mundo de los toros, zu einer ganadería, wo toros für die diesjährige feria taurino in Málaga gezüchtet worden sind.

Wo es um den toro ging, war man auch darum bestrebt authentische toros zu besuchen. Da entschied man sich für die toros der corrida torista am Montag den 15. August in der La Malagueta. Vor den Augen der toristas stellen sich die matadores de toros Fernando Robleño, Domingo López Chaves und Javier Jiménez den Stieren der ganadería Partido de Resina, ehemals mit dem Namen Pablo Romero, in Sevilla.
Diese drei toreros stellen sich in Málaga der Rinderzucht, der encaste aus dem Paradies, wie der mayoral  Joaquín Morera Garrido, den Slogan der ganadería verbreitet.
Und jenes Paradies war am letzten Samstag das Ziel von siebzig aficionados de toros aus der Provinz Málaga. Unter Leitung des Repräsentanten der Finca für toros, José Luis Agora Cabello, konnten die aficionados und der grellen Sonne Andalusiens Impressionen vom Paradies entdecken, die toros beobachten und beim galoppieren studieren. 
"Es ist schon ein überwältigendes Gefühl, die toros in freier Bahn zu sehen, ihre Gefährlichkeit auch nur erahnen zu können. Mit diesem Eindruck geht man zur corrida mit einem ganz anderen Gefühl in die plaza. Denn jetzt kennt man beide Seiten, die toreros wie die toros", so Pedro L. aus Velez Málaga.
Victor S. Aus Antequera fragte sich: "Ich kenne gut Enrique Ponce. Kaum einer kennt die toros so gut wie er. Ich glaube viel mehr toreros, vor allem der junge Nachwuchs, wären viel besser, würden sie sich auch mehr mit den toros auseinandersetzen."
Das Fernsehmagazin Toros para Todos des andalusischen Regionalsenders RTVA beschäftigt sich jeden Sonntag mit der mundo de los toros auf dem Lande. Auch in Deutschland hat man die Möglichkeit TPT via Satellitenfernsehen, Sonntags ab 13:10 Uhr mit zu verfolgen.
Überhaupt gibt es einige ganaderías, welche der geneigte aficionado oder Interessierte besuchen kann. Unter anderem auch die hier beschriebene Zucht Partido de Resina. Link: Artetur, welche vier verschiedene ganaderías im Programm hat.

Mittwoch, 3. August 2016

Lange Menschenschlangen bei den Vorverkäufen zu den Stierkämpfen




von Philip de Màlaga


Die afición weiss um ihre Tradition der los toros
und der Andrang ist entsprechend gross
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Die meisten empresarios der plaza de toros mit ihren ferias taurinas im August können zufrieden sein. Der Andrang allein schon nur zum Vorverkauf der abonos ist auffallend gross.

Pontevedra
Huelva
Málaga

Dienstag, 2. August 2016

Die geballte Kraft eines Toros Bravos im heimischen Garten





von Philip de Málaga



Wie viel afición oder Tradition ein aficionado de toros bei sich zu Hause im germanischen Gefilde unterbringen möchte, bleibt einem jedem selbst überlassen. Während die einen sich mit einem kleinen Stier von Osborne, einer Miniaturausgabe jener 88 schwarzen Silhouetten welche mit einer Höhe von 14 Metern seit 1957 spanische Landstrassen dekorieren, die meisten davon stehen in Andalusien. Ein beliebtes Souvenir ist der toros von Osborne allemal. Ob als Kleine Silhouette, auf Kugelschreibern, Krawatten, Taschen oder als das Originalgetränk.

Wer aber nach einem grossen toro bravo für seinen Garten sucht, auch dem kann geholfen werden. Eine halbe Tonne schwer, gleicht er der Kraft eines Miura-Stiers. 2,85 Meter lang und 1,70 Meter hoch. Doch eins unterscheidet die beiden, nur einer versteht es schnell zu beschleunigen als ein Rennpferd, und mit seinen Hörnern für gefährliche Momente der cornadas zu sorgen.

Diese Feinguss-Bronze-Skulptur kommt nicht aus Spanien sondern wird von Avant Garden in England angeboten. Die "Zucht" geht schnell, in zwei Wochen kann innerhalb von Großbritannien angeliefert werden. Der stolze Preis für diese Stier-Skulptur beträgt 16.627 britische Pfund. Das entspricht 19.628 Euro.
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Danke an Ursula Herzog


Samstag, 30. Juli 2016

Über Francisco Cano




von José und Wella de Alemania


Wir kannten Francisco Cano schon sehr lange, so wie jeder ihn kannte, der in der tauromaquia zu Hause ist. Er war immer sehr verbindlich und freundlich, pflegte aber eine gewisse Distanz, wenn er nicht sicher war, ob man ein echter aficionado ist.

Wenn man sich des Öfteren gesehen hat, dann entwickelte er sich zum begnadeten "Geschichtenerzähler". Bei jeder Feria sah man ihn mit seiner weissen Mütze beim paseillo. In Valencia wohnen wir immer im Hotel Vincci Lys. Dort ist auch das Foto entstanden.

Deutsche aficionados mit dem bekannten Fotografen "Canito" in Valencia.
Einmal hat er uns in der plaza fotografiert, ohne dass wir es merkten und dann hat er das Foto im Hotel abgegeben. Natürlich in Schwarz/Weiss und mit seiner Unterschrift. 

Viele seiner Fotos sind in Pamplona entstanden.  Wir waren in den 80er Jahren dort und er fand es immer schade, dass sich San Fermín so touristisch entwickelt hat. In den letzten Jahren war er nicht mehr dort zu sehen, und man konnte ahnen, dass sein Alter ihm zugesetzt hat. 

Alle, die in der mundo de los toros bedeutend waren, pflegen einen respektvollen Umgang mit ihm.

Es gibt ein sehr schönes Buch über Cano, dass er uns mit einer tollen Widmung geschenkt hat. Das war in Valencia 2011. Und wir sind uns immer wieder über den Weg gelaufen und haben uns jedesmal gefreut ihn wieder zu sehen. 

Freitag, 29. Juli 2016

Meine Liebe zu den Stieren brachte mich dazu sie zu malen





von Philip de Málaga


Der kolumbianische Künstler Fernando Botero 
gestaltet das cartel er feria taurina von Albacete 2016
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Der Maler und Bildhauer Fernando Botero ist am 12. April 1932 in Medellín, in den kolumbianischen Anden geboren. Schon mit zwölf Jahren begann er sich der Malerei zuzuwenden. In den 50-ger Jahren gelang es ihm einen eigenen Stil zu finden, der die Welt der Kunst auf ihn aufmerksam machte und ihm zu Berühmtheit verhalf. Im Mittelpunkt seines Schaffen stand der Mensch. Jedoch zeigte er seine Figuren in voluminösen Proportionen. Menschen werden zu dicken Wesen befördert, teilweise sehr dicken Individuen, welche jedoch nach Verständnis des Künstlers eine gewisse Ästhetik vorzuweisen haben. 
Fernando Botero als Teil seines Kunstwerkes
Der Künstler erklärt das so: "Mit Volumen kann man Sinnlichkeit und Bewegung zum Ausdruck bringen. Das hat zu der grössten Revolution in der Kunst geführt: Dem Einbringen von Volumen. Es ist die Illusion, auf einer flachen Oberfläche etwas zu schaffen. Die Dinge existieren Dank ihres Volumens.Was ich gemacht habe ist eine aussergewöhnliche Revolution. Aber ich bin noch darüber hinaus gegangen. Mit Hilfe von verführerischen Formen und Volumen wollte ich Aufregung zum Ausdruck bringen. Jene Gemütsbewegung, welche Sie beim Anblick eines Kunstwerkes spüren. Denn wenn man sich ein Kunstwerk betrachtet, dann muss man darüber in die Meditation eintauchen können. Ich bin fest davon überzeugt, dass Volumen und Bewegung in der Kunst durchaus sinnliche Elemente in der Malerei sind."
Und so befinden sich im Zentrum seiner Kunstwerke Menschen, welche doch recht dick anmuten. Voluminös. Und vor niemandem macht Botero halt. Nicht vor Königen, Diktatoren, Tänzerinnen, Soldaten, Flüchtlinge oder eben toreros. Womit wir beim Thema wären. Der tauromaquia. "Meine tiefe Liebe zu den toros brachte mich dazu sie zu malen." Aber üppige toreros, das soll gehen? Ästhetik und Eleganz wird hier in neuem Licht gezeigt. Und nicht zu wenig. Über 140 Ölwerke und 38 Zeichnungen entstanden in den letzten 60 Jahren. Viel gab es für den Künstler zu entdecken. "Die toros machen dem Maler das Leben einfach, denn es ist eine farbenfrohe Angelegenheit. Die traje de luces des matadores, der Sand im ruedo, die barrera, das Publikum ... Ein wunderbares Thema, etwas was die Poesie in die Malerei bringt."
Dieses Werk mit dem Titel "Tercio de varas" soll das nächste cartel in Albacete schmücken.
Botero ist ein leidenschaftlicher aficionado. Seine afición begann beim Eintritt in eine escuela taurina. Dort hat er begonnen erste Zeichnungen über verschiedenen suertes anzufertigen. Und "über die toros bin ich zur afición der Malerei gekommen".