Montag, 18. Mai 2015

Der Sommer kommt ... die Touristen auch

Wenn Stierkampf nicht gleich Stierkampf ist.
Wie Stierkampfmanager an das Geld der Touristen wollen
Vorsicht ... es kann teuer werden
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von Philip de Málaga

Der Sommer kommt, und mit ihm die Touristen. Dass der Stierkampf eher nicht für die Touristen ist, dürfte dem SfA-Leser weitgehend bekannt sein (siehe auch dazu Der grosse Irrglaube: Stierkampf sei für den Tourismus!).

Wie in fast jeder Branche, es gibt sie auch in der mundo taurino: Die schwarzen Schafe. So versuchen immer noch eine Handvoll empresarios (Manager von meist kleinen oder unrentablen Plaza de toros) in touristisch intensiven Zonen an das Portemonnaie der Urlauber zu kommen. Dagegen ist ja auch grundsätzlich nichts zu sagen, doch was die Touristen dort für viel Geld geboten bekommen übersteigt schon jede Unverschämtheit. Oft sind es nur zwei bis vier Jungstiere, manchmal Kälber an denen sich meistens nicht professionelle Amateure oder Jungstierkämpfer üben können. Solche Veranstaltungen dauern in der Regel eine knappe Stunde. Zum Vergleich, ein klassische corrida de toros geht über zwei Stunden und mehr. Was eine so genannte klassische corrida de toros ist,  wird auf dem folgenden cartel klar dargestellt:

Ankündigung einer richtigen corrida de toros mit echten toros bravos!

Eher für Touristen
Und genau da liegt das Missverständnis. Eine corrida sei ein richtiger Stierkampf. So will man es den Touristen vorgaukeln. Und das stimmt eben nur teilweise. Denn eine klassischer Stierkampf mit professionellen matadores de toros und ausgewachsenen toros nennt sich eine corrida de toros. Touristen werden nun getäuscht indem man zwar das Wort corrida verwendet aber mit einem anderen Anhang, wie zum Beispiel links in dem cartel zu erkennen: Grosse Corrida de novillos sin picadores. Also ein festejo taurino in dem es zunächst keine ausgewachsenen toros gibt, sondern Jungtiere, und zum anderen hat diese Veranstaltung jeweils nur zwei Teile, weil die berittenen picadores, die Lanzenreiter, das erste tercio einfach weggelassen werden. Hinzu kommen ziemlich überhöhte Eintrittspreise (Eine Familie mit zwei Kindern kommt locker auf 200 Euros!) und solche Veranstaltungen dauern gerade mal eine Stunde. Wenn überhaupt.

Hier an der Costa del Sol sind es vor allem die Plaza de toros von BenalmádenaTorremolinos, Mijas und Marbella die an das Geld der Touristen wollen. Fairerweise sollte man aber noch hinzufügen, dass in Marbella und Torremolinos auch gelegentlich richtige corrida de toros und novilladas organisiert werden. Meistens zur Zeit, wenn sie ihre Volksfeste, die ferias feiern.

Stierkampf und Flamenco

Um die Touristen noch mehr zu locken, haben sich die Veranstalter etwas Neues ausgedacht. ¡Dos en uno! Zwei in Einem! Flamenco und Stierkampf. Dabei wollen sie suggerieren, dass man dabei sogar noch Geld sparen könnte, denn schliesslich werden zwei Veranstaltungen zum Preis von einer angeboten. Doch dem ist nicht so. Statt in einen dritten und/oder vierten Stier zu investieren engagieren sie eine günstigere Gruppe die Flamenco vorführt, Amateure die noch vor dem Stierkampf im ruedo für 20 bis 30 Minuten ihr Bestes geben. Manchmal kosten sie sogar gar nichts, weil es sich um Schüler irgendwelcher Flamencoschulen handelt, die ihre öffentlichen Auftritte ein wenig üben dürfen. Ambiente kommt dabei auf jeden Fall nicht auf.

Kompletterweise sollte man hinzufügen, dass es auch corridas flamencas gibt. Dabei handelt es sich um professionelle corrida de toros, bei denen der matador de toros während der faena mit dem toro von einem Flamencosänger begleitet wird. Dort wird also der paso doble durch Flamenco ersetzt. Nicht selten finden solche corridas flamencas zur späten Stunde statt, so ab 20 Uhr und später.

(Foto: Das deutsche Lexikon des Stierkampf, Boris Kahl)
Die Einheimischen dürfen umsonst rein

Kaum zu glauben aber war! Denn die tendidos lassen sich mit den Touristen allein kaum füllen. Ein Beweis dafür, dass es nicht die Touristen sind, welche die plazas füllen. So teilte mir ein Mitarbeiter des cosos von Benalmádena mal mit, an so einem Tag verkaufen wir an die 200 bis 500 entradas. Die Menschen gehen natürlich in der 3.600 Personen fassenden plaza de toros vollkommen unter. Und um eine gewisse Stimmung zu garantieren werden zahlreiche invitaciones, also Einladungen unter den Einheimischen verteilt. Im Mijas wird das anders geregelt. Zunächst werden auf der Seite der sol, also wo die Sonne scheint, die viel Geld zahlenden Touristen eingelassen. Dann öffnet sich kurz vor Beginn der Veranstaltung das Tor zum sombra (dem Schattenbereich), der bis jetzt leer oder kaum besetzt war und eine Menge Einheimischer lässt sich auf den noch freien Plätzen nieder, ohne auch nur einen Cent gezahlt zu haben.

Vorne in der Sonne die zahlenden Touristen,
hinten im Schatten die Einheimischen, welche nichts zahlen.

Preise die es in sich haben!

Hier ein paar Beispiele:

Marbella:
GRAN CORRIDA DE NOVILLOS SIN PICADORES
Stiere: Novillos (*1)
Toreros: Jesus Torres und Juan Reyes
Barrera Sombra: 85 €
Barrera Sol: 65 €
Tendidos: 50 bis 65€


Benalmádena:
GRAN CORRIDA DE NOVILLOS SIN PICADORES
Stiere: Erales (*2)

Toreros: Juan Antonio Valverde und Pablo Hernandez
Barrera Sombra: 90€
Barrera Sol: 75€

Tendidos: 50 bis 65€

Benalmádena
CORRIDA DE NOVILLOS SIN PICADORES Y ESPECTÁCULO FLAMENCO
Stiere: 3 Becerros (*3)
Toreros: Jimenez Fuentes (novillero), Paco Francisco (rejoneador)
Barrera Sombra: 90€
Barrera Sol: 80€
Tendidos: 45€ bis 65€

Mijas:
2 GRANDES ACONTECIMIENTOS EN UNO
TOROS Y FLAMENCO
Stiere: Ejemplares (*4)

Toreros: José Luís Cabrero, Ivan Menacho, Sanchez Beltran
Barrera Sombra: 95 €
Barrera Sol: 85€
Tendidos: 50 bis 70€

Anmerkungen:
*1 Novillos = Jungstiere bis zu 3 Jahren
*2 Becerros = Kälber
*3 Erales = Jungstiere bis zu 2 Jahren
*4 Ejemplares = Also Exemplare und der Züchter kann hier seine billigsten und schlechtesten Tiere an den Mann bringen. Oder auch umgekehrt, dass der Veranstalter günstigste Tiere wählt um Kosten zu sparen. In der Regel werden becerros, also Kälber eingesetzt, die sich noch nicht novillos nennen dürfen.

Warum so teuer?

Die Erklärung ist einfach. Zum einen sprechen sie zu wenig Urlauber damit an, als dass es lohnend wäre. Zum anderen bekommen die Vermittler (Die Kaufhausketten El Corte Inglés oder Carrefour, Hotels, Reiseveranstalter und Reisebüros) ihr Kommission. In der Regel mindestens 20 Prozent. Die begleitenden Reiseführer werden auch bezahlt und schliesslich will ja auch noch der angeblich kostenlose Shuttle-Service finanziert werden. Und letztendlich muss die plaza de toros ja auch ihre Kosten mit den wenigen entradas decken, damit es lohnend wird.

Oft versuchen vor den offiziellen taquillas private Personen versuchen, ihre entradas zu verkaufen. Diese sollten sie meiden, nehmen sie oft mehr als 20, 30 gar mehr Prozent. Ihre Preispolitik ist ziemlich willkürlich. Es sei denn die Veranstaltung beginnt, und sie sind auf ihren Karten sitzen geblieben, dann könnte es durchaus günstiger werden, wenn die empresa der plaza de toros die entradas nicht mehr zurücknimmt.

Oft finden sich in den Zentren der Städte und Dörfer Verkaufsstände, welche an ein Kasperltheater erinnern. In der Regel sind sie genehmigt und offiziell. Nehmen aber 20 Prozent mehr auf den normalen Preis

Was kann man als Tourist tun?

Eigentlich lautet die Frage, wie erkenne ich als Urlauber eine solche Touristenfalle? Grundsätzlich an den Plakaten. Mit einem Format von ungefähr 30 cm Höhe und ca. 12 cm Breite liegen sie an den Hotelrezeptionen und Reisebüros aus. Und das Erste was einem auffallen sollte, ist der Hinweis “BUS GRATIS - FREE BUS”. Da kann man schon davon ausgehen, dass Touristen damit angesprochen werden. plaza de toros wie Málaga oder Fuengirola, wo es richtige corrida de toros oder novilladas zu sehen gibt haben das gar nicht nötig. Da füllen sich die tendidos von alleine.

Zwar sind solche Plakate nett anzusehen, lassen Sie sich aber dadurch nicht täuschen. Die Stiere sind längst nicht so gross wie dort dargestellt. Auch die toreros entsprechen nicht der Wahrheit. Zu der Veranstaltung in Mijas (siehe links) zum Beispiel ist der bekannte matador de toros Enrique Ponce abgebildet. Der hat gewiss diese Stierkampfarena nicht einmal von aussen gesehen.

Wo gibt es richtige Stierkämpfe?

Um ganz sicher zu gehen, sollten sie eine Tourist-Information aufsuchen und nach einem richtigen Stierkampf fragen, einer corrida de toros, wo eben die Spanier, also die richtigen aficionados hingehen. Hier an der Costa del Sol sind das vor allem Málaga und Fuengirola aber auch gelegentlich TorremolinosEstepona und Marbella. Ansonsten könnte man es mit einem Ausflug in eine andere andalusische Stadt wie Granada, Córdoba oder Sevilla verbinden.

Online hat man die Möglichkeit sich nach den offiziellen carteles beim Portal mundotoro zu informieren: Carteles Taurinos, einfach Ort und Datum eingeben und schon werden die nächsten festejos taurinos in der Nähe angezeigt. Auch Fachzeitschriften am Kiosk wie Aplausos verfügen im Anhang über eine Auflistung der aktuellsten carteles.

Unter Localidad den Ort unter País das Land eingeben 
Wo besorgt man sich die Eintrittskarten?

Und haben Sie dann Ihr Ziel erreicht besorgen Sie sich ihre entradas immer an den Originalschaltern direkt an den Plaza de toros. Das sind meistens kleine viereckige Löcher mit der Überschrift Taquilla.

Ist es Ihr erster Besuch, empfiehlt SfA eine gewisse Distanz zum ruedo. Verfügt die Plaza de toros über Ränge, ist die erste Reihe dort sicher eine gute Alternative. Ansonsten in den normalen tendidos, in den oberen Sitzreihen (filas), damit sie zunächst ihre erste corrida in ihrer Gesamtheit atmosphärisch erleben können.

Ansonsten legt Ihnen SfA nahe sich ein wenig bei der gerade entstehenden Serie Das erste Mal ein wenig schlauer zu machen. Sollten Sie Fragen haben, zögern Sie bitte nicht, sich an das Team von SfA zu wenden. Gerne helfen wir ihnen weiter.

Sonntag, 17. Mai 2015

Wenn die Toros Künstler inspirieren: Verführung

"Incitación" von Fran Sánchez
Der Künstler und Maler Fran Sánchez wurde bei der corrida de toros am Freitag den 15. Mai in Madrid dazu inspiriert, das Manöver porta gayola des matadores de toros Miguel Abellán auf die Leinwand zu bringen. Der Titel: Incitación (Verführung, Anstachelung, Verleitung).


Samstag, 16. Mai 2015

Wo sitzt man am besten?





von SfA


Besucht man eine corrida in einer plaza de toros wird man zu Beginn stets mit derselben Frage konfrontiert. Welche entradas möchte bzw. sollte man erwerben. Das ist zunächst eine sehr persönliche Entscheidung und hängt grundsätzlich von zwei Punkten ab:
  • Wie viel ist man bereit zu zahlen?
  • Welche Ansprüche werden gestellt? Was möchte man sehen und somit erleben? 
Da dies eine sehr subjektive Angelegenheit ist, ist das SfA-Team dieser Frage einmal nachgegangen.

Die Qual der Wahl! Wo sitzen und was ist man bereit auszugeben?

Wo sitze ich am liebsten?
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von Colin Ernst


Schon bei meinem ersten Besuch einer corrida habe ich mir die dritte Reihe ausgesucht. Etwas erhöht um alles gut im Blick zu haben, aber schön nah am Geschehen. Das war im tendido bajo, in der 3. fila. Als ich später andere plazas kennenlernte orientierte ich mich, im sombra, dem Schatten, irgendwo zwischen der Loge des Präsidenten und der puerta grande. Bald war mir das aber nicht mehr genug, ich wollte noch näher ans Geschehen und leistete mir einen Platz in der ersten Reihe, der barrera. Und das ist mein Lieblingsplatz. Hier, direkt über dem callejón, habe ich alles was dort vor sich geht im Blick, spüre das Zittern der Holzplanken wenn der Stier die tablas rammt und sehe die Schweisstropfen auf der Stirn der toreros. Da ich filme und fotografiere, ist dieser Platz für mich ideal. Meine Mutter bevorzugt die 3-5. Reihe, seit dem sie einmal dabei war, als ein toro über die barrera sprang. In einigen plazas habe ich auch im tendido alto, oder in den gradas, oben gesessen, aber das gefiel mir nicht so sehr, viel zu weit entfernt von toros und toreros

Die Nähe zu toros und toreros, ein Motiv ganz vorne zu sitzen (Fotos: Colin Ernst)
Neueinsteigern würde ich die achte Reihe im sombra empfehlen. Links oder rechts von der puerta grande. Von dort hat man einen guten Überblick in den meisten plazas. Die sol tendidos sind besonders im Sommer heiss und man wird geblendet, je nach dem wo man sitzt. Im Bereich des sombras hat man oft auch auf den höheren Rängen eine gute Sicht, je nach plaza, während man auf der Sonnenseite, besser in den unteren Rängen auf seine Kosten kommt. Und diese sind auch ein Thema, denn Schatten und erste Reihe gehen richtig ins Geld, wenn es sich nicht um eine Wohltätigkeitscorrida handelt. 

Eine andere Sache sind die plazas. In den großen, wie Las Ventas, Madrid, welche einen grösseren Radius hat als eine Arena der zweiten oder dritten Kategorie, finde ich die dritte Reihe attraktiv, denn die Distanz zum toro, wenn er in der Mitte oder gar am anderen Ende seinem torero gegenübertritt, ist grösser und lässt sich da aus der Vogelperspektive der dritten Reihe besser beobachten. Ich selbst fühle mich in kleineren plazas sehr wohl und dort in der ersten Reihe, barrera, oder gar im in einem burladero de callejón.


Wo soll ich sitzen?
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von Dominik Sachsenheimer 

Sowohl das Benehmens der umsitzenden Zuschauer als auch die Nähe zum eigentlichen Geschehen beeinflussen den Genuss eines Stierkampfes sehr und mithin kommt der Wahl der Eintrittskarten große Bedeutung zu.

Für den Novizen würde ich einen Platz nicht allzu nahe an der barrera empfehlen, nach Möglichkeit in einer Arena der zweiten oder ersten Kategorie. Eine teure Karte ganz unten lohnt sich nicht, weil das Publikum dort eher schweigend beobachtet und nur selten anerkennend brummt oder aber in spontanen Jubel ausbricht ob eines Details, das dem Neuling höchstwahrscheinlich verborgen bleibt. Zudem werden Novizen aus grosser Nähe von der Gewalt der pica oder einem während der faena sehr stark blutenden Tier oder mehrfachen pinchazos oft sehr mitgenommen, stören sich in diesen Situationen aus grösserer Distanz aber weniger bis gar nicht. In der Mitte der Ränge hingegen hat der Neuling einen besseren Überblick über die gesamte Atmosphäre in der plaza und kann mehr Menschen samt deren oft sorgfältig gewählter Garderobe bewundern. Zudem besteht eine grössere Chance, dass ein Einheimischer dem Touristen einige Details erklärt, was in den eher elitären Kreisen nahe am Geschehen seltener passiert. Und letztlich wird auf den mittleren bis oberen Rängen meist wohlwollender mit den matadores umgegangen, was eine insgesamt positive Atmosphäre schafft.

Persönlich bevorzuge ich einen Platz im tendido sol y sombra, weil es erstens kostengünstiger ist als sombra-Tickets und man zweitens im Verlauf des Nachmittags bei sinkender Sonne sowieso in den Genuss des Schattens kommt. Drittens ist man dort in punkto Nachbarn in der Regel von einer guten Mischung umgeben, weil man von echten aficionados bis zu Gelegenheitsbesuchern bis zu Touristen alles findet und so einen gesunden Querschnitt der Reaktionen auf die Darbietungen erleben kann. Und viertens hat man den Balkon mit dem Präsidenten gut im Blick, weil man nicht ganz auf der anderen Seite der Arena, aber auch nicht direkt unter dem “palco presidencial” sitzt.

Was spezifische Arenen anbelangt, ist mein Lieblingsplatz des tendido 7 in der Real Maestranza zu Sevilla samt der unvergleichlichen Stille, in der man dort dem Geschehen im kirchlichen Sinne “andächtig” folgt, unterbrochen nur vom Zwitschern der Vögel am nahen Guadalquivir oder aber vom mitreissendsten “Olé" der taurinen Welt nach gelungenen Aktionen. Nicht zu verwechseln mit dem tendido 7 in Las Ventas in Madrid, einst eine Hochburg kritischer Betrachter des Geschehens, seit 10-15 Jahren verkommen zu einer Bruderschaft all jener verkommen, die grundsätzlich alle figuras hassen und aggressiv stören, den Stümpern aber verzeihend oder zumindest schweigend begegnen und einen “guten Stier” als ein übergewichtiges Monster definieren, ganz unabhängig von den eigentlichen Qualitäten des Tiers. Selbstverständlich gibt es in Madrid noch immer eine grosse Anzahl von “buenos aficionados”, dank des Fassungsvermögens von 24.000 Menschen und dem wachsenden Anteil der Schickeria ist diese Gruppe aber weniger tonangebend als man sich das wünschen würde und viele matadores und Experten halten das Publikum in Sevilla und Bilbao insgesamt für kundiger.

Wenn sich in Sevilla die tendidos füllen findet man mit die fachkundigsten aficionados
Als unerträglich empfinde ich die Sonnenseite in Pamplona, wo die Atmosphäre zwischen sturzbesoffenen Menschen aus aller Welt zwar zweifellos ausgesprochen herzlich und unterhaltsam ist, einer Stierkampfarena aber unwürdig und vergleichbar mit Fans von Schalke 04 auf einer Auswärtsfahrt oder einem Heavy-Metall-Open-Air-Festival. Im Schatten hingegen herrscht in Pamplona eine wunderbar familiäre Atmosphäre, die Zuschauer sind Experten mit grossem Fokus auf die Stiere. Viele aficionados bringen ein Vesper mit samt Wein in Lederbeuteln, beides wird grosszügig mit Umsitzenden geteilt, eine tolle Erfahrung. 

Noch etwas weiter im Norden stehen die wunderschönen Amphitheater von Nîmes und Arles, die immer eine Reise wert sind, auch wenn die besten corridas Frankreichs an der Antlantikküste veranstaltet werden. Beide coloseos sind oval und es empfiehlt sich ein Sitz auf der Breiseite statt an einer der Spitzen. Vor allem in Nîmes finden oft auch am Vormittag Veranstaltungen statt, so dass sich Besitzer eines “sombra”-Tickets auf einmal in der prallen Morgensonne wiederfinden.

Nîmes, für viele einer der schönsten plaza de toros der Welt (Foto: mundotoro)
Überall in Spanien, vor allem aber auch in Mexico, empfehle ich dem fortgeschrittenen Studenten der spanischen Kultur auch jenseits der Stiere den Besuch ganz kleiner plaza, in denen das Landvolk wenig von den Details der corrida versteht aber sich mit grossem Ernst der Feierlichkeit des Momentes widmet und mit zunehmendem Alkohol auch der Feier der jeweiligen Gemeinde und sich selbst.

In der mit 42.000 Plätzen grössten Arena der Welt in Mexico City sass ich bislang zweimal an der barrera, allerdings unter sehr unterschiedlich Voraussetzungen: Schwer beeindruckt von der Intensität des Publikums bei der legendären “reaparición” von José Tomás an der Stätte seiner alternativa 2007 vor mindestens zu 90% gefüllten Rängen. Und vollkommen entsetzt während einer regulären corrida des langen Winterzyklus, weil das riesige Rund selbst bei einer Besucherzahl von 3.000-4.000 deprimierend leer wirkt und dann einfach nur eine furchtbar hässliche Betonschüssel ist.

Die Antwort auf die Frage nach dem “richtigen” Platz ist also nur mit einem entschiedenen “kommt ganz darauf an” zu beantworten, je nachdem was für ein Erlebnis der Besucher sucht und in welcher Phase der nie endenden Entwicklung eines aficionados sich die jeweilige Person befindet.


Es gibt keine Unterhaltungsform, wo man bereit ist, so unbequem zu sitzen
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von Ursula Herzog

Die Frage, wo man in der Arena am besten sässe, lässt sich nach verschiedenen Kriterien beantworten.  Zunächst einmal muss man klar stellen, ob es um den theoretischen Wunschsitz geht oder um die Plätze, die man am Ende wirklich kauft. Die werden bei den hohen Preisen der entradas immer auch durch die finanziellen Möglichkeiten bestimmt. 

Mein Mann und ich sind schon in vielen Kategorien gesessen. Jeder Platz hat sein eigenes Ambiente. Wir sassen in Las Ventas ganz oben unter den Pensionisten gut vor dem Regen geschützt und hatten eine tolle Gesamtschau. Auf halber Höhe hat man sicher den besten Überblick über das gesamte Geschehen. 

Sitzt man barrera oder contrabarrera, dann  kann man fast mitspielen und kann das Gesicht des matadores beobachten. Sol ist im März in Valencia recht angenehm, wenn es noch ziemlich kühl ist, und kostet außerdem nicht einmal die Hälfte des entsprechenden Platzes sombra. Man bekommt barrera ganz vorne für etwa 50 Euro. sol im Sommer kann schlimm werden. 

Valencia: Neben guten corridas, eine preisliche Alternative
Ich bin 70 Jahre alt und habe eine nicht mehr perfekte Wirbelsäule und auch die Knie sind vom Bergsteigen   lädiert. Da spielt natürlich die Bequemlichkeit eine größere Rolle. Mein Traumplatz ist daher butaca de tendido sombra in der Malagueta (bequem und toller Überblick). Wir haben immer wieder festgestellt, dass wir keine Unterhaltungsform kennen, bei der man bereit ist, ohne Pause so unbequem zu sitzen, wie bei einer corrida. Und das manches Mal im Regen. Der Platz, der einem zusteht, ist oft so schmal, dass nur mit Druck alle in die Reihe hineinpassen. In Arles geht es oft nicht einmal mit Druck. Dazu hat man die Knie des Hintermannes im Rücken. Ob es gut wird, dass kann man nie im Vorhinein sagen. Und trotzdem geht man immer wieder hin.


Noch auf ein letztes Wort
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von Philip de Málaga

Eigentlich ist alles schon geschrieben worden. Die Tendenz eindeutig. Wer nach einer preislichen Alternative im Mittelbereich, aficionados im Umfeld und eine gewisse Nähe zum eigentlichen Geschehen im ruedo sucht, ist gewiss in den filas 3 bis 5 im tendido sol y sombra gut untergebracht. Aber Achtung, einige plaza de toros verfügen logischerweise über zwei sol y sombra, die Bereiche eben zwischen Sonne und Schatten. Da macht es Sinn nachzufragen, wo sich denn hauptsächlich die afición befindet. In der La Malagueta in Málaga ist es zum Beispiel der tendido 3 (nicht tendido 6, welcher ebenfalls ein sol y sombra ist, aber vorwiegend den Nichtkennern der Szene angeboten wird).

(Foto: Lexikon des Stierkampfs Dr. Andreas Krumbein)
Was die barrera-Plätze im sombra angeht, sie haben vor allem den Vorteil, dass man das Geschehen im callejón verfolgen kann, da sich dort alle Beteiligten aufhalten. Besonders wenn man der spanischen Sprache mächtig ist und die Kommunikationen unter den toreros mitverfolgen kann, also mitbekommt, wie sie das Geschehen im ruedo beurteilen oder welche Tips sie den Akteuren zurufen.

Wenn man keinen anderen Zuschauer vor sich haben möchte gibt es nur vier Möglichkeiten. Da wäre zunächst die erste Reihe, die barrera, dann die erste fila, welche sich hinter dem Gang zwischen barrera und den filas befindet (Achtung: in einigen plaza de toros nennt sich diese Reihe contrabarrera, obwohl diese eigentlich direkt hinter der barrera und noch vor dem Gang liegen sollte). Dann die ersten Reihen, delanteras in den Rängen (pisos) und die Sitzplätze über den Zugängen zu den tendidos.

In der peña taurina in der Malagueta sind die beliebtesten asientos die filas 3 und 4 im sombra. Zum einen bekommt man da gerade noch mit, was im callejón so vor sich geht, und zum anderen kann man die matadores besser bei ihrer Arbeit beobachten, wenn sie mit ihrem toro in der Nähe der barrera agieren. Von dort kommen auch die kompetenten Kommentare und manchmal wird lautstark das Geschehen mit dem reglamento taurino und anderen historischen Ereignissen verglichen.

Das es unbequem sein könnte, meistens sitzt man nicht nun eng zusammengedrängt sondern auch auf Stein, hat Ursula Herzog schon angesprochen, ein Grund sich beim Eingang ein Sitzkissen zu besorgen. Einige aficionados bringen sich ihre eigenen mit.

Freitag, 15. Mai 2015

Freier Stier sorgt für ein Chaos





von Philip de Málaga


Entflohener Stier verletzt in Kastilien - La Mancha elf Personen
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Es ist nicht das erste Mal, dass es einem toro beim Transport zu einer plaza de toros, oder beim Ausladevorgang gelingt die Flucht anzutreten. Und meistens befindet sich jener Fluchtweg auf irgendwelchen Strassen, wo sich die Tiere nicht einmal scheuen, die vorbeifahrenden Kraftfahrzeuge anzugreifen.

So geschah es heute Mittag gegen 13:40 in der Provinz Toledo (Kastilien - La Mancha), als die Mitarbeiter des cosos in Talavera de la Reina versuchten den toro von dem Transporter in die corrales der plaza de toros zu überführen. Der toro erstürmte schnell einen Park und die Strassen, und Einwohner verständigten zügig die Notrufnummer, worauf eine entsprechende Einsatzgruppe der Polizei eingriff und das Leben des Tieres auf einer Brücke beendete um Schlimmeres zu verhindern. Kurioserweise wurde der toro nicht durch den Einsatz von Schusswaffen getötet sondern von einem Polizeifahrzeug, dessen Fahrer Sohn eines toreros ist.

(Foto: mundotoro)
Dabei wurden elf Personen verletzt, zwei mit cornadas. Einem 30-jährigen Mann und einem 9-jährigen Kind. Unter den Verletzten fünf Frauen und ein 82-jähriger Mann. Der toro sollte nicht für eine tödliche corrida eingesetzt werden sondern für ein festejo taurino mit recortadores.

Donnerstag, 14. Mai 2015

Mit der Tauromachie geht es wieder aufwärts





von Philip de Málaga


Der Talfahrt der mundo de los toros scheint ein Ende gesetzt zu sein
Zahlen, Daten und Fakten - es geht wieder leicht nach oben
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Jeder Kenner der taurinischen Szene konnte im letzten Jahr die positive Wende beobachten. Die No hay billetes mehrten sich, das Interesse am taurinischen Geschehen wuchs und überhaupt widmete man dem Umfeld der mundo de los toros mehr Aufmerksamkeit. Auch im deutschsprachigen Bereich konnte man dieses an den Besucherzahlen von SfA erkennen. 

So gab nun zur grössten feria taurina auf dem spanischen Festland, San Isidro in Madrid, das Ministerium für Kultur, Erziehung und Sport seine Estadística de Asuntos Taurinos 2014 bekannt, dass der sector taurino im Jahr 2014 eine Steigerungsrate von 0,5 Prozent vorweisen kann, und somit auch den roten Zahlenbereich verlassen hat.


Insgesamt zählte laut dem Ministerium das Jahr 2014 insgesamt 1.868 festejos taurinos. Darunter unter anderem 298 corridas de toros, 242 novilladas con picadores und 348 novilladas sin picadores. Lediglich die Zahl der corridas de toros ist um 7 Prozent gesunken.

Die meisten festejos gab es in fünf Regionen:
  • 442 Kastilien - La Mancha
  • 412 Kastilien - León
  • 305 Andalusien mit den meisten corridas de toros (77)
  • 305 Madrid (Region)
  • 116 Extremadura
Besonders gross war das Interesse an festejos populares. Also Veranstaltungen mit toros, novillos oder becerros wo die Bevölkerung mit teilnehmen kann. In Spanien gab es davon 15.844 Veranstaltungen, was einer Steigerung von 14,7 Prozent zum Vorjahr entspricht. Man bedenke, das in Katalonien, wo die corridas verboten sind, sehr wohl festejos populares organisiert werden.

Tendenz steigend
Auch im Registro General de Profesionales Taurinos lässt sich ebenfalls eine Tendenz mit einem Plus von 3,5 Prozent  beobachten. Derzeit sind 10.194 Personen registriert. Darunter:
Auch die escuelas taurinas haben um 21 Prozent zugelegt. Vor allem im Raum Madrid haben sie sich geradezu verdoppelt. Derzeit gibt es in Spanien 52 aktive escuelas taurinas.

Nur bei der Stierzucht gab es im Jahr 2014 zwei weniger: 1.339 ganaderías.

Hinzu kommen die kulturellen Arrangements, wie die Eröffnung zahlreicher museos taurinos (in Málaga gibt es mittlerweile schon zwei), Führungen durch plaza de toros sowie ganaderías und zahlreichen Vorträgen mit Themen rund um die tauromaquia. Auch die Galerien und die Filmindustrie zeigen wieder ein bestimmtes Interesse.

Fazit: Schritt für Schritt der sector taurino scheint seine Talfahrt nicht nur gestoppt zu haben, sondern beginnt sich geradezu langsam wieder zu erholen. Den roten Zahlenbereich verlassen zu haben, nimmt dem antitaurinismo wieder einen weiteren Grund gegen die mundo taurino zu agieren. Und somit wird der Red Internacional Antitauromaquia nach dem Kinderschutz das zweite Argument des finanziellen Defizits entzogen (Siehe SfA Reportage: Mit Kinderschutz gegen den Stierkampf).

Eine positive Tendenz ist auf jeden Fall eindeutig zu erkennen. Das kann man auch in den spanischen Medien verfolgen:

Leichte Erholung für 2014,
der Stierkampf bricht mit der sinkenden Tendenz der letzten temporadas.


Die Tauromaquia lässt die roten zahlen hinter sich

Mittwoch, 13. Mai 2015

Benefizstierkampf live im öffentlichen Fernsehen





von Philip de Málaga

Am 31. Mai Wohltätigkeitsveranstaltung im staatlichen Fernsehen
Benefizveranstaltungen für die Kinderkrebshilfe
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Nachdem das öffentlich staatliche Fernsehen RTVE eine zweijährige Pause eingelegt hat, wird am 31. Mai diesen Jahres wieder eine corrida de beneficencia live ab 18:00 Uhr übertragen.

(Foto: mundotoro)
Eine corrida en solidaria, wo der populäre matador de toros Julián López "El Juli"  alleine gegen sechs toros in der plaza de toros von Cáceres in der Extremadura antreten wird. Ein Nachricht, welche in der gesamten spanischen Presse mit Interesse aufgenommen worden ist:



Alle grossen Tageszeitungen berichten darüber.
Man achte darauf, wie sie es mit der Kultur in Verbindung bringen.
El Juli gilt unter den toreros als recht medienwirksam und setzt sich an allen Fronten für die tauromaquia ein. So scheut er sich nicht in verschiedenen Fernsehprogrammen aufzutreten um sich den Fragen der Moderatoren oder Journalisten zu stellen. Auch beim Europäischen Parlament. Gerne veranstaltet er festejos taurinos für junge Leute, wie für Schulen, um den jungen Leuten die mundo de los toros näher zu bringen. Bekannt wurde dieser torero dadurch, dass er einer der jüngsten matadores de toros der Geschichte in Spanien geworden ist.

Nun tritt er vor 8.000 Zuschauern in der historischen plaza de toros von Cáceres, mit einem ruedo von 50 Metern Durchmesser aus dem Jahr 1846 an, um sich für einen wohltätigen Zweck zu engagieren. In diesem Fall für die Sociedad Española de Hematología y Oncología sowie für die Federación Española de Padres de Niños con Cancer. Beide Organisationen setzen sich für die Bekämpfung von Kinderkrebs ein. Hat man nicht die Möglichkeit dieses festejo taurino zu besuchen kann man die Organisationen auch mit Spenden unter der Bezeichnung Fila 0 (Sitzreihe 0) unterstützen: IBAN: ES08 0049 5113 43 2418304296


Es ist übrigens auffallend, wie sich der in Madrid geborene torero Julián López "El Juli" für die junge Generation in der westspanischen Region Extremadura einsetzt.

Was die aficionados de los toros anbetrifft, bleibt zu hoffen, dass diese nicht wieder zwei Jahre warten müssen, bis das öffentliche Fernsehen sich dazu durchringt erneut eine corrida de toros zu übertragen.
Sociedad Española de Hematología y Oncología Pediátricas - See more at: http://www.mundotoro.com/noticia/tve-televisara-la-encerrona-de-el-juli/1240545#sthash.hPRBBK1g.dpuf
Sociedad Española de Hematología y Oncología Pediátricas - See more at: http://www.mundotoro.com/noticia/tve-televisara-la-encerrona-de-el-juli/1240545#sthash.hPRBBK1g.dpuf

Dienstag, 12. Mai 2015

Mit Kinderschutz gegen den Stierkampf - Reaktionen

Der SfA-Artikel von gestern hat einige Reaktionen hervorgerufen
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von Philip de Málaga


Zum gestrigen SfA-Beitrag hat es einige Reaktionen gegeben, welche ich hier wiedergeben möchte:
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Den Artikel über den Kinderschutz finde ich interessant. Vor allem deswegen, da wird die junge Generation im Fernsehen, in Comic oder im Internet mit dermaßen viel Gewalt konfrontiert und nichts geschieht. Und das ist richtige Gewalt gegen Menschen. In Spielen werden massenhaft menschliche Leben ausradiert, im TV haufenweise getötet und alle schauen zu.

Horst. G. aus Deutschland
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Wie Du weißt verhalte ich mich dem Thema Stierkampf weiterhin neutral gegenüber. Dank den guten Berichten in Stierkampf für Alle. 

Deinen letzten Beitrag habe ich soeben gelesen. Wenn ich mich recht entsinne hast Du über Kinder und Stierkampf schon öfters berichtet. Trotzdem ist mir etwas aufgefallen. Du berichtest von einer neuen internationalen, also weltweiten Kampagne (so steht es zumindest auf deren Webseite). Damit kann doch neben den drei europäischen Ländern doch nur Süd- und Mittelamerika gemeint sein. Eine Zone, in der die Gewalt von und durch Kinder doch recht hoch anzusetzen ist. Einer der Ursachen dafür dem Stierkampf zuzuordnen scheint mir wirklich sehr weit hergeholt zu sein. Somit kann man diese "weltweite" Kampagne durchaus als eine Farce ansehen.

Im letzten Jahr lernten wir in Marbella einen Torero-Schüler aus Malaga kennen. Er machte auf uns einen sehr disziplinierten Eindruck. Hörte aufmerksam zu, sah einem tief in die Augen, antwortete ruhig und wirkte sehr gut erzogen. Wir hatten nicht das Gefühl uns mit einem angehenden Tierkiller zu unterhalten. Sondern mit einem jungen Menschen, der mit aller Seriosität versucht einen Beruf zu erlernen.

Petra B. aus Andalusien

ANMERKUNG VON SfA:

Folgende Beiträge sind bei SfA über Kinder und Stierkampf schon erschienen:
Und wenn die Zuschauer Kinder sind (2. Teil)
Die oben genannten zwei Beiträge sind damals vorerst im Andalusienforum veröffentlicht worden
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Mir ist eigentlich nicht so ganz klar, was diese Organisation will. In der Regel werden doch die Kinder von schon bestehenden Stierkampfanhängern zum Stierkampf mitgenommen. Diese Eltern wird man wohl kaum umerziehen können, sind sie doch selbst sich bekennende Aficionados. Und das sich Kinder auf die Seiten von Stierkampfgegner verirren halte ich eher für unwahrscheinlich.

Und selbst die angehenden Toreros aus den Stierkampfschulen halten sich in der Regel in einem Freundeskreis auf, der sich ebenfalls für die Stierkämpfe begeistert.

Rüdiger M. aus Alicante
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Hallo Philip, bei deinem Bericht über Kinderschutz gegen den Stierkampf hast du über Drogen geschrieben. Gab es da nicht mal einen Bericht über einen Torero der gerade wegen dem Stierkampf es aus der Drogenzone schaffte? Ich kann ihn  nicht finden. Wäre für einen Link dankbar. Ist doch sicherlich für andere auch interessant.

Peter aus Marbella

ANMERKUNG VON SfA:

Bei dem torero handelt es sich um den matador de toros José Miguel Arroyo Delgado "Joselito". Hier der Link zum gewünschten Beitrag: 
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Ich finde das ist ein guter Artikel. 

Du sprichst das an, auf was es ankommt. Gut finde ich, dass du das mit der Rechtsanwaltskanzlei ansprichst. Diese 300.000 € könnte man besser für not leidende Kinder in aller Welt einsetzen. Aber das wollen die doch gar nicht. Benefizveranstaltungen sind denen doch auch ein Dorn im Auge.

Ja, wenn man die Startseite jener Red Internacional Antitaurina anschaut, kommt man wie du richtig sagst, ins Staunen. Ich hätte vielleicht noch die Scheinheiligkeit der Antis, welche immer ihre Friedfertigkeit hervorheben, angesprochen. Wir wissen doch, dass das nicht der Fall ist.

Kurz und knapp. Du hast es in deinem letzten Beitrag auf den Punkt gebracht. Als letzten Ausweg schieben die Antis jetzt schon die Kinder vor.

Deine diversen Artikel über Kinder und Stierkampf kenne ich.

Und das sie immer so friedlich demonstrieren, glauben sie doch selbst nicht. In Palevas in Frankreich wurde am Wochenende das Pferd des Rejoneadores Andy Cartagena mit roter Farbe besprüht. Die Augen, die Nase und das Maul wurden in Mitleidenschaft gezogen.

V.H.B. (SPANIENFORUM: Neues von den Stieren)

ANMERKUNG VON SfA:

V.H.B. berichtet regelmässig im Spanienforum unter der Rubrik Stierkampf beim Thema Neues von den Stieren über Aktuelles aus der mundo de los toros.

Hier einige Links zu dem Thema von Benefizstierkämpfen:
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